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Zum 25. „Watt’n Hallas!“ treffen sich Deutschlands beste Comedians und Kabarettisten in Dortmund

Wurden die VeranstalterInnen anfangs noch belächelt, hat sich Festival zur festen Größe in der Comedy- und Kabarettwelt entwickelt. Zum Jubiläum geben sich Sebastian Pufpaff, Mundstuhl, Heinz Gröning u.v.a. die Ehre. Fotos: Watt’n Hallas!

Zum 25. Mal präsentiert das Festival Watt`n Hallas vom 31. Oktober bis 20. Dezember 2019 wieder das „who is who“ der Comedy- und Kabarettszene. Die BesucherInnen erwartet ein Mix aus Kabarett, Stand-Up-Comedy, Poetry-Slams, Musik und Lesungen. Das Festival ist weit über Dortmunds Grenzen hinaus Synonym für ein hochkarätig besetztes jährliches Comedy-Festival im Fritz Henßler-Haus (FHH). Die Veranstaltungen im FHH werden durch Programmpunkte im Freizeit Zentrum West (FZW) ergänzt. Das komplette Programm finden Sie im Anhang des Artikels.

Mal politisch, mal satirisch oder einfach nur blödsinnig

„Watt´n Hallas!“ heißt übersetzt „Was für ein Stress!“. Es war irgendwann Anfang 1995. Comedy war dabei, dem altehrwürdigen Kabarett Konkurrenz zu machen. „Wenige Jahre zuvor gab es nur das Rocktheater Nachtschicht, Till & Obel und die Missfits, dazu noch im Süden Badesalz und noch weiter südlich Die Kleine Tierschau. Erst Anfang der 90er kamen immer mehr Spaßvögel dazu“, erinnert sich Chefprogrammplaner Dieter Kottnik.

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Viel hat sich in den 25 Jahren verändert. Comedians proben nicht mehr den Klassenkampf, sondern erzählen von ihren Beziehungen, Haustieren und Verwandten. Das Publikum ist nicht mehr so mutig und hat sich auf einige große Namen festgelegt. Viele gehen heute lieber in Stadien und große Hallen mit Videowänden als in atmosphärisch dichte Spielstätten mit Körperkontakt. 

Gerade die junge Generation sieht heute ganze Shows durch einen 3,5-Zoll-Bildschirm. Das FFH hat dem Rechnung getragen und „Watt’n Hallas“ runderneuert. Die Festival-Macher präsentieren auch im 25. Jahr ein handverlesenes Programm mit aktuellen Stars der Spaßgesellschaft.

Mundstuhl präsentieren am 15. November ihr brandneues Programm „Flamongos“

Mundstuhl präsentieren ihr langersehntes, brandneues Programm „Flamongos“.

Und so trifft sich wieder in Dortmund, was Rang und Namen hat in der deutschen Comedy- und Kabarett-Szene. Ein Highlight in dem üppigen Programm wird unter anderem der Auftritt des Comedy-Duos Mundstuhl am 15. November um 20 Uhr sein. Die Frankfurter Comedians sind vor allem für ihre Kanak Sprak sprechenden Figuren Dragan und Alder bekannt. Im FHH stellen sie am 15. November ihr neues Programm „Flamongos“ vor.

Kurz davor, am 13. und 14. November gibt’s bissige Satire vom Feinsten mit Sebastian Pufpaff. Er wird an beiden Abenden um 20 Uhr auftreten. Diesmal jedoch nicht im FHH sondern im FZW in der Ritterstraße 20 in der westlichen Innenstadt. Vielen Menschen wird der umtriebige Kabarettist vor allem aus diversen TV-Ausstrahlungen bekannt sein. So tritt er unter anderem regelmäßig in verschiedenen WDR-Sendungen wie Mitternachtsspitzen, Fun(k)haus und bei Nightwash, sowie bei Kollege Dieter Nuhr bei nuhr im Ersten auf.

Neben dem Auftritt von Sebastian Pufpaff wird noch die Weihnachtsrevue „Akte X-mas“ am 19. und 20. Dezember jeweils um 20 Uhr ins FZW verlegt. Alle anderen KünstlerInnen treten im FHH auf. So auch Heinz Gröning alias Der unglaubliche Heinz am 24. November um 18 Uhr. Unter dem Motto „Jammern gilt nicht“ erwartet die Gäste ein philosophischer Abend über das Leben, das Lachen, die Phantasie und dem Spass daran, den Menschen ein Lachen zu schenken. 

Frauenpower zu Halloween mit „Suchtpotential“ und ihrem Programm „Sexuelle Belustigung“

Caveman: Du sammeln, ich jagen.

