
Wer sich in Dortmund für Projekte mit den Partnerstädten engagiert, soll künftig stärker finanziell unterstützt werden. Die Stadt will damit gezielt mehr Menschen für den internationalen Austausch gewinnen oder zurückholen. Geplant sind höhere Zuschüsse und neue Fördermöglichkeiten für lokale Initiativen. Über die Änderungen entscheidet der Rat im Juli.
Mehr finanzielle Unterstützung für Engagement geplant
Der zivilgesellschaftliche Austausch und gemeinsame Projekte mit den Dortmunder Partnerstädten sollen zukünftig stärker finanziell durch das Team Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund gefördert werden. Die Entscheidung darüber trifft der Rat der Stadt in seiner Juli-Sitzung.
Das Gesamtbudget für Förderungen bleibt mit 30.000 Euro pro Jahr zwar gleich, höhere Fördersummen und die neue Möglichkeit, lokale Projekte mit Bezug zu den Städtepartnerschaften zu fördern, sollen aber Anreize schaffen, Kontakte zu Dortmunds Partnerstädten auf- und auszubauen.
Damit möchte die Stadt mehr Menschen für ein Engagement gewinnen oder zurückzugewinnen. Durch die Corona-Pandemie und durch gestiegene allgemeine Kosten waren einige Aktivitäten in der Vergangenheit nur eingeschränkt möglich.
Neue Richtlinie sieht höhere Reisekostenzuschüsse vor
Die geplanten Änderungen sehen deutlich höhere Förderbeträge vor. So konnte beispielsweise bislang eine Person für einen fünftägigen Aufenthalt in der französischen Partnerstadt Amiens mit maximal 37 Euro gefördert werden. Künftig soll eine Maximalförderung von 175 Euro möglich sein.
Bei Besuchen in weiter entfernten Partnerstädten wie Buffalo (USA) steigt die mögliche Förderung noch stärker: Für einen einwöchigen Aufenthalt einer Person in Buffalo war bislang eine Förderung von maximal 74 Euro möglich, nun soll es maximal 300 Euro geben.
Das Team Internationale Beziehungen reagiert mit der Aktualisierung der Förderrichtlinie sowohl auf die Preissteigerungen der letzten Jahre, die sich vor allem bei Reisekosten auswirken, als auch auf die wachsende Zahl an Städtepartnerschaften.
Wachsende Städtepartnerschaften machen Reform nötig
Die Stadt Dortmund hat ihre internationalen Verbindungen in den vergangenen Jahren ausgebaut: Nachdem im Mai 2024 eine Städtepartnerschaft mit Kumasi in Ghana geschlossen wurde, unterzeichneten die Stadtoberhäupter von Dortmund und Schytomyr (Ukraine) im Juli 2025 ebenfalls eine Partnerschaftsurkunde.
Die ursprüngliche Förderrichtlinie aus dem Jahr 1996 war weder auf diese neuen Partnerstädte anwendbar, noch berücksichtigte sie die innerdeutsche Partnerschaft mit Zwickau.
Die Überarbeitung soll nun sicherstellen, dass für alle Partnerstädte die gleichen Fördermöglichkeiten bestehen, und hebt die Bedeutung internationaler Partnerschaften in Zeiten globaler Herausforderungen hervor.
Überblick über Dortmunds Partnerstädte
Die Stadt Dortmund pflegt aktuell mit insgesamt elf Städten eine formelle Partnerschaft. Innerhalb Europas bestehen Städtepartnerschaften mit Amiens (Frankreich), Leeds (Großbritannien), Novi Sad (Serbien), Schytomyr (Ukraine), Trabzon (Türkei) und Zwickau in Deutschland.
Darüber hinaus ist Dortmund offiziell mit Buffalo (USA), Kumasi (Ghana), Netanya (Israel), Rostow am Don (Russland) und Xi’an (China) verbunden. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ruht der Kontakt nach Rostow am Don.
Das Team Internationale Beziehungen koordiniert die städtepartnerschaftliche Arbeit der Stadt Dortmund.


Reaktionen
Ulrich Sander
Auch Rostow liegt „innerhalb Europas“. Mit Rostow haben wir eine Partnerstadt aus jenem Land, das die größten Opfer für die Befreiung der Menschheit vom deutschen Faschismus erbracht hat. Warum ruhen die Kontakte zu Rostow? Warum nicht auch die zu Buffalo? Was soll dies „Ruhen“ überhaupt? Es ist nötig, jeden Kontakt zu nutzen, um Frieden zu schaffen.
Carsten Klink
Die Verantwortlichen bei der Stadt Dortmund zeigen bei der Pflege der Städtepartnerschaften ein Höchstmaß an moralischer Flexibilität.
Warum ruhen nicht ebenso die Städtepartnerschaften zu Buffalo (USA) und Netanya (Israel)? Sind der unprovozierte, völkerrechtswidrige, us-israelische Angriffskrieg gegen den Iran oder die israelischen Kriegsverbrechen in Gaza nicht ebenso schwerwiegend wie der russische Krieg gegen die Ukraine? Welche Kriegsverbrechen müssen genau begangen werden, damit eine Städtepartnerschaft ruht?
Wegen der völkerrechtswidrigen US-Wirtschaftsblockade gegen Kuba sterben auf der kleinen, widerständigen Insel Patientinnen und Patienten, weil bestimmte Medikamente fehlen oder Ersatzteile für medizinisches Gerät aus Angst vor US-Strafen nicht geliefert werden. Jeden Morgen müssen kubanische Ärztinnen und Ärzte entscheiden, wer lebenswichtige Medikamente erhält und wer halt nicht. Jeden Morgen Triage. Frühchen kämpfen in Kuba um ihr unschuldiges Leben, da wegen der US-Ölblockade einfach Strom für ihre Brutkästen fehlt.
Aber das ficht die transatlantischen Staatsräsonisten bei der Stadt Dortmund nicht an. Man macht sich wohl gern gemein.