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f²-Fotofestival mit zehn Ausstellungen an neun Orten: Einige der besten FotografInnen zeigen Arbeiten im Depot Dortmund

„Plastik -Army“ - von Dirk Krüll in der Ausstellung „Follow the water“ im Depot.

Das Foto „Plastik -Army“  von Dirk Krüll ist Bestandteil der Ausstellung „Follow the water“ im Depot.

Von Joachim vom Brocke

Einige der besten FotografInnen der Welt kommen für drei Wochen nach Dortmund. Im Kulturort Depot an der Immermannstraße wird am Donnerstag (7. November 2019) um 19 Uhr das zweite „f² Fotofestival“ eröffnet. Nach „Grenzen“ , dem Thema des ersten Festivals, heißt das Motto diesmal „Gerechtigkeit“.

Zehn Ausstellungen an neun verschiedenen Orten in Dortmund

„Auf sehr unterschiedlicher Art und Weise haben sich die FotografInnen mit ,Gerechtigkeit’ auseinandergesetzt“, sagte Claudia Schenk vom Festivalbüro. Unter ihnen auch einige international und weltweit tätige FotografInnen, die „zu den besten der Welt gehören und zahlreiche renommierte Preise wie den World Press Photo Award gewonnen haben“, so Claudia Schenk.

Letzte Vorbereitungen vom Orga-Team des zweiten Fotofestivals in Dortmund. Foto: Joachim vom Brocke

Letzte Vorbereitungen vom Orga-Team des zweiten Fotofestivals in Dortmund. Foto: Joachim vom Brocke

Zehn Ausstellungen an neun verschiedenen Orten bieten unterschiedliche Perspektiven über Gerechtigkeit, mit dem kritischen und neugierigen Blick der Fotografie. Das Spektrum der Arbeiten reicht von künstlerischer, inszenierter und experimenteller Fotografie bis hin zu dokumentarischen und fotojournalistischen Arbeiten.

Neben den Ausstellungen gibt es während der Festivaltage ein breites Rahmenprogramm mit Vorträgen, Symposium in der Fachhochschule Dortmund, einer Filmreihe zum Festivalthema, Führungen, einem Buchsalon, Bustour. Eine Plattform zum Austausch und Netzwerken.

Das Vortragsprogramm ist international besetzt mit renommierten FotografInnen wie Solar Daryani, Kader von Lohuizen, Anne Ackermann und Curry Janssen, die von ihrer Arbeit und ihren aktuellen Projekten berichten.

Ausstellungen im Depot: Wasser und Gerechtigkeit zusammen verbunden

A group of boys climb a tree on the Xingu River by the city of Altamira, Brazil. One third of the city will be permanently flooded by the nearby Belo Monte Dam. Foto: Vincent Elkaim

Jungs klettern auf einen Baum am Xingu River in Altamira (Brasilien). Ein Drittel der Stadt wird dauerhaft überflutet werden. Foto: Vincent Elkaim

„Follow the Water“ ist die die Ausstellung in der Halle vom Depot betitelt. Wasser und Gerechtigkeit sind untrennbar miteinander verbunden. Mit der modernen Lebensweise steigt der Bedarf an Wasser stetig an. Das führt dazu, dass die Grundwasservorräte schwinden und Seen austrocknen.

Gleichzeitig schmilzt das Eis an den Polen und Gletschern. Längst sind die Folgen des Klimawandels zu spüren, mit Perioden extremer Trockenheit einersetzt sowie furchtbaren Überschwemmungen andererseits. 14 Arbeiten sind zu sehen, die in ihrer Gesamtheit die Wechselwirkung aufzeigen.

In der Depot-Galerie ist die Ausstellung „Über Leben – 40 Jahre Cap Anamur“ zu sehen. Zum 40-jährigen Bestehen von Cap Anamur gibt Jürgen Escher sensible Einblicke in die Nothilfearbeit, die er seit 34  Jahren weltweit fotografisch begleitet und dokumentiert.

Dazu soll noch ein ausführliches Buch erscheinen, das beim Büchermarkt des Festivals zu haben sein wird.

Tatorte, Opfer, Relikte im Künstlerhaus Dortmund – Stimmungsbild nach Rechtsruck in Polen

„Human Impact“ gibt es im Künstlerhaus Dortmund zu sehen. In fünf fotografischen Positionen zeigt die Ausstellung Tatorte, Notfallvorbereitungen, Opfer, Relikte und Bedingungen von Gewalt und Ausgrenzung sowie die fotografische Konstruktion der Nachrichten.

„Marianneneck“ ist das Thema im Projektspeicher an der Speicherstraße 32. Foto: Uli Kaufmann

„Marianneneck“ ist das Thema im Projektspeicher an der Speicherstraße 32. Foto: Uli Kaufmann

„Made in…“ heißt es im Kunsthaus Essen. Vier Arbeiten stellen die Frage nach er Rolle des fotografischen Bildes und dessen Beziehung zum Betrachteter, wie Fotografie die Komplexität der Wirklichkeit zu fassen vermag.

