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Die HMKV-Ausstellung „Faţadă/Fassade“ zeigt Baukunst als Gegenentwurf zur stigmatisierten Position der Roma

Auch die Flure auf der Etage des HMKV wurden farblich neu gestaltet. Fotos: Alex Völkel

Auch die Flure auf der Etage des HMKV im Dortmunder U wurden farblich neu gestaltet. Fotos: Alex Völkel

Von Aimie Rudat

Die Nordstadt hat mit vielen Stigmatisierungen zu kämpfen. Die Bewohner*innen-Gruppe, die die meisten Vorurteile und rassistischen Anfeindungen erleben muss, sind Rom*nja. Dass die Zugewanderten aus Roma-Gemeinschaften in Südosteuropa aber auch einen reichen Schatz an Kulturen und Traditionen nach Dortmund mitbringen, wird oft verkannt – wenngleich es interessante Projekte wie das Fassaden-Projekt in der Schleswiger Straße 31 gibt. „Wir holen das Projekt in den kulturellen Leuchtturm der Stadt Dortmund – und machen es einer größeren und anderen Öffentlichkeit zugänglich“, freut sich Inke Arns, Direktorin des HardwareMedienKunstVereins (HMKV) im Dortmunder U.

Ausstellung zur Roma-Baukultur kann jetzt im Dortmunder U besichtigt werden

Die Künstler Mathias Jud (Foto) und Christoph Wachter haben mit Menschen aus der Roma-Community am Nordmarkt gearbeitet.

Die Künstler Mathias Jud (Foto) und Christoph Wachter haben mitMenschen der Roma-Community gearbeitet.

Ab dem 24. Oktober 2020 zeigt der HMKV auf Ebene 3 im Dortmunder U die Ausstellung „Faţadă/Fassade“. Sie bildet den Abschluss des siebten Roma-Kulturfestivals „Djelem Djelem“ in Dortmund. ___STEADY_PAYWALL___

Ab dem 24. Oktober 2020 zeigt der HMKV auf Ebene 3 im Dortmunder U die Ausstellung „Faţadă/Fassade“. Sie bildet den Abschluss des siebten Roma-Kulturfestivals „Djelem Djelem“ in Dortmund.

Doch die für den HMKV ungewöhnliche Ausstellung – die Vernissage musste Corona-bedingt ausfallen – bildet gleichzeitig den Auftakt für ein eigenes Veranstaltungsprogramm im Dortmunder U, welches beim HMKV bis zum 21. März 2021 laufen soll.

Die Ausstellung baut auf dem gleichnamigen kollaborativen Kunstprojekt der Werkstatt Mallinckrodtstraße auf, das von Akteur*innen aus der Dortmunder Roma-Community zusammen mit den Künstlern Christoph Wachter und Mathias Jud entwickelt wurde.

Das Ziel: Eine gemeinsame Erkundung des Stadtraums nach Möglichkeiten einer positiven und selbstbestimmten Repräsentation der Roma-Community.

Die Roma-Community gehört in der Geschichte und Gegenwart zu der am meisten von Rassismus und Marginalisierung betroffenen gesellschaftlichen Gruppen in Europa. Auch in Dortmund leben viele Roma-Familien unter teils problematischen Bedingungen.

Interkultur Ruhr hat eine Fassaden-Werkstatt am Nordmarkt möglich gemacht

Diese Fassade an der Schleswiger Straße 31 wurde künstlerisch gestaltet.

Diese Fassade an der Schleswiger Straße 31 wurde im vergangenen Jahr künstlerisch gestaltet.

An diese komplexe lokale, regionale und europäische Situation schließt das Projekt „Faţadă/Fassade“ an. Hierbei handelt es sich um nichts weniger als die Frage, ob ein Wohnhaus in der Dortmunder Nordstadt so gestaltet werden kann, dass es den Roma-Architekturen in Rumänien ähnelt.

