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Am Wochenende startet die World Press Photo-Ausstellung im Depot: Entdecke die Geschichten hinter den Bilderwelten

Das World Press-Pressefoto des Jahres von John Moore zeigt ein kleines Mädchen aus Honduras, dessen Mutter an der mexikanischen Grenze von US-Beamten in Gewahrsam genommen wird. Foto: John Moore

Am Wochenende ist es wieder soweit – die World Press Photo-Ausstellung öffnet im Depot in der Nordstadt ihre Pforten. Die besten Pressebilder des vergangenen Jahres wurden in neun Kategorien von der World Press-Jury ausgezeichnet. Unter den GewinnerInnen sind in diesem Jahr, zur Freude der OrganisatorInnen in Dortmund, viele FotografInnen – auffallend mehr als in den Jahren zuvor. Ausgestellt werden über 150 Fotos, hinter jedem von ihm verbirgt sich eine Geschichte. Diese kann dramatisch, tragisch aber auch heiter und anrührend sein. Die Vernissage findet am heutigen Freitagabend um 19 Uhr statt.

Das Depot ist die einzige Location in Nordrhein Westfalen, die die Ausstellung zeigt

Marion Edelhoff, Geschäftsführerin des Depots und Tabea Sieben, die Projektmanagerin der World Press Photo-Ausstellung. Foto Alex Völkel

Die BesucherInnen werden allerdings auch mit schwer zu verdauenden, schockierenden Motiven konfrontiert, beispielsweise aus Kriegsgebieten in Syrien. Marion Edelhoff, Geschäftsführerin des Depots und Tabea Sieben, die Projektmanagerin der Ausstellung, laden alle Interessierten herzlich dazu ein, diese Geschichten hinter den Fotografien selber zu entdecken.

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Das Depot ist bereits das achte Mal Gastgeber für die Ausstellung, die jährlich unzählige BesucherInnen in die Nordstadt lockt. In diesem Jahr ist das Depot einer der ersten zehn Orte in Europa, bei denen die Ausstellung gastiert. Von Anfang an unterstützte die DEW21 als Sponsor das Projekt.

„Außerdem sind wir in diesem Jahr der einzige Ort in NRW, der die World Press Photo-Ausstellung zeigt”, freuen sich Marion Edelhoff und Tabea Sieben. In diesem Jahr wurden sowohl Einzelbilder als auch Fotoserien von der Jury prämiert. Die beiden OrganisatorInnen legen den BesucherInnen ans Herz, sich die Zeit zu nehmen, die Geschichten hinter den Bildern zu entdecken.

Denn manchmal täuscht der erste Eindruck. So gibt Marion Edelhoff das Beispiel eines Fotos, bei dem man auf den ersten Blick laichende Frösche zu erkennen meint. Liest man sich den dazugehörigen Text durch, ist man schockiert, welches Thema das Motiv tatsächlich behandelt. Und bei genauerer Betrachtung fällt einem dann auf, dass die Tiere tot sind oder im Sterben liegen, da ihnen die Extremitäten ausgerissen wurden, um Froschschenkel zuzubereiten.

In einer Welt der Bilder kann der erste Eindruck oftmals täuschen

Was steckt hinter dieser martialischen Gestalt? Das Siegerbild der Kategorie Environment, Singles von Brent Stirton. Foto: Brent Stirton

Nur einer der vielen schockierenden Momente der Ausstellung. Aber die Welt ist, wie sie ist, und FotoreporterInnen halten fest, was sie erleben und erfahren. Das sind nicht immer schöne Momente. Die Bilder spiegeln zum Teil die grausame Realität des Lebens wider, ungeschönt, hautnah und schonungslos. 

So sind auch Aufnahmen von Kindern in Syrien zu sehen, die Opfer von Bomben- und Giftgasanschlägen wurden oder es wird das verstörende Lebensumfeld einer Familie in Mexiko beleuchtet, wo aktuell über 38.000 Menschen als vermisst gelten und der Tod durch die Kriege der Drogenkartelle ein alltäglicher Begleiter der Menschen geworden ist.

