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Ausstellung „Zu Fuß“ im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte zeigt Geschichten hinter einer Flucht

In dem Projekt haben sich Kinder- und Jugendliche aus Flüchtlingseinrichtungen, Schulen und Jugendverbänden mit dem Thema „Flucht“ künstlerisch auseinandergesetzt.

In dem Projekt haben sich Kinder- und Jugendliche mit dem Thema „Flucht“ künstlerisch auseinandergesetzt.

Von Leonie Krzistetzko

„Wir wollen eine Welt, in der jeder anders aber keiner besser ist“ steht in großen Lettern auf einem Leintuch geschrieben. Das Tuch ist an einer Skulptur befestigt, die die Welt darstellt. Entstanden ist das Werk bei der Arbeit an dem Kunstprojekt „Zu Fuß“.

Kunst als Sprachrohr für Kinder und Jugendliche – Ausstellung lässt Fiktion und Realität verschwimmen

Marianthi beschäftigte sich in ihrem Projekt mit der Flucht zwei Homosexueller.

Marianthi beschäftigte sich in ihrem Projekt mit der Flucht zwei Homosexueller. Fotos: Leonie Krzistetzko

In dem Projekt haben sich Kinder- und Jugendliche aus Flüchtlingseinrichtungen, Schulen und Jugendverbänden mit dem Thema „Flucht“ künstlerisch auseinandergesetzt. Hierbei wurden sie von der Künstlerin Astrid Halfmann begleitet und unterstützt.

Die Ausstellung zu dem Projekt wurde jetzt im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte eröffnet. Dort wird sie noch bis zum 15. Januar zu sehen sein.  „Das Projekt war besonders wichtig, um die Fähigkeiten der Kinder- und Jugendlichen zu fördern und ihre Ideen Flügel kriegen zu lassen“, sagte Astrid Halfmann.

„Mir ist aufgefallen, dass viele Kinder nicht richtig schneiden oder Dinge aufkleben konnten. Das sind Fähigkeiten, die auf der Flucht verloren gehen“, ergänzte die Künstlerin. Auch sei die Kunst als Sprachrohr unerlässlich für einen Umgang mit der Thematik. „Viele Kinder werden oft überhaupt nicht nach ihren Gefühlen und ihrer Meinung gefragt“, so Halfmann.

Schülerinnen und Schüler zeigen ihre Interpretationen des Themas „Flucht“

In dem Projekt haben sich Kinder- und Jugendliche mit dem Thema „Flucht“ künstlerisch auseinandergesetzt.

I Projekt haben sich Kinder- und Jugendliche mit dem Thema „Flucht“ künstlerisch auseinandergesetzt.

„Die Schülerinnen und Schüler sollten darüber nachdenken, welche Emotionen sie zum Thema ,Flucht‘ empfinden“, so Daniela Leliwa, Kunstlehrerin der Gertrud-Bäumer-Realschule. Das stärkste Gefühl sollten sie in der Gestaltung eines Schuhs ausdrücken, der repräsentativ für die Flucht steht.

Dem Schuh als Symbol sollte eine Geschichte, ein Gesicht gegeben werden. Bei den Geschichten hinter den Objekten ist es unklar, ob sie fiktiv sind oder aus eigenen Erfahrungen resultieren.

„Zunächst hatte ich sehr viele Ideen zwischen denen ich mich nicht richtig entscheiden konnte“, sagte Marianthi, Schülerin der Gertrud-Bäumer-Realschule.

Die 14-Jährige hat sich bei dem Entwurf ihres Schuhs mit dem Thema der Homosexualität beschäftigt. „Ich wollte nicht wie die anderen ausschließlich etwas zum Thema Krieg machen, deshalb habe ich mich für eine Liebesgeschichte entschieden“, ergänzte die Schülerin.

Kunstprojekt „Zu Fuß“ von den Dortmunder Falken initiiert 

Auch der Kunstkurs der Gertrud-Bäumer-Realschule hat an dem Projekt teilgenommen.

Auch der Kunstkurs der Gertrud-Bäumer-Realschule hat an dem Projekt teilgenommen.

Das Projekt wurde von den Dortmunder Falken durchgeführt. Der Kinder- und Jugendverband setzt sich für Gleichberechtigung und gegen Rassismus ein.

„An unserem Kunstprojekt haben in etwa 100 Kinder- und Jugendliche teilgenommen“, so Barbara Muche von den Dortmunder Falken. Einige davon seien selbst geflüchtet. Die Arbeit an dem Projekt fing nach den Sommerferien an.

Mittmachaktion am 10.Dezember

Die Ausstellung beinhaltet eine Mitmachaktion am 10.Dezember. Hier können Interessierte Fußabdrücke mit Aussagen zum Thema „Mein Weg ist…“ verzieren.

Die Aktion wird im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte durchgeführt. Gefördert wurde das Projekt vom Kulturrucksack NRW.

Ein Anschlussprojekt im nächsten Jahr ist in Planung.

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