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„Black Lives Matter“ Kundgebung am Samstag – Montag transatlantischer Dialog „United against Racism“

5000 Menschen zeigten auf dem Hansaplatz ihre Solidarität. Dies machte einen Mindestabstand zwar schwierig, aber die Maskenpflicht wurde eingehalten. Foto: Mariana Bittermann

5.000 Menschen zeigten im Juni auf dem Hansaplatz ihre Solidarität. Dies machte die Wahrung des Mindestabstands zwar schwierig, aber die Maskenpflicht wurde eingehalten. Fotos: Mariana Bittermann

Eine zweite Kundgebung – eine „Silent Demo“ gegen Rassismus – wird am Samstag (4. Juli 2020) von 16.30 bis 18.30 Uhr auf dem Hansaplatz in Dortmund stattfinden. Es ist der zweite Versuch einer Nachfolgeveranstaltung, da am vergangenen Wochenende die Aktion wegen einer Unwetterwarnung abgesagt wurde. Beim ersten Protest unter dem Motto „Black Lives Matter“ hatten im Juni 5.000 Menschen teilgenommen. Wegen des erwarteten Andrangs und zum Schutz vor einer möglichen Verbreitung des Coronavirus sollen allen Teilnehmenden wieder Mund-Nase-Schutzmasken tragen und auch nach Möglichkeit die Corona-Warn-App installieren. Die Anmelder*innen rechnen mit 2.000 Teilnehmenden.

„United against Racism“ – am Montag gibt es einen transatlantischen Dialog

Das Thema Rassismus steht auch im Mittelpunkt einer transatlantischen Online-Veranstaltung mit Expert*innen und Aktivist*innen, die am Montag, 6. Juli 2020, 18 Uhr deutscher Zeit und 12 Uhr Ortszeit in Dortmunds Partnerstadt Buffalo stattfindet.  Dazu laden die Auslandsgesellschaft.de e.V. und das Afrika Haus Dortmund ein. 

1: 8 Minuten und 46 Sekunden lang knieten die Demonstrant*innen in Gedenken an George Floyd. 2:

Klare Botschaften haben die Teilnehmenden.

Der Tod von George Floyd in Minneapolis hat auch in Europa die Gemüter bewegt. Zehntausende demonstrierten in vielen deutschen Städten gegen Rassismus und brutale Polizeigewalt, nicht nur in den USA. Denn Rassismus ist nach Ansicht vieler Menschen eine internationale Seuche.

Ein entsetzliches Alleinstellungsmerkmal hat sich Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus erworben mit der institutionalisierten systematischen Ermordung von Millionen jüdischen Menschen und der Propagierung einer vermeintlichen „arischen Überlegenheit“. 

In den USA ist George Floyd nur ein aktuelles schreckliches Beispiel einer rassistischen Stimmung und der strukturellen Diskriminierung seit der Sklavenzeit. 98,5 Prozent aller Amerikaner*innen sind Migräne*innen aus aller Welt und dennoch fühlen sich manche wegen ihrer Hautfarbe „überlegen“.

In Deutschland hat ebenfalls mittlerweile jede/r fünfte Einwohner*in eine Einwanderungsgeschichte. Und dennoch erleben wir diesseits und jenseits des Atlantiks ständig wieder Alltagsrassismus, Diskriminierung und auch Gewalt staatlicher Institutionen, bis hin zu ungeklärten „Todesfällen“ im Polizeigewahrsam.

Expert*innen und Aktivist*innen aus Dortmund und Buffalo diskutieren

Rassismus ist also ein internationales Problem. Zwischen den Partnerstädten Buffalo (NY) und Dortmund (NRW) suchen Auslandsgesellschaft und Afrika-Haus im Dialog Antworten auf folgende (und andere) Fragen:

  • Wie und in welchem Ausmaß erleben wir Rassismus?
  • Was sind die Ursachen dafür? Psychologische, historische, soziale, institutionelle?
  • Wie können und – vor allem – müssen wir Rassismus bekämpfen? Wie können wir schon den Anfängen entgegentreten? Welche Ideen haben wir und können sie untereinander austauschen?
Kevin Matuke (re.) und weitere Mitorganisatoren aus der afrikanischen Community in Dortmund und von Silent Protest.

Demoanmelder Ndeme Kevin Matuke (vorne rechts) ist auch am Montag bei der transatlantischen Videokonferenz dabei.

Dazu schlagen sie eine Video-Brücke zwischen den USA und Deutschland und sprechen mit Expert*innen und Aktivisten diesseits und jenseits des großen Teichs. Mit Dan Scanlon (Graduate at State College Buffalo/USA) und Gerald Baars (former Bureau Chief of ARD German TV New York, jetzt Chairman of German-American Society Dortmund) sprechen:  

  • Dr. Katherine Conway-Turner, President, Buffalo State College
  • Dr. Crystal Rodriguez, Chief of Staff/Chief Diversity Officer, Buffalo State College
  • Byron William Brown II, Bürgermeister von Buffalo
  • Brenda Brown, Mitglied des Buffalo-Dortmund Sister City Committees
  • Students of the Buffalo State College
  • Kevin Ndeme Matuke, Landesvorsitzender „The African Network of Germany (TANG), NRW und Mitglied des Integrationsrates im Rat der Stadt Dortmund
  • Dr. Rosalyn Dressman, Executive Director African Tide Union e.V., Afrika Haus Dortmund
  • Olaf Sundermeyer, RBB, Journalist, Schwerpunkt: Extremismus
  • Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft.de e.V.

Wer ebenfalls daran teilnehmen möchte, kann sich per Mail anmelden. Die Teilnahme funktioniert per Zoom, alle Angemeldeten erhalten den Zugangscode zum Dialog in englischer Sprache. Anmeldung per Mail an plum@auslandsgesellschaft.de oder scanlodj01@mail.buffalostate.edu

 

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