Nordstadtblogger

„Facebook Light“ für die bundesweiten Gärten – Digitaler Biotopverbund als weiterer Schritt für den Naturschutz

Eine Blühwiesenfläche wie hier am Borsigplatz trägt zur Artenvielfalt bei. Archivfoto: Thomas Engel

Von Hannes Czech

In Deutschland gibt es 17 Millionen Privat- und Kleingärten mit einer Gesamtfläche von 930.000 Hektar. Das entspricht 2,6 Prozent der Gesamtfläche unseres Landes. Eine Millionen Kleingärten, die in Vereinen organisiert sind, nehmen eine Fläche von 40.000 Hektar ein. Durch die flächendeckende Verteilung der Kleingärten könnte ein wertvoller Biotopverbund entstehen, der die Ausbreitung von seltenen Arten begünstigt. Natürlich nur, wenn sie naturnah gestaltet und nicht mit Schotter versiegelt sind. Nun hat der „BUND“ (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) eine Art „Facebook Light“ für den heimischen Garten entwickelt. So könne man den Biotopverbund voranschreiten lassen.

Der Deutschen Ordnungsliebe ist im Garten eigentlich fehl am Platz

Ein Beispiel Bild wie ein Garten nicht aussehen solle. Foto: „BUND“ Dortmund

Angesprochen auf die Schottergärten und das grüne Potential was diese hätten, sagt der Sprecher des BUND Dortmund, Thomas Quittek: „Wir befinden uns nicht im Wohnzimmer, sondern im Garten“. ___STEADY_PAYWALL___

Damit meint Quittek gut sortierte Deutsche, die den Drang zur Ordnung auch im Garten ausleben. Der Garten müsse nicht akkurat und ordentlich gehalten sein, das sei ein Mythos, der nur dazu führe, dass die Bürger*innen Gartenarbeit als zeitaufwendig und lästig empfinden würden.

Doch leider beobachte er, dass in Dortmund, die Vorgärten immer häufiger zu Steinwüsten umgewandelt werden. Somit würde der heimischen Tierwelt Lebensraum genommen. Insekten und Vögel können sich nicht mehr verstecken und durch die Einöde auch keine Nahrung mehr finden. Der Öko-Kreislauf würde so gestört werden. Gerade im Hinblick darauf, dass viele Vogelarten mit zunehmender Tendenz in die Städte und Vororte drängen würden, sei es wichtig das „grüne Potential“ auszuschöpfen, so Quittek.

Die Vögel würden aufgrund besserer Lebensbedingungen in die Städte wandern. Hier haben sie gute Versteckmöglichkeiten und eine größeres Angebot an Nahrung. Doch je mehr man Pestizide und Steingärten der Naturbelassenheit vorziehen würde, desto weniger von dem würden sie hier finden, das sei ein großes Problem.

Grüne Bewegung – selbst Kleinstflächen würden großen Beitrag leisten

Ein Natur belassener Vorgarten. Foto: „BUND“ Dortmund

Das grüne Potential können praktisch alle mit ausschöpfen, denn viele Klein- und Kleinstflächen können neue Lebensräume erschaffen. So zum Beispiel auch Balkone, alle die einen Balkon haben und ihn begrünen, seien willkommene User*innen des Biotopverbunds.

Der „BUND“ hoffe auf eine grüne Bewegung, durch die ein weiterer Schritt zur Sensibilisierung für das Thema Naturschutz gemacht werden kann.

„Gemeinsam wollen wir einen großen, vernetzten Naturpark aus Hobbygärten schaffen, damit sich Insekten und andere Tiere und Pflanzen wieder wohlfühlen und ausbreiten. Schaffen Sie Lebensräume im Garten und tragen Sie Ihren Garten in unsere Karte ein!“, heißt es auf der Homepage die im Anhang des Artikels verlinkt ist.

Dass man den Schottergärten nicht mit dem erhobenen Zeigefinder gegenüber stehen sollte, sei Quittek wichtig, er sei kein Hardliner. Deshalb finde er den satirischen Ansatz der Instagram Seite „Gärtendesgrauens“ (Link im Anhang des Artikels) sehr gut. Die Betreiber der Seite hielten den Steingärtner*innen lediglich den Spiegel vor.

Die Followerzahl der Seite beläuft sich auf mittlerweile mehr als 80.000 Personen. Täglich werden mehrer Bilder und dazu humoristische Sätze geposted. Die teils „erschotternden Bilder“ wie es der User, olafpeistrup beschreibt, zeigen deutlich, wie schwerwiegend das Problem sei.

 

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