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Coronahilfe für Roma in Bulgarien: Aktion „Helft Stolipinovo“ wurde von Grünbau in der Nordstadt gestartet

Die ersten Hilfsgüter wurden bereits vor Ostern in Stolipinovo verteilt. Fotos: Grünbau

Die ersten Hilfsgüter wurden bereits vor Ostern in Stolipinovo verteilt. Fotos: Grünbau

Viele neue Mitbürger*innen sind in den letzten Jahren aus der Europäischen Union nach Dortmund gekommen, um zu arbeiten und sich ein neues Zuhause mit besseren Perspektiven aufzubauen. Viele von Ihnen kommen aus der bulgarischen Stadt Plovdiv und viele von Ihnen aus dem Stadtteil Stolipinovo. Die Corona-Pandemie bedroht nun besonders auch die Existenz der Bewohner*innen dieses Stadtteils. Es drohen Hunger und Auseinandersetzungen mit anderen bugarischen Mitbürger*innen.

GrünBau startete eine Crowdfunding-Kampagne zur Unterstützung von Roma in Bulgarien

Nicht nur in Deutschland steht das öffentliche Leben still. Auch bei unseren europäischen Nachbarn zeigen sich die katastrophalen Ausmaße der Coronakrise. Die GrüBau gGmbH geht nun einen ungewöhnlichen Weg, um dort konkret zu helfen: Sie startete eine Crowdfunding-Kampagne für die Bewohner*innen von Stolipinovo in Bulgarien.

Auf der Internetseite gofundme können Privatpersonen und Institutionen spenden – um die Menschen vor Ort mit dem Allernötigsten zu versorgen. ___STEADY_PAYWALL___

„In den letzten Wochen erreichten uns Hilferufe aus Stolipinovo“ erläutert GrünBau-Geschäftsführer Andreas Koch. Stolipinovo, ein Stadtteil von Plovdiv, ist die größte Roma-Siedlung auf der Balkanhalbinsel und eines der größten Armenviertel Europas.

Die Kampagne wird gemeinsam mit dem Roma-Jugend-Club Stolipinovo durchgeführt, einer selbstverwalteten Nichtregierungsorganisation aus dem Viertel. Die Spenden werden von der GrünBau gGmbH gesammelt und durch den Roma-Jugend-Club in Abstimmung mit muslimischen und christlichen Gemeinden an Bedürftige weitergegeben. Über die sozialen Medien kann jede*r die Kampagne verfolgen. Das erste Spendenziel gibt Koch mit 3000 Euro an.

„Wir wollen erst einmal pragmatisch helfen – und andere dazu animieren, es uns gleich zu tun“ ist Koch überzeugt, das erste Ziel zu erreichen. Die ersten 1000 Euro aus der Spendenkampagne sind bereits vor Ostern in Stolipinovo eingetroffen und wurden in Form von Grundnahrungsmitteln in der Bevölkerung verteilt.

Die Lebensumstände der Roma waren bereits vor der Coronakrise katastrophal

„Bereits vor der Krise waren die Lebensumstände für die Menschen vor Ort katastrophal. Gerade dort braucht es jetzt unsere Unterstützung“, weiß Stefan Blank, bei GrünBau-Koordinator für internationale Projekte und in den letzten Jahren mehrfach vor Ort.

Er hat das partizipative Kunstprojekt „Radio Plovmund“ organisiert, in dem Jugendliche aus Dortmund und Plovdiv die neue Stadt Plovmund gründeten. Als ihn nun der Hilferuf des Kooperationspartners aus Bulgarien ereilte, war schnell klar, man müsse schnell und unkompliziert helfen.

„Es fehlt oft am nötigsten – von Nahrungsmitteln bis Desinfektionsmittel. Corona trifft gerade die Armen besonders hart, weil sie oftmals über keine Rücklagen verfügen und von der Hand in den Mund leben“, erläutert er.

Gemeinsam mit dem Roma-Jugend-Club könne man sicherstellen, dass die Spenden direkt vor Ort ankämen. „Mit der ersten Hilfslieferung konnten wir über 100 Familien sehr konkret unterstützen.“ Jetzt setzen Blank und Koch darauf, dass möglichst viele Menschen ihrem Spendenaufruf folgen.

Mehr Informationen:

Spenden unter:
https://www.gofundme.com/f/rettet-die-stadt-plovmund
oder direkt an:
GrünBau gGmbH
Bei der Sparkasse Dortmund:
IBAN: DE54 4405 0199 0201 0107 99
BIC: DORTDE33XXX
Stichwort: Stolipinovo

Facebookseite: https://www.facebook.com/helpstolipinovo/
Instagram: @helpstolipinovo

 

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