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Fridays for Future Sommerkongress: 1.500 AktivistInnen kamen zum Austausch und Vernetzen nach Dortmund

Eine Aktion, ausgehend von dem Kongress – Bäume pflanzen vor RWE. Fotos (4): Marvin Finger

Einige haben gerade ihr Abi gemacht, viele sind noch jünger. Sie alle setzen sich mit Fridays for Future für einen besseren Klimaschutz ein. Im Revierpark traf sich die Bewegung zu ihrem ersten Sommerkongress.

Zahlreiche Workshops: Fridays for Future Bewegung will in Zukunft wirksamer werden

Workshops und Vorträge sollen weiterbilden. Foto: Karsten Wickern

In nur zweieinhalb Monaten haben die AktivistInnen von Fridays for Future (FFF) den Sommerkongress organisiert. Eine Veranstaltung zum Vernetzen und Weiterbilden. Endlich mal die Leute persönlich kennenlernen, die man sonst nur von WhatsApp kennt. Es geht aber auch darum, in den Sommerferien sichtbar zu sein und von dem Vorwurf des Schulschwänzens weg zu kommen.

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1.500 TeilnehmerInnen sind der Einladung nach Dortmund gefolgt. Christian, 18 Jahre alt, erwartet, dass FFF durch den Kongress „krasser“ wird. Weiterhin mache die Politik nicht genug, meint er. Inga, ebenfalls 18, wollte vor allem mehr über das Demonstrieren lernen. Der Kongress bot dazu zahlreiche Workshops an. Zum Beispiel „Wie Du eine außergewöhnliche Rede hältst“; aber auch viele Workshops zu den wissenschaftlichen Hintergründen. 

Auch die Vernetzung war den TeilnehmerInnen wichtig. Dazu wurden Vernetzungstreffen organisiert, bei dem sich TeilnehmerInnen nach Region oder Interessen versammeln und austauschen konnten.

Große Demo und viele Einzelaktionen am Kongressfreitag vor allem in der Innenstadt

Mit einem „Die In“ sollten Passanten gezwungen werden, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Am Freitag gab es, wie sollte es auch anders sein, eine Demo in der Innenstadt. Nach der Demo vom Hauptbahnhof bis zum Theater zogen die TeilnehmerInnen in Splittergruppen durch die Stadt.

Die Gruppen hatten sich bereits am Vortag gefunden und ihre Aktionen geplant. Am Donnerstagnachmittag wurden Pläne geschmiedet und Schilder gemalt.

Alle Gruppen zogen zu großen Unternehmen in der Innenstadt. So liefen die Astronautinnen in den Saturn Elektromarkt und fragten als Bewohner des Saturns nach einer Klimaanlage für die Erde. Andere protestierten vor Banken, um auf den Einfluss von Investitionen auf das Klima aufmerksam zu machen.

Blockade vor RWE-Tower weist auf umstrittene Frage: Wie radikal will die Bewegung sein?

AktivistInnen blockierten den Eingang der RWE Tochter Innogy.

Mit der Aktion vor dem Eingang des RWE-Towers hatte die Polizei offenbar nicht gerechnet. Die Aktivistinnen verteilten Erde und pflanzten Bäume vor dem Gebäude. Zu der dann folgenden Sitzblockade rückte auch die bislang nicht anwesenden Polizei an.

Nach einigen Minuten der Blockade und ersten Gesprächen mit der Polizei, riefen die OrganisatorInnen des Sommerkongresses dazu auf, den Eingang frei zugeben. Einige folgten der Aufforderung, etwa 50 AktivistInnen blieben sitzen. Der Sommerkongress sprach auf Twitter von einer Aktion von Einzelpersonen.

Ein Konflikt innerhalb der Bewegung – Wie radikal soll FFF sein? Von den OrganisatorInnen war im Vorfeld keine Blockade geplant gewesen. Der Vorschlag kam im Aktionsplenum am Donnerstag auf. Die Aktionsorganisatorin Pauline machte darauf aufmerksam, dass die Sommerkongress-Organisation keine Festnahmen erleben möchte. Auch solle die Gruppe bedenken, dass ein solche Aktion Folgen für den Umgang der Polizei mit der Dortmunder FFF-Ortsgruppe haben könnte. 

