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Für Literatur ist Platz auch in der kleinsten Hütte – Wegen eines Wasserschadens zog „Litfass“ in eine Gartenlaube

Buchhändler Dominic Gerwinski hatte die Idee mit der Gartenlaube. Fotos: Susanne Schulte

Von Susanne Schulte

Literatur verkauft sich überall – auch in der Gartenlaube. Diese Erfahrung machten jetzt die BuchhändlerInnen der Nordstadt-Bücherei „Litfass“. Wegen eines Wasserschadens mussten sie Anfang Juni die Regale im Laden an der Münsterstraße räumen und abbauen.

Die Kundschaft stand oft wartend im leeren Laden in der Münsterstraße

Trotz des Hinweisschildes stehen viele KundInnen in der Baustelle statt in der Laube.

Doch die Kundschaft wollte man nicht in den nahegelegenen Hinterhof einer Bäckerei umleiten, man wollte es ihr einfacher machen. Buchhändler Dominic Gerwinski hatte die Idee mit der Gartenlaube.

„Als ich im Baumarkt davor stand, hatte ich sie schon vor meinem inneren Auge eingerichtet mit Theke und allem“, erzählt er. Die Idee gefiel den KollegInnen. So baute man die Hütte gleich gegenüber dem Laden auf. Auf wenig mehr als vier Quadratmetern lief der Verkauf weiter. In zwei, drei Wochen geht das Geschäft im wiederhergestellten Laden weiter.

Obwohl die Hütte wirklich nicht zu übersehen ist, seien gerade die KundInnen, die gezielt zu Litfass gekommen seien, an der Hütte vorbei ins Ladengeschäft gelaufen – die Tür stand wegen der Handwerker offen – und hätten dort gewartet, dass jemand käme, so Gerwinski.

Jeden Abend wird alles ausgeräumt, was man morgens eingeräumt hatte

Bei knapp 40 Grad verbrachten sie auch den Spät-Sommer in der Gartenlaube.

Obwohl das doch nun unübersehbar eine Baustelle sei. Anders dagegen die Passanten. Die hätten mal neugierig in die Holzlaube geschaut, geguckt, was es dort denn so gebe. Deshalb sei auch im Schaufenster das Schild zu lesen. Mit der Aufforderung, sich doch mal umzudrehen. Da würde die Hütte stehen.

Bei knapp 40 Grad verbrachten Dominic Gerwinski und seine Kollegin Karin Iven auch den Spät-Sommer in der Gartenlaube.

Das Bücher-Angebot für den Spontankauf ist klein, aber fein. „Wir bestellen jedoch wie gehabt jedes Buch, das dann am nächsten Tag da ist“; sagt Gerwinski. Die DSW-Tickets sind genauso zu haben wie die Postkarten.

„Wichtig war und ist auch, dass wir telefonisch erreichbar sind.“ Wer nicht direkt im Laden durchkommt, landet im Büro von „Litfass“. Ja, mehr Arbeit ist das idyllische Provisorium auch. Abends wird alles ausgeräumt, was man morgens eingeräumt hatte.

Das Schulbuch-Geschäft sei nur am Rande betroffen gewesen. Man habe seit einigen Jahren eine Schulbuchhalle unterhalb vom Rewe-Supermarkt gemietet. Dort lagern jetzt auch die vielen Bücher, auch die aus dem Büchergilde-Sortiment, für die in der kleinen Hütte kein Platz ist.

Einzug ins wieder trockene Ladengeschäft ist in etwa drei Wochen geplant

 

In wenigen Wochen steht erneut ein Umzug an. Nachdem der Laden nun wieder trocken ist und frisch gestrichen, kommen in diesen Tagen die neuen Regale. Und weil schon mal alles raus musste, räumt man ein wenig anders alles ein.

Die Sitzplätze werden mehr, die Theke steht fürs Personal praktischer und auch die Kaffeemaschine findet bei „Litfass“ wieder einen prominenten Platz.

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