Die NRW-Stiftung fördert Erhalt des Hansa-Brückenzugs in Dortmund-Huckarde

Bis zu 250.000 Euro für die Konservierung des Industriedenkmals

Blick auf die Brücke mit einer alten Bahn auf Schienen.
Der Hansa-Brückenzug im Stadtteil Huckarde ist ein einzigartiges Bauwerk aus der Zeit der Montanindustrie. Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

In Dortmund wird ein beeindruckendes Relikt der Industriegeschichte wieder erlebbar: Der Hansa-Brückenzug im Stadtteil Huckarde ist ein einzigartiges Bauwerk aus der Zeit der Montanindustrie. Zwischen 1926 und 1928 entstand die genietete Stahlkonstruktion als eingleisige Werkbahnbrücke. Damit dieses besondere Denkmal erhalten bleibt, stellt die NRW-Stiftung bis zu 250.000 Euro für seine Konservierung bereit. Bei einem Besuch in Dortmund überreichte Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung Karl Peter Brendel gestern die Förderurkunde an den Bahnhof Mooskamp gGmbH.

 Die 350 Meter lange Brücke führt über mehrere Straßen und das Emschertal

Der Hansa-Brückenzug ist Teil der ehemaligen Hansa-Werksbahnstrecke und ein eindrucksvolles Zeugnis der Industriekultur im Ruhrgebiet. Mit einer Länge von rund 350 Metern führt die Brücke über mehrere Straßen und das Emschertal. Die darüber verlaufende ehemalige Ringgasleitung war einst Teil der Dortmunder Energieversorgung.

Karl Peter Brendel bei der Übergabe der Förderurkunde eingerahmt von Nico Rebbert (li.) und Jens Petersmann (re.) Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

„Mit unserer Förderung tragen wir dazu bei, dieses außergewöhnliche Bauwerk zu bewahren und die Hansa-Werksbahnstrecke langfristig für den Fahr-betrieb mit historischen Straßenbahnen zu erhalten. Hierfür wird die in die Jahre gekommene Metallkonstruktion der Brücke von Rost befreit und konserviert“, erklärte Karl Peter Brendel.

Früher verband die Hansa-Werksbahnstrecke die Kokerei Hansa in Huckarde mit dem Stahlwerk Union an der Rheinischen Straße – zwei wichtige Standorte der damaligen Industrie. Bereits seit 2010 wird die rund 6,7 Kilometer lange Trasse für Museumsfahrten des Nahverkehrsmuseums Dortmund genutzt.

Die historische Strecke wird Teil des Zukunftsgartens Hansa in Dortmund

2027 wird die Trasse zu einem besonderen Highlight im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA): Die historische Strecke wird Teil des Zukunftsgartens Hansa in Dortmund. Rund um die historische Kokerei Hansa und das Nahverkehrsmuseum entsteht mit dem Kokereipark ein etwa 14 Hektar großer Freizeit- und Erholungsraum, in dem Industriekultur und Natur miteinander verschmelzen sollen.

Blick auf die Brücke aus dem Fahrstand einer historischen Straßenbahn Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Besucherinnen und Besucher können dann bei den Fahrten mit den historischen Straßenbahnen über das Gartengelände Industriekultur hautnah erleben.

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1986 fast 4.000 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt rund 340 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie vom Land NRW, aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und Spenden.

IGA: Die „Wolke“ als riesige Erlebnisskulptur für klein und groß

Apropos IGA: Am nördlichsten Punkt des Kokereiparks entsteht ja die „Wolke“, eine große begehbare Kletter- und Erlebnisskulptur. Sie soll aus sieben Stahlringen zusammengesetzt werden, der kleinste der Ringe mit einem Durchmesser von elf Metern, der Größte mit einem vom 28 Metern.

Der kleinste Ring (Durchmesser elf Meter) der Skulptur „Die Wolke“ wurde auf dem IGA-Gelände errichtet. Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Zwischen den Ringen werden Kletternetze gespannt und Schaukeln aufgehängt. Die Statue ist sowohl für Kinder als auch Erwachsene zugänglich. Um die „Wolke“ herum sollen Wasserspielplätze entstehen, sowie Trampoline in den Boden gelassen werden. Diese Elemente sowie die „Wolke“ bleiben auch nach der IGA erhalten.

Die Fundamente für das begehbare Kunstwerk sind bereits gegossen. Trotz der zeitlichen Verzögerung aufgrund des wechselnden Auftragnehmers, wurde der kleinste Ring mittlerweile montiert.


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