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Kompetenzfeststellungen im Handwerk: Jobcenter und Bildungskreis bieten Flüchtlingen in Dortmund Orientierung

Bildnachweis (Michael Schneider/ Jobcenter Dortmund) , v.l.: Martin Pokolm, Ausbilder Bildungskreis Handwerk e.V.; Rita Thelen, Bereichsleiterin Jobcenter Dortmund; Heike Bettermann, Geschäftsführung Jobcenter Dortmund; Volker Walters, Geschäftsführer Bildungskreis Handwerk e.V.; Karin Rolka-Thomas, Projektleiterin Außerbetriebliche Ausbildungsstätte Handwerkskammer Dortmund GmbH; Michael Eissing, stv. Geschäftsführer Bildungskreis Handwerk e.V.; Martin Rostowski, Projektleiter Bildungskreis Handwerk e.V.; zwei Teilnehmer der Maßnahme.

Bildungskreis und Jobcenter haben mit 255 Flüchtlingen Kompetenzfeststellungen gemacht. Foto: M. Schneider/ JCDO

Rund 4.000 Flüchtlinge, überwiegend aus Syrien, betreut das Jobcenter Dortmund gegenwärtig. Wie kann es gelingen, diese Menschen mit den unterschiedlichsten Bildungs- und Berufshintergründen auf den deutschen Arbeitsmarkt vorzubereiten? Die Grundstruktur des Jobcenters sieht zunächst eine sprachliche, dann eine berufliche Qualifikation vor. Wenn diese Basis geschaffen ist, folgen konkrete Vermittlungsbemühungen.

Duale Berufsausbildung ist in vielen Ländern völlig unbekannt

Die Berufsausbildung weicht beispielsweise in Syrien erheblich von der in Deutschland ab. Dort üben meist ungelernte Kräfte handwerkliche Tätigkeiten aus.„Die duale Ausbildung und der Stellenwert des Handwerks sind ein kleiner Kulturschock für die Teilnehmer. Das kennen Sie aus ihrer Heimat so nicht. Aber die Vielfalt und die Perspektiven im Handwerk begeistern sie“,  gerichtet der Geschäftsführer des Bildungskreises Handwerk e.V., Volker Walters.

Der Bildungskreis Handwerk e.V. ist eine hundertprozentige Tochter der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen. Seit August haben 255 Menschen, darunter auch sieben Frauen, an der sogenannten praktischen Kompetenzfeststellungsmaßnahme beim Bildungskreis teilgenommen.

Sie wurde gemeinsam konzipiert und durch das Jobcenter finanziert. Die Zielgruppe sind Personen mit einem Alter bis zu 35 Jahren, die sich vom Maler bis hin zum Friseur in verschiedensten Handwerksberufen selbst erproben können. Zusätzlicher Bestandteil ist beine sozialpädagogische Betreuung.

Programm leistet eine Hilfestellung, in Deutschland auch beruflich richtig anzukommen

„Diese Maßnahme bietet den Teilnehmenden nicht nur Berufsorientierung, sie wirkt sinnstiftend, stabilisierend und hilft den Menschen in der neuen Lebensrealität in Deutschland wirklich anzukommen. Obendrein machen sie sprachlich erhebliche Fortschritte“, betont Heike Bettermann von der Geschäftsführung des Jobcenters Dortmund.

Sollte es doch einmal zu sprachlichen Verständigungsproblemen kommen, stehen Dolmetscher zur Verfügung. Vorerst läuft das Projekt zum 9.12.2016 aus. Für eine Vielzahl der Teilnehmenden steht fest, dass Sie bald eine Ausbildung im Handwerk beginnen wollen. Aufgrund des großen Erfolgs soll die Maßnahme im kommenden Jahr erneut ermöglicht werden.

„Wir freuen uns, dass wir über die Maßnahme viele Potentiale für das Handwerk gewinnen konnten. In einigen Gewerken fehlen uns Fachkräfte. Dabei bestehen gute Beschäftigungs- und Verdienstmöglichkeiten. Hier haben die Flüchtlinge beste berufliche Chancen. Ich denke, dass wir ihnen so einen vielversprechenden Weg aufzeigen können“, erklärt Heike Bettermann abschließend

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