Nordstadtblogger

FOTOSTRECKE Das Projekt „Hannibal 2“ möchte in der Nordstadt Lebenswelten und Generationen verbinden

Der Hannibal 2 an der Bornstraße ist am Freitag offiziell eröffnet worden. Fotos: Wolf-Dieter Blank

Von Joachim vom Brocke

Viele bunte Luftballons mit „Hannibal 2“ begrüßten die zahlreichen BesucherInnen im Hannibal-Komplex an der Jägerstraße 2. In einer Ecke malte die Künstlerin Almut Rybarsch-Tarry noch mit Kindern bunte Figuren und Blumen an die Wand. Alles präsentierte sich bei sonnigem Frühherbstwetter blitzsauber, offen, freundlich.

Ein vielseitiges Angebot gibt es in „Hannibal 2“ in der Nordstadt

Später gab es für die Gäste von den Kleinsten noch selbstgebastelte Sonnenblumen als Erinnerungsgeschenk.

Anlass war die Eröffnung des neuen Integrationsprojektes „Hannibal 2 – Lebenswelten, Erfahrungen, Generationen“. Viele Akteure haben sich vor Ort zusammengetan, um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen.

Das detaillierte Angebot in „Hannibal 2“: die VHS bietet Sprachkurse für Flüchtlinge und EU-Zuwanderer. Die dobeq/AWO bietet Eltern im „Starthilfe-Projekt“ Kinderbetreuung und fördert und unterstützt Kinder aus dem Offenen Ganztag der nahen Grundschule Kleine Kielstraße. Das Familienprojekt bringt verschiedene Aktionen und soziale Projekte für Familien ein. Senioren finden hier Unterstützung und Beratung.

„Ein tolles Ambiente für alle Beteiligten“, freute sich Jugendamtsleiter Klaus Burkholz in Vertretung von OB Ullrich Sierau, der auf der Autobahn von Düsseldorf nach Dortmund im heftigen Freitagsstau steckte.

Nordstadt ist keine No Go Area, sondern der Stadtteil mit den meisten Kindern

Ratsherr Friedhelm Sohn (SPD), Vorsitzender im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie, überreichte mit Klaus Burkholz den symbolischen Eröffnungsschlüssel an die Vorsitzende der Dortmunder AWO, Gerda Kieninger (SPD/MdL).

Friedhelm Sohn betonte ausdrücklich, dass die Nordstadt keine „No Go Area“ sei, sondern der Stadtteil mit den meisten Kindern: „Viele Einrichtungen tragen hier zum Miteinander der Menschen bei.“

Gerda Kieninger lobte die „tolle Einrichtung“: „Mit gefällt die Mischung von Kindern und Erwachsenen unterschiedlicher Kulturen und Hautfarben“. Wenn es zum Beispiel heiße, ausländische Frauen beteiligen sich nicht an Sprachkursen, sei allzu oft die Unterbringung der Kinder ein Problem: „Bei ,Hannibal 2’ gibt es das nicht, hier werden die Kleinen betreut, wenn die Mutti Deutsch paukt“.

Treffpunkt für Menschen unterschiedlicher Herkunft – Positive Effekte für Alle

Lebenswelten und Generationen möchte „Hannibal 2“ verbinden. Menschen unterschiedlicher Herkunft und aller Altersgruppen können in einer für diesen Zweck umgebauten ehemaligen Gaststätte zusammenkommen, um von- und miteinander zu lernen.

Dabei geht es um die Sprache, aber auch um kulturelle, soziale oder integrative Projekte. Begleitet werden die Bewohnerinnen und Bewohner von Fachkräften unterschiedlicher Träger des Netzwerks INFamilie.

Die konkreten Projekte und Angebote entwickelt sich im Laufe des Projekts je nach den Interessen und Bedürfnissen der Teilnehmenden. Das Aufeinandertreffen von Alt und Jung sowie von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft ermöglicht Mehrgenerationenprojekte, verbessert die Integrationschancen für Zugewanderte und birgt Synergien und positive Effekte für alle Beteiligten.

