Nach sechs Monaten verabschiedet sich das mobile Tiny Music House aus der Nordstadt

Dortmunder Outreach-Projekt – nun folgt der Wechsel nach Hörde

Das Tiny Music House.
Das Tiny Music House. Foto: Michelle Piras

Mit einem großen Sommerfest im Garten des Sozialen Zentrums hat das Tiny Music House seinen knapp sechsmonatigen Aufenthalt in der Dortmunder Nordstadt beendet. Trotz extremer Hitze feierten rund 180 Besucher:innen den Abschluss der vielfältigen Kultur- und Musikprojekte von Kindern, Jugendlichen und Senior:innen. Nach der Sommerpause zieht das mobile Angebot der Dortmunder Philharmoniker weiter nach Hörde.

Ein halbes Jahr voller musikalischer Experimente geht im Sozialen Zentrum zu Ende

Seit Beginn des Jahres hatte sich das kleine, mobile Musikhaus zu einer festen und offenen Anlaufstelle für die Menschen im Quartier entwickelt. Vor allem Kinder, Jugendliche und Senior:innen nutzten die Chance, um abseits von klassischen Mustern ganz spielerische Zugänge zur Welt der Musik und der Klänge zu entdecken.

Das Projekt verlagert seinen Standort im Spätsommer nach Dortmund-Hörde und verabschiedete sich nun mit einer umfangreichen Werkschau. Das große Sommerfest führte all jene kreativen Ergebnisse noch einmal auf einer gemeinsamen Bühne zusammen, die zuvor in enger Zusammenarbeit mit Schulen und sozialen Einrichtungen entstanden waren.

Auf der Bühne präsentierte unter anderem eine engagierte Gruppe des Vereins Haltestelle e. V. eine energiegeladene Body-Percussion-Performance. Die anwesenden Besucher:innen belohnten den Einsatz mit großem Applaus und feierten gemeinsam das erfolgreiche Ende der mehrmonatigen Kulturarbeit im dicht besiedelten Dortmunder Norden, die von zahlreichen lokalen Initiativen getragen wurde.

Grundschulkinder und Jugendliche erarbeiten eigene Songs und persönliche Stadtteilmagazine

Die Vielfalt der dargebotenen Projekte zeugte von der großen Kreativität der beteiligten Einwohner:innen und den unterschiedlichen Ansätzen der Workshops. Teilnehmer:innen eines Kurses mit dem Tonstudio Monkey Moon Recordings stellten beispielsweise voller Stolz einen komplett selbst geschriebenen und professionell produzierten Song vor.

Das Tiny Music House.
Tiny Music House: So heißt das kleinste mobile Theater im Ruhrgebiet, das mit einer Bühne, einem Ton- und Filmstudio, einer Kreativecke und einem Workshopraum ausgestattet ist. Foto: Sabrina Richmann

Einen investigativen und journalistischen Ansatz wählten dagegen die Schüler:innen der Albrecht-Brinkmann-Grundschule für ihr eigenes Projekt.

Sie präsentierten ihr neu veröffentlichtes Magazin mit dem Titel „Geschichten aus der Nordstadt“, für das sie professionelle Musiker:innen interviewt und ihr eigenes Viertel porträtiert hatten.

Neben den Bühnenauftritten bot das Fest auch interaktive Stationen auf dem Gelände, die zum direkten Mitmachen anregten. In Kooperation mit Dortmund.Musik konnten die Gäste Instrumente wie Geige oder Trompete ausprobieren, während das Bookbike mit einer mobilen Bibliothek zum Schmökern und Entdecken einlud.

Kunstwerke der Teilnehmenden schaffen den Brückenschlag in den Philharmonischen Konzertsaal

Auch literarische und digitale Ansätze spielten eine zentrale Rolle bei der gemeinschaftlichen Kulturarbeit in den vergangenen Monaten. Im Workshop „Erzähl mir Musik“, der zusammen mit jugendstil stattfand, verwandelten Kinder auditive Eindrücke in fantasievolle Geschichten über Monster, die anschließend in einem Buch gesammelt wurden.

Beim digitalen Format „Remix it up“ arbeiteten Kinder verschiedener Offener Ganztagsschulen der Nordstadt mit modernen Tablets und Musiksoftware. Durch das gezielte Sampeln von klassischen Musikmotiven entwickelten die jungen Talente völlig eigenständige Tracks und Beats mit einem modernen und zeitgemäßen Sound.

Die Kunstwerke von Schüler:innen der Anne-Frank-Gesamtschule zu Maurice Ravels Suite „Ma mère l’Oye“ wurden sogar im Rahmen des 8. Philharmonischen Konzerts ausgestellt. Mit einem lautstarken „Ciao, Nordstadt, es war uns ein Fest!“ verabschiedete sich das von Stadt und Land geförderte Projekt in die Sommerpause.


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