
Die Hans Kanngiesser GmbH & Co. KG aus Dortmund ist mit dem Integrationspreis Handwerk NRW ausgezeichnet worden. Anlass war der bundesweite 14. Diversity-Tag, bei dem die Handwerkskammern in NRW und der Westdeutsche Handwerkskammertag insgesamt sieben Betriebe ehrten. Die Handwerkskammer Dortmund würdigte insbesondere das Engagement des Familienunternehmens bei der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte. Überreicht wurde der Preis von HWK-Vizepräsidentin Kerstin Feix an Geschäftsführerin Britta Kanngiesser.
Dortmunder Familienbetrieb setzt auf Ausbildung und Integration
Die Hans Kanngiesser GmbH & Co. KG ist ein traditionsreicher Familienbetrieb des Elektrohandwerks mit Sitz in Dortmund. Das 1924 gegründete Unternehmen bietet Leistungen von Elektroinstallationen über Beleuchtung und smarte Gebäudetechnik bis hin zu Netzwerk- und Kommunikationstechnik sowie nachhaltigen Energielösungen und Elektromobilität an.
Die Auszeichnung hebt vor allem das nachhaltige Engagement des Betriebs bei der Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte in Ausbildung und Beruf hervor. In den vergangenen 25 Jahren hat das Unternehmen nahezu 100 Elektroniker im Handwerk ausgebildet und damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region geleistet. Derzeit absolvieren fünf junge Menschen mit nicht deutschen Wurzeln dort ihre Ausbildung.
HWK-Vizepräsidentin Kerstin Feix betonte die Bedeutung solcher Betriebe für Fachkräftesicherung und gesellschaftliche Teilhabe: „Mit dem Integrationspreis Handwerk NRW werden Betriebe ausgezeichnet, die nicht nur über Fachkräftesicherung sprechen, sondern sie menschlich und praktisch umsetzen. Die Hans Kanngiesser GmbH & Co. KG übernimmt Verantwortung für Integration, für Teilhabe und für ein Arbeitsumfeld, in dem kulturelle Vielfalt als Bereicherung verstanden wird.“
„Gerade geflüchtete Menschen brauchen faire Möglichkeiten, schnell und nachhaltig Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden“, so Kerstin Feix weiter. „Die Berufsausbildung im Handwerk ist dafür ein Schlüssel, weil sie Sprache, Praxis und Perspektive verbindet.“ Zudem erklärte sie: „Wenn Unternehmen wie Kanngiesser aus Ankommen echte Entwicklung machen, profitieren am Ende alle.“
KI-gestützte Lernhilfen unterstützen Auszubildende
Besonders hervorgehoben wurde die Integration eines ukrainischen Geflüchteten, der sich inzwischen im zweiten Lehrjahr befindet. Der Auszubildende wird sowohl sprachlich als auch fachlich gezielt gefördert, etwa durch KI-gestützte Übersetzungen von Lernunterlagen.Dieses Angebot steht grundsätzlich auch anderen Mitarbeitenden offen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.
Zum integrativen Ausbildungskonzept gehören außerdem strukturierte Lernbegleitung, regelmäßige Feedbackgespräche und klar definierte Ausbildungsziele. Auch Sprachförderung, Kundenkommunikation und kulturelle Umgangsformen sind feste Bestandteile der Ausbildung.
Britta Kanngiesser, Geschäftsführerin der Hans Kanngiesser GmbH & Co. KG sagt: „Für uns bedeutet Integration nicht nur, jemanden einzustellen. Uns ist wichtig, dass Menschen bei uns ankommen, gerne zur Arbeit kommen, sich einbringen können und wirklich Teil unseres Teams werden.“ Zudem erklärte sie: „Deshalb versuchen wir, Arbeitsabläufe so einfach und verständlich wie möglich zu gestalten — auch mit digitalen Lösungen, die den Arbeitsalltag, das Lernen und die Kommunikation erleichtern.“