Auf Einladung von Interkultur Ruhr haben die Künstler Mathias Jud und Christoph Wachter 2017 gemeinsam mit Akteur*innen aus der Nachbarschaft des Nordmarkts eine Werkstatt in der Mallinckrodtstraße eröffnet, in der in den letzten zwei Jahren viele von der Roma-Baukultur inspirierte Hausmodelle entstanden sind. Einer dieser Entwürfe wurde 2019 in die Realität umgesetzt. Auf der Schleswiger Straße 31 schmücken ornamentale Farbmuster die Fassade.

Vor diesem Hintergrund hat der HMKV beschlossen, das Projekt als Ausstellung ins Dortmunder U zu holen. Zu sehen ist unter anderem auch die Neugestaltung des Eingangsbereichs des HMKV, realisiert von Mitgliedern der Werkstatt Mallinckrodtstraße. „Das werden die neuen Selfie-Backgrounds der nächsten Monate“, witzelt die Direktorin des HMKV Inke Arns.

Roma-Architektur: Tradition und Impuls der Mehrheitskultur

Das Projekt „Faţadă/Fassade“ richtet seinen Fokus auf eine besondere Form der Architektur, die in den letzten 30 Jahren unter anderem in Rumänien entstanden ist. Inspiriert sind die Hausmodelle von den fantastischen Bauformen, die Roma-Familien seit vielen Jahren in Dörfern und Straßenzügen Rumäniens realisieren.

Die Modelle zeichnen sich durch expressive Fassaden sowie Innenräume aus, die mit ornamentalen Farbmustern bedeckt sind. Von Kuppeln über Burgzinnen bis hin zu silbrig schimmernden Zwiebeldächern, alles ist erlaubt.

Hier vermischen sich eine große Vielzahl an medialen wie auch lokalen rumänischen Einflüssen. So finden sich nicht nur Elemente von Neoklassizismus und amerikanischem Kolonialstil wieder, sondern auch die der barocken Kirchenarchitektur der Region, z.B. in den hohen, teils pagodenartigen Dächern.

Die Häuser dienen der Repräsentation sowie dem Ausdruck der Selbstermächtigung

Das Ziel ist, die Betrachter zu beeindrucken und in Erstaunen zu versetzen. Alles was man sieht, besteht nur aus Dekor. Häufig ist nur ein Raum der Roma-Paläste bewohnt.

Denn die Häuser dienen ausschließlich der Repräsentation sowie dem Ausdruck der Selbstermächtigung, indem sie sich rassistischen Zuschreibungen und weit verbreiteten Vorurteilen entziehen.

Neben den unterschiedlichsten Formen aus der globalen Architekturgeschichte sind auch Statussymbole oder Luxusnamen häufig und gerne verwendete Elemente. Attribute, die die Roma-Familien sich selber aneignen oder erreichen möchten. Sie dienen zur Selbstaufwertung und gleichzeitig sind es Symbole einer sichtbaren Forderung nach Anerkennung in der Gesellschaft, erklärt der Künstler Mathias Jud.

Der Gedanke einer gerechten Gesellschaft wird weiter verfolgt

Im hinteren Teil des Ausstellungsraums wurde eigens für die Fassaden-Ausstellung ein Lesesaal errichtet.

Voraussichtlich bleibt die Ausstellung nicht die letzte dieser Sorte. Die Werkstatt in der Mallinckrodtstraße soll mindestens noch bis zum Frühjahr 2020 weiterbestehen. Danach werden die Räumlichkeiten zu einer Kita umfunktioniert, aber die Stadt Dortmund sucht bereits nach einer neuen Unterkunft und Trägerschaft für das Projekt.

Vielleicht kann das Künstler-Team samt seiner Modelle nun in einem geräumigeren Quartier einziehen, denn 200 qm sind eindeutig zu klein für eine Werkstatt, die teils raumhohe Modelle beherbergt. „Eine alte Schule wäre perfekt“, teilt Fabian Saavedra-Lara halb ernst, halb scherzhaft mit. Das Projekt „Fassade“ soll auf jeden Fall weitergehen.

