Prekäre Arbeitsbedingungen bei Transport und Zustellung im Fokus

#ausgeliefert: Aktionstage auch bei Amazon

Durch die Ansiedlung von Unternehmen wie Amazon wurden viele Helferstellen geschaffen.
Ein riesiger Komplex ist auf der Westfalenhütte entstanden. Mehr als 2000 Menschen arbeiten dort. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Im Rahmen von bundesweiten Aktionstagen vom 1. bis 4. September 2021 machen die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der DGB sowie mehrere Beschäftigten-Beratungsnetzwerke unter dem Hashtag #ausgeliefert auch in NRW auf die prekären Arbeitsbedingungen von Zustellerinnen und Zustellern sowie Fahrerinnen und Fahrern bei Amazon aufmerksam. Bei den Aktionen, die bundesweit an mehr als zwei Dutzend Standorten stattfinden, werden Betroffene auch beraten und in verschiedenen Sprachen über ihre Rechte aufgeklärt. An den Aktionstagen beteiligen sich die Beratungsnetzwerke „Faire Mobilität“, „Faire Integration“ sowie „Arbeit und Leben“.

Amazon ist als weltgrößter Online-Händler einer der Profiteure von Corona

Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

„Nicht erst seit der Pandemie boomt der Online-Handel. Amazon ist als weltgrößter Online-Händler einer der Profiteure und konnte den Gewinn verdreifachen – auf dem Rücken der Beschäftigten, die die Pakete ans Ziel bringen. Das System stützt sich an vielen Stellen auf Subunternehmen oder Leiharbeitsfirmen, in Teilen sind die Kolleginnen und Kollegen auch als Soloselbstständige im Einsatz. Selten sind sie direkt bei Amazon angestellt. Die Arbeitsbedingungen sind prekär und der enorme Zeitdruck belastet zusätzlich“, betont Uwe Speckenwirth, Fachbereichsleiter Speditionen und Logistik NRW.

„Wir fordern deshalb Amazon auf, die Beschäftigten, die unter dem Einsatz ihrer Gesundheit dafür sorgen, dass Pakete fast rund um die Uhr bewegt werden, direkt bei sich anzustellen. Außerdem sind die Sozialversicherungsträger gefordert, mögliche Scheinselbstständigkeiten zu beenden, indem Statusfeststellungsverfahren bei allen Amazon-Flex-Fahrern eingeleitet werden“, so der Gewerkschafter weiter.

Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

„Nicht zuletzt ist auch die Politik gefragt, in der gesamten Branche die Kontrollen auszuweiten und so Verstöße gegen geltendes Recht, wie das Mindestlohngesetzt, konsequent zu verfolgen“, so Speckenwirth.

Darüber hinaus fordern ver.di und der DGB, das seit 2018 für die Paketbranche geltende Gesetz zur Nachunternehmerhaftung auf die gesamte Speditions- und Logistikbranche auszuweiten. Das Gesetz habe gezeigt, dass es wirksam sei und Sozialversicherungsbeiträge nun auch vom Auftraggeber der Sub-Unternehmen beglichen werden müssen. Da sich Paketbranche und Logistik in der Definition nicht wirklich scharf trennen ließen, sei es an der Zeit, den Geltungsbereich auszudehnen, um keine Schlupflöcher zu ermöglichen.

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