„Marianneneck“ ist das Thema im Projektspeicher an der Speicherstraße 32. Der Verein Cheezze aus Paderborn hatte bundesweit zur Teilnahme am ersten „Young Cheezze Award für Fotografie“ aufgerufen. Fotograf Uli Kaufmann wurde durch eine Fachjury als Preisträger auserkoren. Seine Serie „Marianneneck“, eine Eckkneipe in Berlin, zeigt, wie das Leben aus einer ganz anderen Sicht sein kann.

„What explains everything explains nothing in particular“ beschreibt im Projektraum Fotografie (Huckarder Straße 8-12) die Mixed Media-Arbeit von Joanna Lischka, die das Stimmungsbild in Polen nach seinem Rechtsruck zeigt. Mit Ausnahmen von Protesten des linken aber auch rechten Lagers, Monumenten, Volksfeste, Interieurs und Alltagsszenen versucht die Fotografin dem Phänomen des Rechtspopulismus näher zu kommen.

Fotografische Reise durch Katar – „Gerechtigkeit – Ein Bilddialog über Viel und Wenig“ 

Felix Kleemann zeigt seine Ausstellung „Improving Reality“ mit Arbeiten aus Katar.

Felix Kleemann zeigt seine Ausstellung „Improving Reality“ mit Arbeiten aus Katar.

Felix Reimann erkundete in seiner fotografischen Reise im kleinen aber reichen Emirat Katar den Gegensatz zwischen Gastarbeitern und Einheimischen, den Spagat zwischen Tradition und Moderne. Zu sehen ist „Improving Reality“ in der Street // Art Gallery an der Rheinischen Straße 16.

„Gerechtigkeit – Ein Bilddialog über Viel und Wenig“ wird im Dortmunder U präsentiert. Durch zwei miteinander verknüpfte Partnerseminare traten rund 60 Studierende des Arbeitsbereiches Fotografie der TU Dortmund in einen fotografischen Bilddialog und antworteten wöchentlich auf die Bilder der anderen Gruppe.

„Incondition“ ist in einem Laden an der Brückstraße 64 zu sehen. In Zeiten zunehmender sozialer und politischer Umbrüche erarbeiteten Studierende des Masterstudiengangs Fotografie der Fachhochschule Dortmund die Fragen um die Bedingungen von Gerechtigkeit mit zehn ausgewählten Foto- und Videoarbeiten.

Umfangreiches Rahmenprogramm mit zahlreichen Symposien und Vorträgen

Lutz Sarzio (Cap Anamur-Krankenpfeger) unterwegs Im Armenviertel Praia Nova (in Beira). Wo die Überschwemmung und deren Auswirkungen noch immer sichtbar sind-hier im Gespräch mit Luca und ihren Kindern vor ihrer Behelfshütte. Factfindung eines Cap Anamur Teams (Lutz Sarzio, Krankenpfeger und Michael Schlüssel, Projekt Koordinator) nach der Unwetterkatastrophe (Zyklon Idai) in Mosambik. Foto: Jürgen Escher

Lutz Sarzio (Cap Anamur-Krankenpfeger) unterwegs Im Armenviertel Praia Nova (in Beira). Foto: Jürgen Escher

„Sich ins Geschehen werfen. Die Hoesch-Fraueninitiative“ zeigt das Hoesch-Museum an der Eberhardstraße 12. Anfang der 80iger Jahre solidarisierten sich engagierte Frauen, unabhängig ihrer Herkunft oder persönlichen politischen Position, vor dem Hintergrund der Stahlkrise mit der Hoesch-Belegschaft. Davon zeuge neben Dokumentationsmaterial die historischen Fotografien von Gisbert Gerhard.

Zahlreiche Symposien und Vorträge, teilweise auf Englisch, enthält das umfangreiche Programm des Fotofestivals. Detaillierte Infos, auch zu den Rednern, gibt es auf der Internetseite.

Eine Tour mit einem Oldiebus ist am Sonntag, 17. November, geplant. Von 15 bis 19 Uhr werden vier beteiligte Ausstellungsorte gesucht: „Stressfrei mit Reisebegleitung, einschließlich Kaffee und Kuchen“, heißt es bei den Veranstaltern. Gebühr: 15 Euro pro Person, Anmeldungen per Mail: info@f2-fotofestival.de oder unter Telefon (0231) 900 806.

Mehr Informationen:

  • Veranstalter des Festivals ist Depot e.V. in Zusammenarbeit mit Freelens e.V. und zahlreichen weiteren Institutionen aus Dortmund, Essen und Iserlohn.
  • Förderer ist die anne fischer Stiftung, Kulturbüro der Stadt, LWL Kulturstiftung, Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW. Sponsor ist die Volksbank Dortmund.
  • Der Eintritt zu allen Ausstellungen ist frei.
  • www.f2-fotofestival.de
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