Aber es gibt auch viel Schönes, Erbauliches, Anmutiges und Heiteres zu entdecken. Und immer wieder stößt man auf Überraschungen. So zum Beispiel ein Foto, dass eine Afrikanerin in voller Kampfmontur und mit Gewehr bewaffnet abbildet. Doch auch hier trügt der erste Eindruck der kriegerischen Soldatin. Sie ist Mitglied einer Einheit, die in einem Wildpark in Zimbabwe gegen Wilderer vorgeht.

Themenbezogenes Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellung stimmig

Dritter Preis in der Kategorie General News, Singles, von Brendan Smialowski. Foto: Brendan Smialowski

Für die Ausstellung haben Marion Edelhoff und Tabea Sieben ein umfangreiches themenbezogenes Rahmenprogramm erstellt. Zwei Filme werden zu bestimmten Terminen im ebenfalls im Depot ansässigen sweetSixteen-Kino begleitend vorgeführt.

Zum einen eine Dokumentation über Peter Lindbergh, einen der einflussreichsten Modefotografen unserer Zeit, und zum anderen eine deutsche Dokumentarproduktion mit dem Titel „Der illegale Film“.

Der mehrfach preisgekrönte Streifen befasst sich mit dem Thema Fotografie im Kontext der neuen sozialen Medien, den Bilderfluten, denen wir heute tagtäglich online ausgesetzt sind und geht der Frage nach, wie sich unsere Sehgewohnheiten dadurch ändern, was mit uns geschieht, wenn die Welt und ihr fotografisches Abbild nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind.

Filmvorführungen und JournalistInnen Frühstück im sweetSixteen-Kino

Es gibt viel zu entdecken, verspricht Tabea Sieben. Foto: Alex Völkel

Ebenfalls im sweetSixteen-Kino wird am 1. Juni um 11 Uhr das Frühstück für freie und selbstständige JournalistInnen der Deutschen JournalistInnen Union veranstaltet. Hier wird es unter anderem um den Themenkomplex Honorar-Verträge, Zweitverwertung und Urheberrecht in Bezug auf Pressefotografie gehen. Für Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ist die Veranstaltung kostenlos, für alle anderen wird ein Kostenbeitrag in Höhe von 25 Euro fällig. Eine verbindliche Anmeldung hierfür ist bis zum 26. Mai unter der Adresse verdi-seminar@web.de zwingend erforderlich.

Am Mittwoch, den 5. Juni, veranstaltet der Deutsche Journalistenverband NRW einen Informationsabend zum Thema „Die EU-Urheberrechtsreform“. Worum geht es? Welche Folgen ergeben sich für JournalistInnen? Ist das Internet in Gefahr? Der Justiziar des DJV NRW, Christian Weihe, wird als Referent für den rechtlichen Überblick sorgen, bevor alle Gäste dazu eingeladen sind an der Diskussion teilzunehmen. Die Veranstaltung wird um 18 Uhr beginnen und der Eintritt ist kostenfrei.

Bilder lösen Emotionen aus und verhaften sich dadurch stark im Gedächtnis. In Zeiten von Fake News ist oftmals nicht mehr zwischen echten und gefälschten Aufnahmen zu unterscheiden. Wann aber beginnt Manipulation und wo findet sie statt? Diesen Fragen wollen FotografInnen der Regionalgruppe Freelens e.V. am Mittwoch, den 12. Juni, ab 19 Uhr auf den Grund gehen.

Die erfahrene Kriegsberichterstatterin Abeer Saady ist erneut zu Gast im Depot

Welche Geschichte mag sich hinter diesem Foto von John Wessel verbergen? Dritter Preis in der Kategorie General News, Stories. Foto: John Wessel

Ebenfalls in Kooperation mit dem Freelens e. V. findet am 13. Juni um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema Lokaljournalismus in der Zukunft statt. Denn eine demokratische Gesellschaft benötigt Journalismus und Meinungsvielfalt. Beides steht jedoch derzeit gesellschaftlich unter Druck.

