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2020 – ein Katastrophenjahr für die Hotellerie in Dortmund

Die Übernachtungszahlen sind in Dortmund 2020 pandemiebedingt drastisch eingebrochen.

Fast eine halbe Million Hotelgäste weniger als im Vorjahr zählten die Statistiker des Landesbetriebs IT.NRW für die Destination Dortmund 2020. Daraus resultiert ein Rückgang von 53,3 Prozent bei den Übernachtungszahlen (767.802 Übernachtungen), 49,8 Prozent (556.917 Übernachtungen) bei den Gästen aus Deutschland, 65,4 Prozent (210.888 Übernachtungen) bei jenen aus dem Ausland. Damit brachte Covid-19 die Beherbergungsbranche in Dortmund auf das Niveau von 2003.

Zarte Hoffnungen, Verluste zu lindern, zerschlagen sich mit erneutem Lockdown

„Diese Zahlen sind niederschmetternd. Aber natürlich war das für das Pandemiejahr 2020 so zu erwarten. Versprachen die Daten aus Januar und Februar mit Zuwächsen von insgesamt über zwei Prozent noch ein weiteres touristisches Rekordjahr, hat Covid-19 diese Perspektive dann gründlich zunichte gemacht.

Dortmund Tourismus, Hostel am Ring

Die Corona-Pandemie beschert der Dortmunder Hotellerie die schwierigste Saison. Archivfoto: Gerd Wüsthoff

So wiesen die Monate ab März drastische Einbußen zwischen 84,2 Prozent im April mit dem deutlichsten und 39,2 Prozent im August mit dem geringsten Minus aus“, berichtet Matthias Rothermund, Geschäftsführer von DORTMUNDtourismus.

Die Hoffnung, im letzten Quartal die Verluste der ersten Pandemiewelle im Frühjahr sowie der nur zögerlichen Erholung im Sommer und Herbst etwas zu lindern, zerschlug sich mit dem erneuten Lockdown Ende des Jahres. Individualreisen sind nicht gestattet, der erlaubte Geschäftstourismus findet in kaum merklichem Maß statt. Es fehlen die wichtigen Reisemotivationen wie Messen, Kongresse, Tagungen, BVB-Heimspiele. Sogar kleinere Treffen sind nicht möglich.

Was das heißt, zeigt die jetzt vorliegende Übernachtungsstatistik, denn sie ist ein guter Indikator für die wirtschaftliche Situation des Tourismus in einer Destination. Von der in normalen Jahren durchschnittlichen Zimmerauslastung von 60 bis 70 Prozent kann die Dortmunder Hotellerie in diesem Jahr nur träumen. In manchen Monaten wie April waren die Hotelzimmer der Stadt zu weniger als 10 Prozent gefüllt.

Insbesondere der Städtetourismus ist von den Auswirkungen der Pandemie betroffen

Der Tourismus gehört zu den Branchen, die die massivsten Verluste durch die Corona-Schutzmaßnahmen aufweisen. Allerdings nicht gleichmäßig, denn der Städtetourismus spielt hier eine besondere Rolle. Freizeitregionen an der Küste, den Bergen oder Seen konnten in den Sommermonaten gute Auslastungen verzeichnen, wohingegen die typischen Reiseanlässe für Städtereisen wie kulturelle Besichtigungsangebote und große Veranstaltungen gänzlich wegfielen.

Übernachtungen aller Gäste in Dortmund

Das gilt auch für die sogenannten „Hot Spots“ wie München, Berlin und Frankfurt. Für Köln beispielsweise weist die Übernachtungsstatistik ein Minus von 61,1 Prozent auf.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen. Aber Dortmund wäre nicht die Stadt, die schon in der Vergangenheit viele Schwierigkeiten gemeistert hätte, wenn nicht auch jetzt mit allen Kräften daran gearbeitet würde, sich weiterhin im Reigen der Freizeit- und Geschäftsreisedestinationen zu behaupten“, ist sich die Vorstandsvorsitzende von DORTMUNDtourismus, Sabine Loos, sicher.

„Allerdings wird es, wie übrigens nicht nur in Dortmund sondern überall, einige Jahre dauern, um das Niveau der Jahre vor der Pandemie zu erreichen“, gibt Loos zu Bedenken.

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Ein Gedanke zu “2020 – ein Katastrophenjahr für die Hotellerie in Dortmund

  1. Die Gewerkschaft NGG fordert eine Öffnungsperspektive für Hotels und Gaststätten - massiver Einbruch im Tourismus: 58 Prozent weniger Gäste in Dortmund (PM) Beitrags Autor

    Die Gewerkschaft NGG fordert eine Öffnungsperspektive für Hotels und Gaststätten –
    massiver Einbruch im Tourismus: 58 Prozent weniger Gäste in Dortmund

    Corona sorgt für Einbruch im heimischen Tourismus: Dortmund haben im vergangenen Jahr nur noch rund 367.000 Gäste besucht – ein Minus von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen sank um 53 Prozent auf 673.000. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts.

    „Das Gastgewerbe erlebt eine historisch einmalige Krise, die auch die Beschäftigten mit voller Wucht trifft. Jetzt müssen Bund und Länder endlich einen Plan vorlegen, wie es im März weitergehen soll“, so Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG- Region Dortmund. Am 3. März verhandeln Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über Lockerungen der aktuellen Corona-Maßnahmen.

    „Hotels, Pensionen, Restaurants und Kneipen sind schon seit Anfang November geschlossen. Wenn die Politik jetzt keine Öffnungsperspektive bietet, droht vielen Betrieben das Aus und den Beschäftigten Arbeitslosigkeit“, betont Gebehart. Entscheidend seien hierbei einheitliche Auflagen und detaillierte Hygienekonzepte in den Betrieben. Der Hotel- oder Restaurantbesuch dürfe unter keinen Umständen zum Infektionsherd werden. „Die Beschäftigen haben bereits im letzten Sommer gezeigt, dass sie geeignete Hygienekonzepte optimal umsetzen können, um sich zu schützen und den Gästen ein sicheres Restauranterlebnis zu ermöglichen“, so die NGG.

    Viele Hotels und Gaststätten könnten auf bewährte Maßnahmen zurückgreifen, um das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Die Firmen müssten neben den Gästen auch das Personal bestmöglich schützen. Dazu gehörten unter anderem kostenlose FFP2-Masken für Beschäftigte und die Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeitszeiten.

    Zugleich sieht die Gewerkschaft die Politik in der Pflicht, die Einkommenseinbußen der Beschäftigten in Kurzarbeit auszugleichen. „Wer das Gastgewerbe über viele Monate schließt, muss auch die Folgen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedenken. Wir brauchen dringend ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1.200 Euro im Monat“, so Gebehart. Selbst wenn Hotels und Gaststätten schrittweise wieder öffnen dürften, sei ein Großteil der Beschäftigten noch monatelang auf das Kurzarbeitergeld angewiesen. Ohne eine Aufstockung kämen die Menschen damit aber nicht länger über die Runden.

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