Der Plan ist eine Wanderung der Modelle durch die ganze Region. Die Miniatur-Häuser sollen nicht nur in Kunsträumen hier vor Ort möglichst viele Menschen auf die Ausgrenzung und Marginalisierung der Roma-Familien aufmerksam machen, sondern weitverbreitet ausgestellt werden, um ein noch größeres Publikum anzusprechen. Dabei ist der Ausstellungsort nebensächlich. Ob auf dem Rathausplatz einer beliebigen Stadt oder in einem Museum, das Ziel ist, das Interesse anderer Regionen zu wecken.

(Falls sich das Video nicht darstellt, bitte das Browserfenster neu laden!)

 

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4 Gedanken über “Die HMKV-Ausstellung „Faţadă/Fassade“ zeigt Baukunst als Gegenentwurf zur stigmatisierten Position der Roma

  1. Neue HMKV-Ausstellung Faţadă/Fassade erfolgreich eröffnet - Familiensonntag am 01. November entfällt - Der HMKV ist ab Montag, 02. November 2020, vorübergehend geschlossen (PM)

    Neue HMKV-Ausstellung Faţadă/Fassade erfolgreich eröffnet – Familiensonntag am 01. November entfällt – Der HMKV ist ab Montag, 02. November 2020, vorübergehend geschlossen

    Die neue Ausstellung Faţadă/Fassade, die seit dem 24. Oktober 2020 im HMKV zu sehen ist, erfreute sich bereits am Eröffnungswochenende regen Interesses. Unter Einhaltung aller geltenden Corona-Maßnahmen haben bereits zahlreiche Besucher die rund 17 von der Roma-Baukultur inspirierten Hausmodelle besichtigen und sich im Lesebereich über den Kontext und die Geschichte der anhaltenden Diskriminierung von Rom*nja informieren können.

    Trotz des abgesagten Eröffnungstages zeigt sich HMKV-Direktorin Dr. Inke Arns erfreut über die Resonanz: „Ich bin sehr zufrieden und glücklich, dass es wir dieses erfolgreiche Projekt aus der Dortmunder Nordstadt hier im kulturellen Leuchtturm der Stadt, dem Dortmunder U, präsentieren können. Die Roma-Baukultur hat es verdient, dass viel mehr Menschen von ihr erfahren.“ Fabian Saavedra-Lara, kuratorischer Co-Leiter von Interkultur Ruhr, denkt bereits über die Ausstellung hinaus: „Wir würden uns freuen, die Hausmodelle nach der Ausstellung beim HMKV an weiteren Orten in der Stadt und der Region zeigen zu können, und möchten die Arbeit der Werkstatt Mallinckrodtstraße auch 2021 weiter unterstützen. Gemeinsam mit der Stadt Dortmund wird auch nach einer längerfristigen Perspektive für den Ort gesucht. Das Projekt könnte sich regionalisieren und auch in anderen Städten des Ruhrgebiets aktiv werden.“

    Auch das Team der Werkstatt Mallinckrodtstraße freut sich über die positiven Reaktionen aus der Dortmunder Roma-Community: „Die Leute kommen zu uns und sagen, sie sind stolz auf uns!“ berichtet Werkstattleiter Cernat Siminoc (Roger).

    Der aktuellen Situation geschuldet folgt auf den erfolgreichen Auftakt eine temporäre Schließung: Aufgrund der aktuell verschärften Corona-Maßnahmen kann am kommenden Sonntag, den 01. November 2020 der geplante Familiensonntag im Dortmunder U nicht stattfinden. Die Ausstellung bleibt noch bis einschließlich Sonntag, den 1. November 2020 18 Uhr im Dortmunder U für die Öffentlichkeit zugänglich. Ab Montag, 2. November 2020 wird das gesamte Dortmunder U, einschließlich des HMKV, vorübergehend schließen. Damit folgt der HMKV den aktuellen Verordnungen des Bundes zur Pandemiebekämpfung. Das gesamte Team des HMKV hofft, bald wieder in die Ausstellung Faţadă/Fassade einladen zu können, die bis zum 21. März 2021 läuft.

