
Der Drogenkonsumraum am Grafenhof in der City soll durch einen neuen Entlastungsstandort in der Rheinischen Straße 111 entlastet werden. Im „Kick West“ können Drogenkranke konsumieren, niedrigschwellige Hilfsangebote annehmen und etwas zu essen bekommen. Der neue Standort öffnet am Montag, den 26. Oktober. 2026
OB Alexander Kalouti: „Es hat jetzt geklappt“
Im Eingangsbereich ist das „Kick West“ eine Mischung aus Café und Vorzimmer. Es gibt mehrere Sitzgruppen, einen Fernseher und Gesellschaftsspiele sowie einen großen Empfangstresen, an dem sich die Drogenkranken anmelden können.

Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) hatte schon lange auf einen Entlastungsstandort oder auch einen zweiten, vollwertigen Drogenkonsumraum außerhalb der City gepocht. Bei der Begehung des Entlastungsstandortes wirkte er sichtlich zufrieden: „Es hat jetzt geklappt.“
Die Situation in der City bleibe problematisch und bedeute eine große Herausforderung für die Stadtgesellschaft und für die Drogenkranken. Den Entlastungsstandort sieht Kalouti als ersten Schritt zu neuen Drogenkonsumräumen: „Er verschafft uns am Grafenhof perspektivisch mehr Handlungsspielraum, bis ein neuer und größerer Drogenkonsumraum an einem anderen Standort in Betrieb geht.“
„Zugleich müssen wir genau beobachten, wie sich das Umfeld entwickelt. Wenn Probleme auftreten, werden wir konsequent reagieren“, so der Oberbürgermeister.
Umfeld des Entlastungsstandortes wird von Sicherheitsdienst überwacht
Eine „Chance für den Einstieg in den Ausstieg“ sah Sozial- und Gesundheitsdezernentin Frauke Füsers in dem Entlastungsstandort. „Mit dem neuen Standort schaffen wir einen Ort der Überlebenshilfe, an dem Menschen mit einer schweren Suchterkrankung sicher und geschützt konsumieren können.“ Die Stadt müsse allerdings die Folgen des Entlastungsstandortes im Quartier im Auge behalten.

Dazu bemerkte Ordnungsdezernent Norbert Dahmen, dass es extra eingerichtete Streifen der Polizei und des Kommunalen Ordnungsdienstes im Umfeld gebe. Ein Sicherheitsdienst sorge dafür, dass die Drogenkranken nicht für sich selbst oder die Anwohner:innen eine Gefahr darstellten.
Vor der Eröffnung hatte es bei den Anwohner:innen großen Unmut gegeben, dem durch Dialogveranstaltungen entgegengewirkt werden konnte. Offen bleibt, wie sich der Entlastungsstandort auf die Attraktivität des Unionsviertels auswirkt. Diese zu sichern, sei der Stadt sehr wichtig, so Dahmen.
Aidshilfe sieht gute Zusammenarbeit und Entlastung

Die neue Einrichtung ist als temporäre Entlastung gedacht, Betreiber ist der Verein „aidshilfe“ e.V. Deren Vorstandsvorsitzender Willehad Rensmann ist sich sicher, dass der Standort die erwartete Entlastung bringt – auch wenn er etwas weiter von der City entfernt liege.
„Niedrigschwelligkeit bedeutet, Hilfen für Menschen mit einer akuten Suchterkrankung so zu gestalten, dass gesundheitliche Risiken verringert werden und Vertrauen zu uns aufgebaut wird. Dann sind auch Schritte der Stabilisierung möglich“, so Rensmann.
Hinzu komme ein guter Austausch mit den städtischen Akteur:innen, den er vor allem bei den starken Auswirkungen, die der Entlastungsstandort mit sich bringen wird, für unerlässlich hält.

Für den neuen Entlastungsstandort werden täglich 30 bis 40 Nutzer:innen erwartet. In der Einrichtung stehen drei Plätze für den intravenösen und fünf Plätze für den inhalativen Konsum zur Verfügung.
Eine Raucherkabine mit Absaugung und Fortluftsystem über Dach soll ebenfalls dazu beitragen, die Auswirkungen auf das Umfeld zu begrenzen.
Der gegenüberliegende Außenbereich dient während der Öffnungszeiten als Aufenthaltsmöglichkeit.
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