500 Ideen von Dortmunder Bürger*innen für die Neugestaltung von Sonnenplatz und Möllerbrücke

Die Dortmunder Bürger*innen wünschen sich eine Belebung des Sonnenplatzes, der viel Potential bietet, um zum angesagten Treffpunkt für die Bewohner*innen des Quartiers zu werden. Fotos: Stadt Dortmund

Wie sollen sich der Sonnenplatz und die Möllerbrücke in Zukunft entwickeln? Zu dieser Fragestellung konnten Interessierte im Zuge der Bürger*innenbeteiligung ein Votum abgeben. Die Stadt Dortmund hatte zu einer Beteiligung eingeladen, an welcher online oder mit Papier-Flyern teilgenommen werden konnte. Dies ist von sehr vielen Bürger*innen angenommen worden – sehr zur Freude der Organisator*innen im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt. Viele Anregungen für den geplanten Wettbewerb konnten berücksichtigt werden. Alle Meldungen, die im Rahmen des Beteiligungsprozesses eingegangen sind, wurden in einer Dokumentation zusammengefasst, welche online eingesehen werden kann (Link im Anhang des Artikels).

1.300 Teilnehmer*innen brachten 500 Ideen in den Wettbewerb ein

Für den geplanten freiraumplanerischen Wettbewerb zum Sonnenplatz und der Möllerbrücke gab es nach Ansicht der Stadt eine umfangreiche analoge und digitale Beteiligung, um möglichst viele Menschen jeden Alters zu erreichen und an der Planung zu beteiligen. 

Im Zeitraum vom 17.Februar bis 17. März 2021 hielten die Onlineplattform und der Flyer jeweils zwei verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung bereit: Eine Umfrage zum Sonnenplatz und zur Möllerbrücke „heute und in Zukunft“ sowie eine Ideensammlung für die zukünftige Umgestaltung der beiden Stadträume. 

Mit der Umfrage konnte ein erstes Meinungsbild aus der Bürgerschaft zum Status quo und zum Handlungsbedarf eingeholt werden. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, Hinweise und eigene Ideen für den Sonnenplatz und die Möllerbrücke beispielsweise zu den Themen „Nutzung“, „Ausstattung“, „Erreichbarkeit“ und „Sicherheit“ mitzuteilen und auf einer digitalen Karte zu verorten oder in den Flyer einzutragen.

Mehr Grünflächen, Barrierefreiheit und bessere Fuß- und Radwege gewünscht

Für die Möllerbrücke wünschen sich die Menschen u.a. mehr Komfort für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen.

Das Beteiligungsangebot wurde sehr gut angenommen, es haben sich hierzu rund 1.300 Teilnehmer*innen an der Umfrage (ca. 1.200-mal in digitaler Form und 100-mal analog per Flyer) beteiligt und es sind rund 500 Ideen eingegangen. Das deutlichste Meinungsbild der Umfrage gibt es bezüglich des Sonnenplatzes zum Wunsch nach Veränderung.

Besonders häufig wünschen sich die Menschen eine Belebung des Platzes, mehr Grünflächen und Pflanzen sowie mehr Aufenthaltsmöglichkeiten  – jeweils mit je über 80 Prozent Zustimmung. Auch eine zukünftig bessere Nutzbarkeit der Möllerbrücke zu Fuß oder per Rad und die damit verbundene Flächenanpassung sowie eine Verbesserung der Barrierefreiheit ist ähnlich stark gewünscht.

Ein großer Anteil der Ideenmeldungen beschäftigt sich mit den Themen Grünflächen, Gastronomie und Verkehr vor allem zum Parken und Fahrradfahren, auch oft mit kontroversen Vorstellungen. Als besonders kreativ haben sich einige Teilnehmer*innen betätigt, die eine eigene Broschüre mit Vorschlägen zusammengestellt haben.

Ergebnisse der Bürger*innenbeteiligung fließen in den Wettbewerb mit ein

Online können die Ideenbeiträge nach Kategorien. geordnet eingesehen werden. Foto: Screenshot

Die Ergebnisse aus den verschiedenen Beteiligungsbausteinen sind in die Auslobung des Wettbewerbs eingeflossen. Zudem wird die Dokumentation der Beteiligung den Wettbewerbsteilnehmenden als separate Unterlage zur Verfügung gestellt. 

Die Dokumentation enthält neben Gestaltungs- und Nutzungswünschen der Teilnehmer*innen eine Vielzahl von Meldungen, die sich um Sicherheit und Ordnung drehen und daher nicht im Rahmen des Wettbewerbs behandelt werden könnten, so die Stadt.

Der Sonnenplatz liegt im beliebten gründerzeitlichen Quartier Kreuzviertel in direkter Nähe zur Möllerbrücke und Lindemannstraße. Als einer von wenigen öffentlichen Plätzen im Kreuzviertel hat er für das Quartier und seine Bewohner*innen großes Potenzial.

Der Sonnenplatz wirkt jedoch in die Jahre gekommen. Dies macht sich an vielen Stellen auf dem Platz selbst und in seinem Umfeld bemerkbar. Der Sonnenplatz scheint heute zur Tageszeit wenig belebt, während sich zur Nachtzeit häufig Anwohner*innen über starke Lärmentwicklung, die mit unangemessenem Alkoholkonsum verbunden sei, beschweren.

Potential des Sonnenplatzes als attraktiver Treffpunkt für alle soll ausgeschöpft werden

Luftbild Möllerbrücke und Sonnenplatz
Sonnenplatz und Möllerbrücke. Foto: RVR

Ganz im Gegensatz hierzu stellt die Möllerbrücke einen viel genutzten Straßen- und Wegeraum für Kfz, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr dar. Mit dem historischen Stadtbild und der urbanen Atmosphäre ist sie zugleich beliebter Treffpunkt und Aufenthaltsort, teils mit der oben angesprochenen negativen Wirkung. 

Darüber hinaus hat die Möllerbrücke als eingetragenes Baudenkmal und Teil des gründerzeitlichen Ensembles am Übergang zwischen Kreuz- und Klinikviertel einen herausgehobenen historischen und städtebaulichen bzw. stadtgestalterischen Wert.

Die Stadt Dortmund möchte jetzt einen Realisierungswettbewerb durchführen. Ziel des Verfahrens ist es, einen Entwurf zu finden, welcher der besonderen historischen und städtebaulichen Situation gerecht wird und neben der gewünschten Aufwertung des Bereiches vor allem einen attraktiven und identitätsstiftenden Lebensraum für alle Bürger*innen schafft.

Es soll ein Realisierungswettbewerb folgen – Ergebnisse noch in diesem Jahr erwartet

Der Terminplan für den Wettbewerb ist so konzipiert, dass das Ergebnis noch in diesem Jahr feststehen soll. Das Plangebiet des Wettbewerbs entspricht dem jetzigen Sonnenplatz und der Möllerbrücke. Für die Möllerbrücke ist eine Vorplanung seitens der Mobilitätsplanung im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt erstellt worden, die als Grundlage für die darauf aufbauenden Vorschläge innerhalb des Wettbewerbsverfahrens dient. 

Diese Vorplanung sieht eine Neuaufteilung des Verkehrsraumes vor, unter anderem soll die Bushaltestelle Möllerbrücke barrierefrei werden und durch die Verbreiterung der Seitenbereiche bessere Zu- und Ausstiegsmöglichkeiten erhalten. Für die sich aus dem Wettbewerb ergebenen konkreten Empfehlungen zur weiteren Planung und Umsetzung baulicher Maßnahmen, sind jeweils weitere politische Beschlüsse erforderlich.

 

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