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Der Dortmunder Bildungskreis Handwerk bietet Hilfsprojekte für jugendliche Auszubildende mit Migrationshintergrund an

Geschäftsführer Volker Walters (l) und Berater Ingo Rupert vom Bildungskreis Handwerk e.V. Foto: Bildungskreis Handwerk e.V.

Geschäftsführer Volker Walters (l) und Berater Ingo Raupert vom Bildungskreis Handwerk e.V. Foto: Bildungskreis Handwerk e.V.

Der aktuelle, vom Bundeskabinett verfasste Berufsbildungsbericht zeigt: Jugendliche mit Migrationshintergrund sind stark benachteiligt. Die Ausbildungquote ist bei ihnen nur halb so hoch wie bei deutschen Jugendlichen. Deshalb möchte der Dortmunder Bildungskreis Handwerk e.V. verstärkt auf sein Ausbildungs- und Unterstützungsangebot aufmerksam machen.

Angesichts des bundesweiten Fachkräftemangels besteht dringender Handlungsbedarf

Im Jahr 2016 begannen nur 27,6 Prozent der jungen Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft eine Ausbildung. Der Anteil bei den deutschen Jugendlichen war fast doppelt so hoch und lag bei 55,8 Prozent.

Im Bildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung heißt es, dass es insbesondere für junge Menschen türkischer und arabischer Herkunft, erheblich schwerer sei, einen Ausbildungsplatz zu finden. „Da kommen viele Faktoren zusammen“, erklärt Volker Walters, Geschäftsführer des Bildungskreises Handwerk e.V. „Ein fehlender Abschluss, mangelnde Deutschkenntnisse, kaum Betriebspraktika und leider oft auch die Benachteiligungen bei der Bewerbung.“

Die Folgen seien gravierend: 31,4 Prozent der 20 bis 34-jährigen MigrantInnen haben keinen Berufsabschluss. Bei türkischstämmigen Menschen sind es sogar 54,1 Prozent. Deshalb müsse nun schnell und zielgerichtet gehandelt werden.

Erster Schritt: Die Sprachbarrieren durch Deutschsprachkurse überwinden

Eine Berufsausbildung ist der Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben. Foto:

Eine Berufsausbildung ist der Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben. Foto: nordstadtblogger Archiv

„Für unsere Gesellschaft ist die berufliche Bildung das entscheidende Instrument, um junge Menschen mit Migrationshintergrund in Arbeit und Gesellschaft zu integrieren. Wir werden deshalb unsere Bemühungen verstärken, auf unser Angebot in Dortmund hinzuweisen“,so Volker Walters.

Es sei entscheidend für das Handwerk auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte zu finden. Im vergangenen Jahr hat der Bildungskreis Handwerk im Auftrag der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Dortmund zahlreiche Maßnahmen für eine bessere und unkompliziertere Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung etabliert.

Hierfür nahmen über 1500 Schüler aus Dortmund und Unna an Potenzialanalysen im Rahmen des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ teil. Die Ergebnisse haben zu zahlreichen Entwicklungen und Programmen geführt. Laut Walters hat der Bildungskreis Handwerk in Kooperation mit der Volkshochschule Dortmund im vergangenen Jahr 13 berufsbezogene Sprachkurse mit 260 Teilnehmern durchgeführt. Er erwarte in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg auf rund 25 Kurse und circa 8000 TeilnehmerInnen.

Programme „Passgenaue Besetzung“ und „Willkommenslotse“ führen Betriebe und BewerberInnen zusammen

Außerdem haben die Analysen dazu geführt zwei Programme ins Leben zu rufen, die auf das Problem zugeschnitten sind und Abhilfe schaffen sollen. Zum einen handelt es sich um das Programm „Passgenaue Besetzung“. Hierdurch werden Jugendliche mit Migrationshintergrund auf der Ausbildungsplatzsuche mit in Frage kommenden Betrieben zusammen geführt. 

An dieser Stelle greift das zweite Programm wie ein Zahnrad in das erste. Das Programm „Willkomenslotse“ konzentriert sich darauf, kleine und mittlere Unternehmen bei der richtigen Besetzung von Lehrstellen mit Asylbewerbern und Flüchtlingen zu unterstützen und hilft bei der Integration ausländischer MitbürgerInnen. Somit erweitert es die „Passgenaue Besetzung“. 

Beide Programme werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Europäischen Sozialfond gefördert. Wer als Betroffene/r oder auch einfach nur Interessierte/r mehr über die verschiedenen Programme erfahren möchte, um evtl. sogar selbst daran teilzunehmen, kann sich im Falle des Programms „Passgenaue Besetzung“ unter der E-mail- Adresse rautert@handwerk-dortmund.de an Ingo Rautert vom Bildungskreis Handwerk wenden. Oder alternativ unter der Telefonnummer: 0231/ 590 182

Im Falle des Programms „Willkommenslotse“ ist Diana Weihrauch vom Bildungskreis Handwerk für die BewerberInnen zuständig. Auch sie erreicht man unter der Telefonnummer 0231/590 182 oder per Mail: weihrauch@bildungskreis-handwerk.de

Mehr Informationen:

www.bildungskreis-handwerk.de

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