Das Projekt steigert zusätzlich die Attraktivität des Wohnstandorts „Hannibal“, beugt Leerstand vor und wertet das Quartier insgesamt auf.

Netzwerk INFamilie erarbeitete das Konzept

Das Konzept für „Hannibal 2“ wurde erstellt unter Federführung des Netzwerks INFamilie – ein Zusammenschluss sozialer Akteure zur Unterstützung von Kindern und Familien für das Brunnenstraßen- und Hannibal-Viertel. Die beteiligten Institutionen kümmern sich gemeinsam um die Menschen, Inhalte, Zugänge und Tätigkeiten im Projekt.

Das Wohnungsunternehmen LEG Wohnen NRW GmbH engagiert sich seit Jahren im Brunnenstraßen und Hannibal-Viertel in der Nordstadt sowie im Netzwerk INFamilie.

So hat die LEG die Einrichtung einer Kinderstube im Hannibal ermöglicht und unterstützt regelmäßig Schulveranstaltungen an der Grundschule Kleine Kielstraße.

Durch die Zusammenarbeit entstehen immer wieder neue Ideen für Kooperationsprojekte und Unterstützungsmöglichkeiten im Quartier. „Hannibal 2 – LEG“ setzt diese konstruktive Zusammenarbeit konsequent fort.

„Hannibal 2“ wird finanziert über das Familien-Projekt der Stadt Dortmund, Spenden, eine Kostenbeteiligung der sozialen Dienstleister und die Mietfreiheit bzw. die lediglich symbolisch erhobene Miete durch die LEG.

Die AWO trägt das Projekt und ist Mieter der Immobilie. Finanziert werden müssen Personal- und Kurskosten, Ausstattungs- und Instandhaltungskosten, Miet- und Nebenkosten sowie Reinigungskosten. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre ausgerichtet.

Mehr Informationen:

  • Beim Gemeinschaftsprojekt an der Jägerstraße 2/Ecke Bornstraße kooperierten AWO, LEG Wohnen NRW GmbH, VHS, Familien-Projekt, dobeq und die Grundschule Kleine Kielstraße.
  • „Hannibal 2 – LEG“ ist Teil des Landesmodellvorhabens „Kein Kind zurücklassen“, des Projekts „Nordwärts“ und des im Ausbau befindlichen Netzwerks INFamilie.  
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Ein Gedanke zu “FOTOSTRECKE Das Projekt „Hannibal 2“ möchte in der Nordstadt Lebenswelten und Generationen verbinden

  1. VHS Dortmund

    VHS: Mit den Riesen auf Augenhöhe – Der „kleine“ Hannibal

    Die Volkshochschule lädt am Mittwoch, 25.Oktober,17 Uhr, zu einer Podiumsdiskussion ein. Der „kleine Hannibal“ im Dortmunder Norden ist ein herausragendes Beispiel für eine bauliche Großstruktur, einen „Riesen“, wie sie vielfach in den 1960er und 1970er Jahren entstanden sind.

    Im Rahmen einer Studie der Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege wurden zehn Riesen untersucht, die in NRW in der öffentlichen Diskussion standen und stehen. Diese Riesen stehen für eine euphorische Phase in Architektur und Stadtplanung und prägen noch heute die Stadtstrukturen – so auch in Dortmund. Um die Besonderheiten des „kleinen Hannibals“ nachvollziehbar werden zu lassen, wollen wir uns diesem Riesen in einer Besichtigung auf Augenhöhe nähern sowie seine Historie, die aktuelle Situation und mögliche Perspektiven in einer Podiumsdiskussion aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutieren.

    Dabei sind: Dr. Peter Kroos von kroos+schlemper Architekten (Input); Dr. Tobias Scholz, Mieterverein Dortmund; Thomas Kohlhage, LEG-Wohnen. Die Moderation übernimmt Yasemin Utku, Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege. Die Teilnahme ist kostenlos.
    Anmeldung im Internet http://www.vhs.dortmund.de erforderlich mit Hilfe der Veranstaltungsnummer 172-55002.

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