    Im November online zu sehen auf der Webseite des HMKV:
    Das HMKV Video des Monats kommt im November von Abner Preis: Der amerikanisch-israelische Künstler, der auch schon in der HMKV-Ausstellung Böse Clowns mit einer großen Neuproduktion vertreten war, zeigt mit The Mask Maker and the Tree (2017, 12:20 Min.) eine Arbeit über einen Maskenmacher und einen magischen Baum.

  2. Faţadă Podcast: Wie Architektur mit Rassismus und Klassismus zusammenhängt (PM)

    Faţadă Podcast: Wie Architektur mit Rassismus und Klassismus zusammenhängt

    Während die Lichter in unserer Ausstellung weiterhin dunkel bleiben und wir hoffen, die Türen bald wieder für Besucher*innen öffnen zu können, reflektieren wir – der dunklen Jahreszeit entsprechend – dieses sehr besondere Projekt Faţadă/Fassade, mit dem der HMKV erstmals eine Ausstellung gemeinsam mit Mitgliedern der Roma-Community aus der Dortmunder Nordstadt realisiert hat.

    Die Nordstadt steht wie kein anderer Stadtteil Dortmunds für die kulturelle Vielfalt in Dortmund. Gleichzeitig wird die Nordstadt weit über die Grenzen Dortmunds problematisiert und ihre Bewohner*innen kriminalisiert. In vier Podcast-Folgen, produziert in Zusammenarbeit mit der Autorin Olga Felker, beleuchten wir den Entstehungshintergrund des Projekts Faţadă/Fassade und erläutern die sozialen und politischen Kontexte sowie die Bedeutung des Projekts für die Stadt.

    In der zweiten Folge „Sei mein Gast“ spricht Olga Felker mit Dr. Inke Arns, der Direktorin des HMKV, und Fabian Saavedra-Lara dem Co-Leiter von Interkultur Ruhr. Hierbei wird der Weg der Ausstellung Faţadă/Fassade reflektiert, über Gastfreundschaft philosophiert und überlegt, was daraus für die Zukunft der kuratorischen Praxis mitgenommen werden kann.

    In der heute veröffentlichten dritten Folge „Mehr ist mehr – Über Architektur, Rassismus und Klassismus“ spricht Olga Felker mit den beiden Künstlern Christoph Wachter und Mathias Jud. In dem Gespräch wird der Weg der beiden ins Ruhrgebiet nachgezeichnet, die Wahrnehmung der Rom*nja in der Gesellschaft erläutert und beschrieben, wie sich die Roma-Baukultur entwickelt hat.

    Wir wünschen viel Spaß beim Hören, auf unserer Webseite, bei Spotify oder Soundcloud!

  3. Die Ausstellung Faţadă/Fassade im HMKV wird bis 11. April 2021 verlängert (PM)

    Die Ausstellung Faţadă/Fassade im HMKV wird bis 11. April 2021 verlängert

    Liebe Freund*innen des HMKV,

    es gibt gute Gründe, sich auf 2021 zu freuen. Einer davon ist: Wir verlängern die Ausstellung Faţadă/Fassade bis zum 11. April 2021! Obwohl wir bisher noch nicht wissen, wann genau wir die Türen wieder öffnen dürfen, freuen wir uns darüber, dass Besucher*innen im kommenden Jahr drei Wochen länger Zeit haben werden, die Ausstellung zu besuchen. Denn verpassen solltet Ihr die große Ausstellung zur Roma-Baukultur auf keinen Fall.

    Wie sich Rom*nja Wohnraum zurück erobern:
    Die vierte Folge des Podcasts ist online

    Was diese Ausstellung für die Dortmunder Roma-Community bedeutet, das erfahrt Ihr in der vierten Folge unseres Podcasts: In „Nenn mich nicht so! – Über Namensgebungen, anhaltende Mythen und Sesshaftigkeit“ spricht Autorin Olga Felker mit Cernat Siminoc – dem Leiter der Werkstadt Mallinckrodtstraße – sowie Vasile Siminoc und Stefan Raul, die bereits an der Gestaltung der Fassade des Wohnhauses in der Schleswigerstraße in der Dortmunder Nordstadt beteiligt waren. In dem Gespräch erzählen die drei, wie das Projekt in der Roma-Community in der Nordstadt ankommt, wo die einzelnen Mitglieder ihre Fähigkeiten erlernt haben und was ihre ganz persönlichen Favoriten unter den Hausmodellen sind.

