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„Die Grüne Apotheke“ – vom mittelalterlichen Hortus Medicus zur Pharmaforschung im Botanischen Garten Rombergpark

Botanischer Garten Rombergpark, Kräuterspirale. Fotos: Gerd Wüsthoff

Kräuterspirale im Bereich der Kräutergärten im Botanischen Garten Rombergpark. Fotos: Gerd Wüsthoff

Von Gerd Wüsthoff

In welcher Beziehung stehen die alten Apothekergärten und die Botanischen Gärten der Neuzeit zueinander? In der diesjährigen Woche der Botanischen Gärten stehen Arzneipflanzen im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen, welche bis zum 17. Juni 2018 im Botanischen Garten Rombergpark und in über 40 weiteren Botanischen Gärten in Deutschland und Österreich stattfinden. Die angebotenen Führungen sind kostenlos.

Die Grüne Apotheke – Führungen und Wissensvermittlung im Kräutergarten des Rombergpark

Romergpark, Hortus Medicus, Beifuß

Romergpark, Hortus Medicus, Beifuß

Unter dem Motto „Die Grüne Apotheke – vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung“ führen Diplom-Biologin Ursula Startmann, Dr. C.H. Henning und Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark, interessierte BürgerInnen durch die Kräuter- bzw. Apothekergärten.

Die Themen der Führungen durch die Kräutergärten sind vielfältig und auch für interessierte Laien und Hobbygärtner lehrreich. So können ab dem 9. Juni BürgerInnen erfahren, wie man sich einen eigenen Kräutergarten anlegen kann oder was es mit der Kräutermagie auf sich hat, wie zum Beispiel mit den „Liebeskräutern“. An drei Terminen liegt der Schwerpunkt auf den Medizinalpflanzen, ihren Inhaltsstoffen und deren Wirkungen.

„Kräuter, aber auch Medizin, heilen nicht wirklich. Denn sie wirken auf die Symptome, ohne deren äußere Umstände zu beeinflussen“, erklärte Dr. Cord Hinrich Hennning, Apotheker und Mitglied im Freundeskreis Botanischer Garten Rombergpark e.V.

Die Woche der Botanischen Gärten bis 30. Juni 2018 im Rombergpark

Dezernentin Birgit Zoerner mit den Referenten Dr. C.H. Hennning und Dr. P. Knopf

Dezernentin Birgit Zoerner mit den Referenten Dr. C.H. Hennning und Dr. P. Knopf

Plakat-Ausstellung – Im Alten Schulgarten und im Tasmanienhaus (Zugang über das Café Orchidee) – 9. bis 30. Juni 2018 – Eintritt frei

Kräuterapotheke selbst gemacht, mit Dipl. Biol. Ursula Stratmann – Bildungsforum, Schule, Natur und Umwelt, Am Rombergpark 35a – Samstag, 9. Juni 2018 – 11 bis 12 Uhr – Eintritt frei

Kräutermagie, Liebeskräuter und wilde Geschichten, mit Dipl. Biol. Ursula Stratmann – Heilkräutergarten – Samstag, 9. Juni 2018 – 13 Uhr – Eintritt frei

Medizinalpflanzen, ihre Inhaltsstoffe und Wirkung, mit Dr. C.H. Henning – Heilkräutergarten an drei Terminen:
Sonntag, 10. Juni 2018, 11 Uhr und 15 Uhr,

Montag, 11. Juni 2018, 18 Uhr, Sonntag, 17. Juni 2018, 15 Uhr

Auch bei diesen Veranstaltungen ist der Eintritt frei, Spenden sind allerdings willkommen.

Kräuter und Heilkunst sind seit Beginn der Menschheit untereinander verbunden

Gebäude der Schule, Natur und Umwelt im Robergpark

Gebäude der Schule, Natur und Umwelt im Robergpark

„Seit Beginn der Menschheit haben sich die Menschen mit Pflanzen und insbesondere Kräutern beschäftigt. Vor allem die Völker in der Antike, wie Griechen und Römer.“, sagt Dr. Patrick Knopf, Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark, und führt weiter aus: „Der Kräutergarten, wie wir ihn kennen, der Hortus Medicus, entstand im Mittelalter im Bereich der Klöster .“

Es waren die Mönche, welche das Wissen um die Heilkunst aus den Schriften des Altertums tradierten. Besonders das Wissen und die Forschungen des Averroës, des Leibarztes der im 12. Jahrhundert in Marokko herrschenden Almohaden Dynastie, trugen viel zum Wissen über Kräuter und ihre Wirkungen bei. Dieses Wissen wiederum gelangte über Al-Andalus, dem arabisch beherrschten Teil Süd-Spaniens, in das christliche Europa.

Aber auch aus der Literatur und aus Kinofilmen dürften die Horti medici allgemeiner den BürgerInnen bekannt sein. Und wer hat noch nicht von Hildegard von Bingen und ihrer Kräuterheilkunde gehört oder gelesen? Durch die Führungen und Vorträge erfahren interessierte BürgerInnnen aber auch, dass einiges über Kräuter etwas übertrieben wird.

Botanischer Garten Rombergpark – ein öffentlicher Garten mit internationalem Renommée

Rombergpark, Kräutergarten

Rombergpark, Kräutergarten

Der Rombergpark entstand aus einem alten Landschaftspark, dem Rombergschen Schlosspark, in den ab 1927 der bereits zuvor bestehende Botanische Garten an der Beurhausstraße in Dortmund durch Verlegung integriert wurde. Der Park ist in seiner Gesamtheit seit 2006 Flächendenkmal und in der Denkmalliste der Stadt Dortmund. Im Jahr 2004 wachsen rund 4.500 Gehölzarten und -sorten im Rombergpark.

Botanische Gärten entstanden zumeist an Universitäten und dienten der dortigen Forschung, wie auch an Schlössern und Burgen der damaligen adligen Grundherren. Diese adligen Botanischen Gärten dienten der Repräsentation und zuletzt der Forschung. Allerdings brachten Expeditionen, im und nach dem Zeitalter der Entdeckungen, exotische Pflanzen nach Europa, welche allgemein wieder in die Forschung einflossen.

Der 65 Hektar große Rombergpark hat als botanischer Garten durch die von dem Dendrologen Gerd Krüssmann zusammengetragene, flächenmäßig größte Sammlung an gärtnerischen Ziergehölzen seinen herrausragenden Ruf in Europa begründet und zugleich das internationale Renommée des Parks geschaffen.

Weitere Informationen:

Wegeplan des Botanischen Garten Rombergpark – Karte vom Park

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