Bereits zu Halloween am 31. Oktober gibt’s Frauenpower mit „Suchtpotential“. Julia Gámez Martín aus Berlin und Ariane Müller aus Ulm sind zwei preisgekrönte Musikerinnen und bundesweit bekannt für ihre Shows voll rabenschwarzem Humor. Wenn diese beiden Ladies ihrer Albernheit freien Lauf lassen, kann auf der Bühne einfach alles passieren: virtuose Gesangsduelle, derbe Wortgefechte und kluges Pointengewitter. „Suchtpotenzial“ werfen dabei alle Konventionen und Klischees über Bord und nichts ist vor ihnen sicher. 

Um die Beziehung zwischen Mann und Frau geht’s bei Caveman, der am 1. und 2. November jeweils um 20 Uhr auftritt und der im magischen Unterwäschekreis seinem Urahn begegnet, der der ihn an Jahrtausende alter Weisheit teilhaben lässt: Männer sind Jäger und Frauen sind Sammlerinnen. Eine Tatsache, die die menschliche Evolution bis heute nicht hat ändern können. 

Neben den genannten KünstlerInnen bietet „Watt’n Hallas!“ ein breites Spektrum von Comedy, Klamauk und Satire. Vom jungen Studentenleben eines Robert Alan bis hin zu unser aller unausweichlichem Ende, dem Tod, werden die Gäste unzählige Gelegenheiten bekommen, ihre Zwerchfellmuskulatur zu trainieren. Die Eintrittspreise für die jeweiligen Veranstaltungen finden Sie im Flyer im Anhang des Artikels. 

Chefprogrammplaner Dieter Kottnik erinnert sich an die Anfänge des Festivals

Herbert Knebel

Comedy-Urgestein Herbert Knebel ist Namensgeber und Taufpate von „Watt’n Hallas!“

„Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann wir die Künstler zu einem Festival – übrigens dem ersten seiner Art – zusammen auf die Bühne stellen würden. Wir wurden damals für die Idee sehr belächelt; besonders von denen, die heute Zelte aufstellen, um gleiches zu tun“, erinnert sich Kottnik. 

Im trüben November 1995 wurde Comedy-Festival-Premiere gefeiert: Zehn Auftritte in einem Monat begeisterten OrganisatorInnen, KritikerInnen und Publikum. Das Kind hatte noch keinen Namen. „Ich telefonierte immer mal wieder mit Uwe Lyko, den viele besser unter seinen Pseudonym Herbert Knebel kennen. 

Uwe erzählte mir von den Problemen mit dem Titel für sein neues Affentheater-Programm. Zu den Vorschlägen gehörte auch „Watt’n Hallas“. Knebels neues Programm hieß aber „Getz aber in echt“. Uwe genehmigte mir „Watt’n Hallas“ als Titel für das Festival. Und er ist damit Namensgeber und Taufpate“, erzählt Kottnik.

Im Laufe der Jahre hat sich die Prominenz die Klinke in die Hand gegeben

Lang, lang ist es her: Die Liste der KünstlerInnen von „Watt’n Hallas 1“ liest sich heute wie das „who is who“ der Comedy- und Kabarettszene: Dieter Nuhr, Herbert Knebels Affentheater, Piet Klocke, Queen B. (mit Ina Müller), Atze Schröder (noch mit The Proll), Till & Obel, 3Gestirn Köln1 (mit Wilfried Schmickler), Michael Mittermaier u.a.

„Das war alles so herrlich bekloppt, hemmungslos und anarchistisch, unberechenbar und spannend“, schwärmt der Mann vom FFH. Dann kam irgendwann das Fernsehen, Comedy wurde Popkultur und unterwarf sich den Mechanismen der Unterhaltungsindustrie. Das Henßler-Haus blieb am Ball. Die Festival-Macher besuchten jährlich die Kulturbörse in Freiburg, Kottnik flog nach Edinburgh zum Fringe-Festival. „Wenn wir keine eigenen Veranstaltungen hatten, fuhren wir abends durch die Städte und sahen uns potenzielle Künstler an, die auch für das Hallas-Format geeignet waren.“

Einige Entdeckungen waren darunter: Kaya Yanar, Mario Barth, Markus Krebs, Cindy aus Marzahn, Carolin Kebekus, Torsten Sträter, Als Poier, Sebastian Pufpaff, Rene Marik, u.v.a. „Wir holten das Team des Frühstyxradios 1996 mit Dietmar Wischmeyer, Oliver Kalkofe und Oliver Welke erstmals überhaupt nach NRW. Wir waren Austragungsort der 1. Weltmeisterschaft im Theatersport 2006 und Spielstätte des 1. Satirischen Sportjahresrückblicks ‚Klopp kommt nicht‘ 2012 mit Fritz Eckenga, Peter Großmann und Gästen wie Manni Breuckmann, Werner Hansch und David Odonkor“, zählt Dieter Kottnik auf.

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