    Wir wünschen viel Spaß beim Hören, auf unserer Webseite, bei Spotify oder Soundcloud!

    Euer Team HMKV

  4. Ausstellung Faţadă/Fassade im Dortmunder U - HMKV lädt zum Online-Rahmenprogramm ein (PM)

    Ausstellung Faţadă/Fassade im Dortmunder U – HMKV lädt zum Online-Rahmenprogramm ein

    Die aktuelle Ausstellung Faţadă/Fassade kann zwar noch nicht wieder vor Ort besucht werden. Dennoch ermöglichen der HMKV Hartware MedienKunstVerein und Interkultur Ruhr mit verschiedenen Online-Angeboten vielfältige Einblicke und Diskussionsmöglichkeiten.

    Bereits am heutigen Freitag, 19. Februar 2021 – dem ersten Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau – startet die zweite Staffel des Podcasts Wie sich Rom*nja Wohnraum zurückerobern von und mit der Autorin Olga Felker. Nachdem in der ersten Staffel besonders die Ausstellung sowie die beteiligten Künstler*innen der Werkstatt Mallinckrodtstraße im Fokus standen, widmet sich Olga Felker in der zweiten Staffel in Gesprächen mit Mitgliedern aus der Roma Community und von Rom*nja Selbstorganisationen vertiefenden Themen, wie dem Einfluss der Rom*nja auf die Popkultur oder der Erinnerungskultur an den Holocaust (Porajmos) an Sinti*zze und Rom*nja. Die erste Folge beleuchtet – in einem Gespräch mit der rumänischen Roma-Aktivistin und Ethnologin Dr. Delia Grigore – die Geschichte der Rom*nja von früherer Versklavung bis zur heutigen Verdrängung an den Rand der Gesellschaft.

    An drei Tagen im März (17., 18. und 19. März) präsentiert der HMKV Radu Ciorniciucs preisgekrönten Film Acasă, My Home (2020) im Video-Stream. Der Film behandelt die bewegende Geschichte einer Roma-Familie zwischen Selbstbestimmtheit und Anpassung. Am zweiten Abend gibt es zudem die Möglichkeit, nach dem Film an einer Online-Diskussion zwischen dem Regisseur, Radu Ciorniciuc, der Co-Autorin, Lina Vdovîi sowie dem Produzenten des Films, Ümit Uludag, teilzunehmen.

    Ein weiterer Film – eine Premiere – ist derzeit noch in Entstehung begriffen und wird im April 2021 auf der Website des HMKV online präsentiert: Der georgische Filmemacher Zauri Matikashvili dreht im Auftrag des HMKV einen Kurzfilm, in welchem er Fragen des Wohnens und der Quartiersentwicklung u.a. in der Dortmunder Nordstadt nachgeht. Dabei beleuchtet er die unterschiedlichen Strategien der Roma-Selbstorganisationen Romano Drom, Hagen und Romano Than, Dortmund, und spricht auch mit Beteiligten des Projekts Faţadă/Fassade.

    Außerdem lädt der HMKV ab dem 21. Februar, wieder zur gewohnten Zeit, jeden Sonntag um 16:00 Uhr zu einer Führung durch die Ausstellung ein – als Instagram-Livestream, der sich bequem von zuhause aus verfolgen lässt.

    ***
    Das Rahmenprogramm im Überblick:

    Faţadă – Wie sich Rom*nja Wohnraum zurückerobern
    Podcast von Olga Felker ‘

    Zweite Staffel (19. Februar – 26. März 2021)

    19. Februar 2021
    1. Von Versklavung, zur Zwangsassimilationen, bis an den Rand der Gesellschaft
    Wie die Geschichte der Rom*nja zur Selbstleugnung führte und welche Wege herausführen
    mit Delia Grigore

    26. Februar 2021
    2. Zwischen den Generationen
    Wie haben sich das Selbstverständnis und die Kämpfe der Rom*nja über die Generationen hinweg verändert?
    mit Tomas Wald und Hassan Adzaj