Kongress ohne ehrenamtliche Mitarbeit nicht denkbar

Die AktivistInnen wollen den Revierpark nach eigenen Aussagen sauberer zurücklassen, als er es bei ihrer Ankunft gewesen war. Die Maßnahmen wirkten konsequent. Der Müll wurde getrennt. Mehrweggeschirr für Essen und Getränke eingesetzt und gekocht wurde vegan.

Übernachtet wurde in Großzelten oder eigenen Zelten.

Und tatsächlich: als sich der Zeltplatz am Abreisesonntag langsam lichtet, kommt eine saubere grüne Wiese zum Vorschein. Daran könnten sich so einige FestivalbesucherInnen ein Beispiel nehmen.

Für den gesamten Sommerkongress standen etwa 200.000 Euro, überwiegend aus Spenden und Teilnahmerbeiträgen, bereit. Um mit dem Budget eine so große Veranstaltung durchzuführen, sind freiwillige Helfer essenziell. Neben dem Team der HelferInnen, die auch schon beim Aufbau geholfen hatten, packten auch die TeilnehmerInnen mit an, wenn sie gebraucht wurden. 

Den Kongress nutzten die AktivistInnen auch, um sich auf ihre nächste große Aktion vorzubereiten. Mit einem Generalstreik am 20. September wollen sie auch ArbeitnehmerInnen mit auf die Straße holen. „In Deutschland sind Arbeitnehmerstreiks nur für arbeitsrechtliche Forderungen vorgesehen. Deswegen hoffen wir, dass Arbeitgeber ihren Angestellten eine Teilnahme ermöglichen“, sagt Luna Poy. Arbeitgeber könnten ihren MitarbeiterInnen mit einer langen Mittagspause die Möglichkeit geben, an der Aktion teilzunehmen.

Fotostrecke Demo:

Video:

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Fridays for Future Sommerkongress: 1.500 AktivistInnen kamen zum Austausch und Vernetzen nach Dortmund

  1. Parents for Future Dortmund (Pressemitteilung)

    Der Klima-Wandel macht keine Ferien – Dortmunder Familiendemonstration und Picknick

    Mehr als 1500 Teilnehmer*innen sind dem Aufruf zum „Fridays for Future-Sommerkongress“ nach Dortmund gefolgt und haben die vergangene Woche erfolgreich zur Vernetzung und zum Austausch mit der Wissenschaft genutzt.

    Der Klimaschutz braucht das Handeln aller Generationen, Jung und Alt vereint – jetzt sofort! Die Parents for Future (PfF) teilen die Sorgen und Forderungen der Fridays for Future Bewegung und möchten alle daheim gebliebenen Dortmunder*innen und Menschen aus aller Welt herzlich einladen:

    Kommen Sie zur nächsten PfF- Familiendemonstration am 10. August 2019 nach Dortmund!

    Wir starten um 12 Uhr am Friedensplatz. Beim gemeinsamen Abschluss-Picknick im Westpark (ab ca. 13:30 Uhr), zu dem jeder fürs leibliche Wohl etwas mitbringen darf, möchten wir mit allen Aktiven, Unterstützenden und interessierten Familien und Erwachsenen ins Gespräch kommen.

    Klima und Soziales sind untrennbar, denn nur wenn alle mitmachen, kann ein Umdenken und Umsteuern gelingen! Wir wollen alte und jüngere politische Fehlentscheidungen, zu denen es heute wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse gibt, dass sie klima- und umweltschädlich sind, umkehren. Das braucht die Mitwirkung aller, damit eine weitere folgenreiche Erderwärmung vielleicht noch gestoppt werden kann und das Überleben der Menschen auch noch für zukünftige Generationen ohne Ressourcenkonflikte möglich bleibt. Wir dürfen nicht die Zeit verstreichen lassen, bis Klimaschutz endlich im Grundgesetz verankert ist. Wir müssen jetzt gemeinsam handeln!

    Die Schüler*innen machen uns vor, wie Solidarität fürs Klima gelingen kann. Deshalb laden wir alle Bürger*innen herzlich ein: Kommen Sie mit Ihren Familien und Freunden, nehmen Sie teil und teilen mit uns Ihre Ideen für einen besseren Klimaschutz – hier in Dortmund, überall und jetzt sofort! Es geht mehr, wenn wir es gemeinsam tun! Jede*r Einzelne ist wichtig, um auch in unserer Stadt ein Zeichen zu setzen. Wir brauchen Ihre Solidarität, für eine lebenswerte Zukunft.

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