Wie kann fundierter seriöser Lokaljournalismus in Zukunft aussehen? Hierüber werden VertreterInnen von Journalistenverbänden und Zeitungsverlagen, BloggerInnen und LokaljournalistInnen diskutieren. Der Eintritt ist auch an diesem Abend kostenfrei.

Auf den Vortrag von Abeer Saady, die seit 29 Jahren als Kriegskorrespondentin, Wissenschaftlerin, Medienberaterin und Trainerin in Konfliktzonen im Nahen Osten und Afrika arbeitet, freuen sich Marion Edelhoff und Tabea Sieben besonders. Bereits im vergangenen Jahr sei die erfahrene Journalistin zu Gast gewesenen, es sei ein tolles Erlebnis gewesen, sie berichten zu hören. Da die damalige Veranstaltung schon gut besucht war, rechnen die OrganisatorInnen an diesem Abend mit großem Andrang.

Abeer Saady wird bereits am Donnerstag, den 30. Mai, um 19 Uhr mit ihrem Vortrag „Sicherheits- und ethische Dilemmata für Fotojournalisten in Konfliktgebieten“ im Depot zu Gast sein. Sie wird auf Englisch referieren. Der Eintritt ist wieder kostenfrei.

Vernissage, öffentliche Führungen und Rahmenprogramm für Schulklassen

Zur Vernissage der World Press Photo-Ausstellung 2019 am heutigen Freitag werden die Gäste um 19 Uhr im Depot von Bürgermeisterin Birgit Jörder, Manfred Kossack von der DEW21 und Marion Edelhoff begrüßt. Der Eintritt wird an diesem Abend und für den Zeitraum der Ausstellung sechs Euro regulär und vier Euro ermäßigt betragen.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung werden am 1. und am 15. Juni jeweils um 16 Uhr angeboten. Zuzüglich zum Eintritt werden 3 Euro Gebühr genommen. Gruppenführungen können gesondert gebucht werden. Hier werden die Preise sich voraussichtlich bei 60 Euro für Gruppen und 40 Euro für Schulklassen bewegen.

Und es wird auch wieder ein begleitendes Rahmenprogramm mit eigenem Handout zur Ausstellung für Schulklassen geben. Für nähere Informationen hierfür wenden sich die interessierten LeserInnen bitte an t.sieben@depotdortmund.de. Eine erste Schulklasse aus Hamm hat sich bereits für den 27. Mai angemeldet, was beweist, dass die Ausstellung über die Stadtgrenzen hinaus die Menschen aus der Region anlockt.

Weitere Informationen:

Das Hauptziel der World Press Photo-Foundation ist die internationaleUnterstützung und Förderung professioneller Pressefotografen. Beim World Press Photo-Contest wurden in diesem Jahr aus 78.801 eingereichten Fotos insgesamt 43 Fotografen aus 25 Nationen ausgezeichnet.

  • WPP19_Folder
  • www.worldpressphoto.org
  • www.depotdortmund.de/world press photo
  • Vernissage: Freitag, 24. Mai 2019, 19 Uhr
    Eintritt: 6 € / 4 € (ermäßigt)
  • Termin: Samstag, 25.05. bis Sonntag, 16.06.2019
  • Öffnungszeiten Ausstellung:
    MO – MI: 11.00 – 19.00 Uhr
    DO: 11.00 – 20.00 Uhr
    FR – SA: 11.00 – 22.00 Uhr
    SO: 11.00 – 19.00 Uhr
  • Eintritt: 6 € / 4 € (ermäßigt)
  • Die World Press Foundation empfiehlt den Besuch der Ausstellung ab 14 Jahren. 
  • Die Gastronomie Depothek hat täglich ab 18 Uhr geöffnet.

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