    5. März 2021
    3. Von Kinderbräuten, Hexen und schlechten Müttern
    Wie kann Weiblichkeit ‚empowernd‘ gelebt werden?

    12. März 2021
    4. Von Verstummten zu Erzähler*innen
    Welchen Einfluss haben Rom*nja auf unsere Popkultur?

    19. März 2021
    5. Zwischen Unsichtbaren und Stigmatisierten
    Raum einnehmen in der Mehrheitsgesellschaft ohne Klischees

    26. März 2021
    6. Porajmos, Entschädigung und Erinnerung
    Warum gibt es in Deutschland keine Erinnerungskultur für Rom*nja und Sinti*zze?

    Film-Streaming von Acasă, My Home (2020)

    17., 18., 19. März 2021, 19:00 Uhr
    Radu Ciorniciuc, Acasă, My Home, 2020
    Film, 86:00 Min.
    Rumänisch mit englischen Untertiteln

    Online Gespräch am 18. März 2021 im Anschluss an den Film
    Sprache: Englisch, Plattform: Zoom
    Mit: Radu Ciorniciuc, Lina Vdovîi, Ümit Uludag

    Zum Film
    Zwei Jahrzehnte lebt Familie Enache im Einklang mit der Natur nur fünf Kilometer von Bukarest in einem stillgelegten Wasserreservoir. Die Hochhäuser der Großstadt in Sichtweite, folgen die neun Kinder und ihre Eltern dem Rhythmus der Natur: Sie schlafen in einer Hütte am Seeufer und fangen Fische mit ihren bloßen Händen. Als das Gebiet plötzlich zum Naturschutzreservat erklärt wird, sind die Rom*nja gezwungen, ihr unkonventionelles Leben hinter sich zu lassen und in die Stadt zu ziehen. Während die neun Kinder und ihre Eltern versuchen, sich der modernen Zivilisation anzupassen, beginnt jedes einzelne Familienmitglied seinen Platz in der Welt und seine Zukunft in Frage zu stellen.

    Acasă, My Home ist das Langfilmdebüt des Regisseurs und Investigativreporters Radu Ciorniciuc. 2020 wurde der Film beim Sundance Film Festival uraufgeführt und gewann den Preis für die beste Kameraführung. Acasă, My Home erhielt zwanzig weitere internationale Auszeichnungen und ist aktuell für den European Film Award nominiert.

    Radu Ciorniciuc
    Radu Ciorniciuc ist ein rumänischer Filmregisseur, Kameramann und Investigativreporter. Er befasst sich mit den Schwerpunkten Menschenrechte, Umwelt und Tierschutz. 2012 war er Mitbegründer von Casa Jurnalistului, der ersten unabhängigen Medienorganisation in Rumänien.

    Lina Vdovîi
    Lina Vdovîi ist eine aus Moldawien stammende und in Rumänien lebende preisgekrönte unabhängige Reporterin. Sie ist Co-Autorin von Acasă, My Home.

    Ümit Uludag
    Ümit Uludag ist Co-Produzent von Acasă, My Home. Seit 2017 leitet Uludag das Stuttgarter Büro der Produktionsfirma CORSO Film.

    Kurzfilm von Zauri Matikashvili

    Anfang April 2021 (der genaue Termin wird zeitnah bekanntgegeben)

    Der in Münster lebende georgische Künstler Zauri Matikashvili dreht im Auftrag des HMKV in der Dortmunder Nordstadt: Es entsteht ein Kurzfilm, in welchem er Fragen des Wohnens und der Quartiersentwicklung nachgeht und die unterschiedlichen Strategien der Roma-Selbstorganisationen Romano Drom, Hagen und Romano Than, Dortmund, beleuchtet.

    In seinen Filmen und Performances fragt Matikashvili danach, was Identität und Migration bedeuten und wie Gesellschaften im Detail funktionieren – oder auch nicht.
    Der Kurzfilm wird Anfang April 2021 online über die Website des HMKV präsentiert.

