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Abschiedstour zum Ende des deutschen Steinkohle-Abbaus: „Die Bergleute gehen – ihre Werte müssen bleiben!“

Der Bergbau in Dortmund ist lange Geschichte - der deutsche Steinkohleabbau wird am Freitag beendet.

Heute kommen TouristInnen… der Bergbau in Dortmund ist schon lange Geschichte. Fotos: Alex Völkel

Bald ist Schicht im Schacht: Am 21. Dezember findet die letzte Schicht auf der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop statt. Der Bergbau und noch mehr die Bergleute mit ihrer Arbeit haben in Jahrzehnten eine ganze Region geprägt. Ihre Werte, Ihr Verständnis von Gemeinschaft und Solidarität haben die Biografien der Menschen beeinflusst und ihnen Orientierung gegeben. Die letzten Kumpel gehen in den Ruhestand, ihre Werte müssen jedoch lebendig bleiben, findet der AWO Bezirk Westliches Westfalen. Der Wohlfahrtsverband lädt daher am kommenden Freitag (21. Dezember 2018) zu einer ganz besonderen Abschiedstour in und durch Dortmund ein.

Geierabend-Steiger Martin Kaysh moderiert die Abschiedstour durch Dortmund

Die Räder auf der Zeche Gneisen stehen schon seit Jahren still.

Die Räder der Fördertürme wie auf der Zeche Gneisenau in Dortmund stehen schon seit vielen Jahren still.

Die AWO wird den Bergbau dann auf eine ganz besondere Art und Weise verabschieden. An ausgesuchten Zechenstandorten – darunter die Zeche Zollern und die Kokerei Hansa –   können Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit einem Bergmannschor singen.

Moderiert wird die Abschiedstour von Martin Kaysh, der stets beim „Geierabend“ in die Rolle des Steigers schlüpft und als dieser auch den Bergmannschor begleiten wird.  

Wenn die letzte Strophe des berühmten Steiger-Liedes verklungen ist, wird an jedem der Standorte ein Manifest verlesen (s.u.), das dazu aufruft, sich wieder auf die Werte der Bergleute zu besinnen. Im Fokus steht dabei Solidarität – ein Wert, der auch für die AWO mit ihrer 100-jährigen Historie eine zentrale Bedeutung hat. 

Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, sich zu beteiligen. Die Tour beginnt um 12.30 Uhr und endet gegen 18 Uhr auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt im Zentrum. Dort wird der Bergmannschor auf der Bühne singen.

Ort Beginn
Zeche Zollern, Grubenweg 5 12:30
Alte Schmiede / Zeche Hansa, Hülshof 32 13:45
Zeche Gneisenau Zechenkultur, Gneisenauallee 15:00
Zeche Hansemann, Barbarastr. 7 16:15
Weihnachtsmarkt, Bühne Alter Markt 18:00
AWO-Manifest: „Mit Eintracht Zwietracht überwinden“
Über Jahrzehnte bestimmte der Abrissbagger. Heute sind die Zechen beliebte Ausflugsziele und Denkmäler.

Über Jahrzehnte dominierten Abrissbagger. Heute sind die Zechen beliebte Ausflugsziele und Denkmäler.

„Der Bergbau endet, aber der Zusammenhalt nicht: Die Kultur der Kumpel wird weiter leben. Die Zeiten ändern sich, aber das AWO-Herz bleibt sich treu. Auch im Wandel halten wir an unseren Werten fest. Das verbindet uns: Wir lassen uns nicht verbiegen. Nicht unter Tage und schon gar nicht in Zeiten wie diesen.

Hass, Vorurteile und menschenfeindliche Parolen haben in unseren Herzen keinen Platz! Sondern Solidarität. Das bedeutet füreinander einzustehen – bedin- gungslos. Unter Tage, da sind alle Menschen gleich. Ob Ob Christen, Juden oder Muslime, alt oder jung. Da zählt nur der Zusammenhalt, das starke Band der Bergleute, die sich aufeinander verlassen können und müssen. Hier funktioniert das „Ich“ nicht ohne das „Wir“.

Dieses Miteinander leben wir weiter. Auch über das Ende des Bergbaus hinaus. Solidarität schweißt die Menschen zusammen. Auch in der AWO streben wir seit 100 Jahren ein gemeinsames Ziel an: eine Gesell- schaft des Füreinander und des Miteinander – über Grenzen, Gräben und Generationen hinaus. Bei uns zählen die Gemeinsamkeiten. Nur zusammen sind wir stark. Nur in Eintracht wird es uns gelingen, Zwie- tracht und Spaltung der Gesellschaft zu überwinden.

Ja, heute ist Schicht im Schacht. Der Bergbau im Ruhrgebiet geht zu Ende. Aber die Solidarität unter Bergleuten, ihr Mut, ihr Herzblut und ihr unerschütterlicher Zusammenhalt, werden bleiben. Die Kultur der Kumpel soll uns allen ein Vorbild sein. Glück Auf!“

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