
Immer mehr Menschen in Dortmund leben mit Bluthochdruck. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Demnach waren im Jahr 2024 insgesamt 142.100 Dortmunder:innen ab 20 Jahren von der Erkrankung betroffen. Gleichzeitig verweist die Krankenkasse auf die Bedeutung von Früherkennung, Behandlung und Prävention sowie auf neue digitale Unterstützungsangebote.
Zahl der Betroffenen in Dortmund weiter gestiegen
Bluthochdruck zählt weiterhin zu den häufigsten Erkrankungen in Dortmund. Nach Angaben der AOK NordWest waren im Jahr 2024 insgesamt 142.100 Menschen ab 20 Jahren von der sogenannten Hypertonie betroffen.
Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 2,7 Prozent. Die hohe Zahl der Betroffenen spiegelt sich auch bei den Arzneimittelverordnungen wider.
Für gesetzlich Krankenversicherte in Westfalen-Lippe wurden im Jahr 2024 insgesamt 16,5 Millionen Packungen blutdrucksenkender Medikamente verordnet. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlten dafür nach Angaben der AOK NordWest mehr als 339 Millionen Euro. Damit entfielen 21,7 Prozent aller Verordnungen im Fertigarzneimittelmarkt auf Blutdrucksenker.
Bluthochdruck bleibt bedeutender Risikofaktor
Auf die gesundheitlichen Folgen eines unbehandelten oder nicht ausreichend kontrollierten Bluthochdrucks weist Jörg Kock, Serviceregionsleiter der AOK NordWest, hin. Er betont: „Ein unbehandelter oder unzureichend kontrollierter Bluthochdruck bleibt einer der größten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall – gleichzeitig lässt er sich heute dank moderner Therapien sehr gut behandeln. Medikamente, die den Blutdruck senken, sind unverändert die am meisten verordneten Arzneimittel in Westfalen-Lippe“.

In Dortmund lag der Anteil der Erkrankten an der Bevölkerung ab 20 Jahren im Jahr 2024 bei 29,2 Prozent. Damit wurde bei fast jeder dritten Person ein zu hoher Blutdruck diagnostiziert.
Kock mahnt deshalb zu einem bewussten Umgang mit der Erkrankung: „Angesichts der hohen Prävalenz und der schweren möglichen Folgen der Erkrankung ist es wichtig, Bluthochdruck ernst zu nehmen“.
Eigene Blutdruckwerte kennen und behandeln lassen
Nach Angaben der AOK NordWest lässt sich Bluthochdruck mit einer medikamentösen Therapie in vielen Fällen gut behandeln. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass erhöhte Blutdruckwerte erkannt werden.
Darauf verweist auch Kock: „Voraussetzung ist, dass die Blutdruckwerte bekannt sind. Das ist häufig nicht der Fall. Allerdings haben nur diagnostizierte Patientinnen und Patienten auch die Chance, eine ärztliche Therapie zur Blutdrucksenkung und damit zur Vermeidung der Hypertoniefolgen zu erhalten“.
Für Betroffene sei zudem wichtig, verordnete Medikamente regelmäßig einzunehmen und diese nicht ohne ärztliche Rücksprache abzusetzen. Unbehandelt kann Bluthochdruck unter anderem Schlaganfälle, Herzinfarkte, koronare Herzerkrankungen, Durchblutungsstörungen der Netzhaut sowie Demenz begünstigen.
Gesunder Lebensstil und digitale Unterstützung
Neben Medikamenten kann auch der Lebensstil einen Einfluss auf den Blutdruck haben. Die AOK NordWest nennt eine abwechslungsreiche und salzarme Ernährung, regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol, die Reduzierung von Übergewicht sowie den Verzicht auf Nikotin als wichtige Faktoren.
Zur Unterstützung von Patient:innen hat die Krankenkasse den Online-Coach Bluthochdruck entwickelt und inzwischen erweitert. Das digitale Angebot steht Betroffenen kostenfrei zur Verfügung.
Der Online-Coach informiert über Ursachen, Risikofaktoren und mögliche Folgen von Bluthochdruck. Zusätzlich bietet er Hilfen zur Blutdruckmessung und -dokumentation sowie Inhalte zu Entspannung, Stressmanagement, Motivation, Bewegung und gesunder Ernährung. Neu hinzugekommen sind weitere Tagebuchfunktionen zur Dokumentation von Bewegung, Ernährung und Medikation, eine Mediathek mit allen Videos des Angebots sowie ein digitales Vier-Wochen-Programm zur Yoga-Atmung. Zum Online-Coach Bluthochdruck geht es unter: www.aok.de/online-coach-bluthochdruck.