    Zauri Matikashvili
    Geboren und aufgewachsen im georgischen Kvareli, lebt Zauri Matikashvili seit dem 12. September 2003, 9.53 Uhr, in Deutschland. Er hat in Münster und Düsseldorf Freie Kunst studiert. Filmografie: Ahnen, Trilogie, 2019, [Teil 1] Exsternsteine (37:40), [Teil 2] Wewelsburg (13:09), [Teil 3] Hermannsdenkmal (13:31); Corona Rebellen, 2020, 48:30 Min.
    http://www.zauri.de

    Live Online-Führung durch die Ausstellung

    Jeden Sonntag vom 21. Februar bis 11. April 2021, 16:00 Uhr

    Kostenlose Live Online-Führung durch die aktuelle Ausstellung Faţadă/Fassade. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, einfach via Instagram teilnehmen.
    Link: http://www.instagram.com/hmkv_de/

    ***

    Informationen zur Ausstellung im Überblick:

    Faţadă/Fassade

    24. Oktober 2020 – 11. April 2021
    HMKV Hartware MedienKunstVerein im Dortmunder U, Ebene 3

    Aufbauend auf dem gleichnamigen kollaborativen Kunstprojekt der Werkstatt Mallinckrodtstraße zur Roma-Baukultur und der im September 2019 realisierten Neugestaltung einer Hausfassade in der Dortmunder Nordstadt richtet die Ausstellung Faţadă/Fassade den Fokus auf eine besondere Form von Architektur, die in den letzten 30 Jahren u.a. in Rumänien entstanden ist. Diese zeichnet sich durch expressive Fassaden aus, in denen sich viele verschiedene Gestaltungsformen wiederfinden. Außerdem sind die (Traum-)Häuser oft mit Kuppeln, Burgzinnen oder silbrig schimmernden Zwiebeldächern versehen. Neben zahlreichen Hausmodellen, die im Rahmen des Projektes entstanden sind und die in der Ausstellung präsentiert werden, wurde auch eine Neugestaltung des Eingangsbereichs des HMKV von Mitgliedern der Werkstatt Mallinckrodtstraße realisiert. Ein Rahmenprogramm ermöglicht Vertiefung und Diskussion der vielen unterschiedlichen Aspekte des Projekts.

    Ein Projekt von HMKV Hartware MedienKunstVerein, Interkultur Ruhr und Werkstatt Mallinckrodtstraße

    Mit Arbeiten des Teams Werkstatt Mallinckrodtstraße: Alex Ciurar, Cernat Siminoc, Christoph Wachter, Constantin Ciurar, Cristina Siminoc, Leonardo Radu, Lincan Raimond, Mathias Jud, Memo Ciurar, Stefan Raul, Vasile Siminoc u.v.a.

    Partner des Projekts: Djelem Djelem – Dortmunder Festival für Roma-Kulturen
    Gefördert durch: Stadt Dortmund, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Fonds Soziokultur, Kunststiftung NRW
    Das digitale Vermittlungs- und Diskursprogramm wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.
    Der HMKV wird gefördert durch Stadt Dortmund / Dortmunder U und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

    Interkultur Ruhr ist ein Projekt des Regionalverbands Ruhr.

    ***

    HMKV Ausstellungsmagazin 2020/2:

    Faţadă/Fassade, hrsg. v. Inke Arns (HMKV), Fabian Saavedra-Lara (Interkultur Ruhr), Dortmund: Verlag Kettler, 2020, Sprache: Deutsch, Englisch, Rumänisch, zahlreiche Abbildungen, 136 Seiten, vor Ort: 10,00 €, Bestellung: 18,00 € (inkl. Mwst. + Versandkosten) via Verlag Kettler; sowie als PDF-Download (kostenfrei) unter http://www.hmkv.de/shop.html

    ***

    Faţadă/Fassade auf den Social Media Kanälen des HMKV
    Facebook: http://www.facebook.com/hartwaremedienkunstverein
    Twitter: http://www.twitter.com/hmkv_de
    Instagram: http://www.instagram.com/hmkv_de
    Vimeo: https://vimeo.com/hmkv
    Hashtag #HMKVathome

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