Eine Woche ohne Angst und Krieg: Auszeit für 15 Kinder und Jugendliche aus Schytomyr

Gruppe aus Dortmunds ukrainischer Partnerstadt zu Gast

Auf dem Florianturm genossen die Kinder und Jugendlichen aus Schytomyr den Panorama-Blick. Foto: Angela Seger für die Stadt Dortmund

15 Kinder und Jugendliche aus Schytomyr, Dortmunds ukrainischer Partnerstadt, verbringen zurzeit eine Woche in Dortmund. Die Stadt bietet ihnen eine Auszeit vom Alltag im Krieg – mit Begegnungen, gemeinsamen Erlebnissen und einer Zeit ohne Luftalarm.

Seit mehr als vier Jahren belastet der Krieg die Menschen in der Ukraine

Zum dritten Mal empfängt die Stadt Dortmund Kinder aus ihrer Partnerstadt Schytomyr in der Ukraine. Noch bis zum 15. August sind 15 Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 15 Jahren zu Besuch. Alle Kinder eint ein schweres Schicksal: Ihre Väter gelten als vermisst oder sind im Krieg gefallen.

Mit warmen Worten bedanken sich die Gäste aus Schytomyr auf dieser Karte bei der Stadt Dortmund. Foto: Leopold Achilles für die Stadt Dortmund

Während ihres Aufenthalts sollen sie für einige Tage den Belastungen des Krieges entfliehen und eine Woche in Sicherheit verbringen – ohne Luftalarm und die ständige Angst vor Raketen- und Drohnenangriffen, wie sie in Schytomyr leider zum Alltag gehören. Seit mehr als vier Jahren belastet der Krieg die Menschen dort.

Auch in der Nacht auf Sonntag, 9. August, wurde Schytomyr von Russland schwer angegriffen und beschossen; dabei wurde eine deutsche Fabrik zerstört, mehrere Menschen wurden verletzt. Diesen Tag verbrachten die 15 Kinder und Jugendlichen aus Schytomyr mit einer Stadtführung durch Dortmund und einer Segeltour auf dem Phoenix-See.

Bürgermeisterin Britta Gövert empfängt die Gruppe im Rathaus

„Diese Woche gehört euch – hoffentlich eine Woche ohne Sorgen, so gut das eben geht. Wir haben uns einiges einfallen lassen, damit ihr hier eine gute Zeit habt“, begrüßte Bürgermeisterin Britta Gövert die Kinder. Das Team Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund hat gemeinsam mit dem Respektbüro, Borussia Dortmund und weiteren Partnerinnen und Partnern ein vielseitiges Programm vorbereitet.

Ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Shytomyr“ gehörte zu den Gast-Geschenken der Ukrainer – Bürgermeisterin Britta Gövert probierte es gleich an. Foto: Leopold Achilles für die Stadt Dortmund

Die Kinder entdecken Dortmund und treffen dabei auch auf Gleichaltrige – etwa beim Ferienprogramm in einer Jugendfreizeitstätte oder beim Training mit Handballspielerinnen des BVB.

Fabian Zeuch vom Team Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund koordiniert die Partnerschaft mit Schytomyr und hat den Besuch organisiert. „Wir wollen den Kindern mit dieser Woche zeigen, dass sie nicht allein sind und Dortmund an der Seite unserer Partnerstadt Schytomyr steht. Ein paar Tage ohne Krieg und Angst können die schlimme Realität zwar nicht vergessen machen, aber vielleicht ein wenig Kraft und Zuversicht geben“, sagt Zeuch.

Gastgeschenke bezeugen die große Dankbarkeit für die Unterstützung

Olha Yurchenko, Leiterin des Sozialamts Schytomyr, begleitet die Kinder und Jugendlichen auf der Reise. Sie bedankte sich persönlich für Dortmunds Unterstützung, auch für die bereits geleisteten Spenden. „Die Partnerschaft mit Dortmund ist uns sehr wichtig“, betonte sie. Als Gastgeschenk brachte sie eine Flagge der Stadt Schytomyr mit sowie ein T-Shirt und eine traditionelle ukrainische Blockflöte. Die Kinder erhielten mit kleinen Geschenken gefüllte Jutebeutel aus Dortmund – und einen Einkaufsgutschein für die Thier-Galerie, gesponsert von der Firma Murtfeldt.

Zum Stadtrundgang gehörte natürlich auch ein Besuch des Dortmunder U. Foto: Fabian Zeuch für die Stadt Dortmund

Vom Dach des Rathauses und später auch vom Florianturm aus genossen die Jugendlichen den Panoramablick auf ihre Partnerstadt – unter anderem auf das Stadion, das sie Ende der Woche noch besichtigen werden. Auf dem Programm stehen außerdem ein Besuch im Ausbildungszentrum der Feuerwehr, im Moviepark Bottrop und in der BVB-Fußballakademie.

Viktoria Pomazan, die die Gruppe als Betreuerin begleitet, hat eine große Hoffnung: „Ich wünsche mir, dass auch Dortmunder Kinder in Zukunft nach Schytomyr reisen können, um ihre Partnerstadt kennenzulernen – in Frieden und in Sicherheit“, sagt sie.

Hintergrund: Die Städtepartnerschaft wächst seit 2022 kontinuierlich weiter

Am Sonntag stand für die Kinder eine Segeltour auf dem PHOENIX See auf dem Programm. Foto: Fabian Zeuch für die Stadt Dortmund

Dortmund und Schytomyr verbindet seit dem 9. Juli 2025 eine offizielle Städtepartnerschaft. Die ersten Schritte dafür wurden in Dortmund bereits kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 unternommen. Seither sind zahlreiche Projekte in den Bereichen Bildung, Kultur, Wissenschaft, Sport und kommunale Entwicklung entstanden.

Darüber hinaus unterstützt Dortmund die Partnerstadt kontinuierlich mit Hilfslieferungen – darunter Busse, Generatoren, Krankenhausausstattung, Schulmöbel, Solaranlagen und Großküchen. Erst im Juni reiste erneut eine Dortmunder Delegation nach Schytomyr, dieses Mal unter Leitung von Oberbürgermeister Alexander Kalouti.

Bürgermeisterin Britta Gövert (8.v.li.) zeigte den Kindern und Jugendlichen aus der ukrainischen Partnerstadt den Dortmunder Ratssaal und verteilte Geschenkebeutel. Foto: Leopold Achilles für die Stadt Dortmund

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