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Wohnen soll in Dortmund zur Chefsache werden – SPD-OB-Kandidat Thomas Westphal setzt auf bezahlbare Wohnungen

SPD-OB-Kandidat  Thomas Westphal  und Spar&Bau-Chef Franz-Bernd Große Wilde vor einer Wohnungsbaustelle.

SPD-OB-Kandidat Thomas Westphal und Spar&Bau-Chef Franz-Bernd Große Wilde vor einer Wohnungsbaustelle.

Die Stadt Dortmund soll ihre Wohnbau-Aktivitäten intensivieren und bündeln und eine neue Servicestelle bekommen, die Wohnungsbauinvestoren aus einer Hand betreut. Diese Stelle soll beim OB-Büro angedockt werden – zumindest dann, wenn Thomas Westphal neuer SPD-Oberbürgermeister wird. Entsprechende Pläne stellte der Kandidat jetzt vor – Wohnen ist eines der zentralen Themen seines Wahlkampfs.

20.000 neue Wohnungen in zehn Jahren als Ziel der Dortmunder Initiative

Dabei soll die Stadt auch noch wesentlich stärker als bisher auf dem Wohnungsmarkt aktiv werden – auch als Bauherrin. Denn das Ziel, was Westphal verfolgt, sieht jeweils 2.000 neue Wohnungen pro Jahr – für die nächsten zehn Jahre also insgesamt 20.000 Wohnungen – vor.

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„Die Stadt ist selbst eine wichtige Partnerin für den Wohnungsbau in Dortmund. Sie plant, erschließt und genehmigt den Bau von neuen Wohnungen. Sie ist mit ihrem Sondervermögen und dem städtischen Wohnungsunternehmen, der dogewo GmbH, selbst direkte und vielfache Anbieterin von Wohnungen und Bauland“, verdeutlicht Westphal. 

„Ich werde die Leistungen der Stadt auf dem Wohnungsmarkt neu ordnen, um schneller, besser und preisgünstiger neue Wohnungen bauen zu können. Dazu gehört eine neue Servicestelle, der Ausbau der Wohnungsaufsicht und die Sicherung städtischer Flächen für gemeinwohlorientiertes Bauen“, machte der OB-Kandidat bei einem Ortstermin in der City deutlich.

Der Wohnungsbau soll unter Thomas Westphal als Oberbürgermeister zur „Chefsache“ werden

Mitten in der City realisiert der Spar- und Bauverein einen großen Wohn und Geschäftskomplex.

In der City realisiert der Spar- und Bauverein einen großen Wohn und Geschäftskomplex. Fotos: Alex Völkel

Als Ort hatte er das Baubüro von Spar und Bau gewählt – mit Blick auf den Neubau der Genossenschaft am Königswall. Deren Chef Franz-Bernd Große-Wilde wollte den Ortstermin aber nicht als Wahlkampfhilfe verstanden wissen.

Er sei als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Wohnungswirtschaft dabei. Und für die seien die Pläne von großem Interesse. „Ich bin froh, dass sich Thomas Westphal dem Thema Wohnen konzeptionell annimmt.“

Denn innenstadtnahes und vor allem auch bezahlbares Wohnen seien zentral. Daher seien sie dankbar, dass der bisherige Chef der Wirtschaftsförderung ein offenes Ohr für die Anliegen der Wohnungswirtschaft habe. Dieser will – im Fall seiner Wahl – Wohnungsbau zur Chefsache machen. Denn der Bedarf wächst weiter: „Alle 17 Minuten verliebt sich irgendjemand in Dortmund und zieht hier her. Außerdem werden täglich 16 neue Dortmunder geboren“, so Westphal. 

Immer mehr Menschen suchten in Dortmund Wohnungen. Doch nicht die bloße Anzahl und den Preis, auch die Qualität des Wohnens und Bauens wolle er im Blick halten. „Wir brauchen ein differenziertes Angebot und dafür ein funktionierendes Netzwerk zu allen Akteuren der Wohnungswirtschaft.“ Dieses Netzwerk will der SPD-Politiker bewusst spannen und sieht da beispielsweise auch Umweltverbände mit im Boot – es gehe ja auch um Flächennutzung.

Stadt soll alle eigenem Wohnbauflächen in eine Entwicklungsgesellschaft überführen

Um dem Thema auch von städtischer Seite stärkeren Schub zu geben, soll die Stadt ihre Leistungen neu ordnen. Alle städtischen Flächen – sie machen immerhin 30 Prozent der 450 Hektar an Potenzialflächen für Wohnungsbau aus – sollen in die Dortmunder Stadtentwicklungsgesellschaft überführt werden. Dann könne die Gesellschaft nicht nur vermarkten, sondern auch selbst preisgünstig und vor allem zügig bauen, weil die Vermarktung dann ja wegfiele. 

Die neue Servicestelle, die Westphal ans OB-Büro andocken will, soll die Flächen schneller baureif machen. Dabei gehe es um Entwicklung, Erschließung, Vermarktung und auch um Akzeptanz – dies sei sein tägliches Brot bei der Wirtschaftsförderung. Nach diesem Muster soll auch das Thema Wohnen angegangen werden. 

Sein Ziel sei ein eigenes Wohnbauprogramm für ganz Dortmund, was in Beteiligung mit den Menschen in den Quartieren entstehen soll. Dabei soll entwickelt werden, welche Wohnformen in welchen Quartieren und Stadtteilen entstehen sollen. „Wir brauchen ein komplettes Entwicklungsprogramm über die ganze Stadt – für seniorengerechtes, studentisches und familiengerechtes Wohnen, aber auch neue Wohnformen.

Stadtweite Entwicklung von unterschiedlichen Wohnformen in den Quartieren

Franz-Bernd Große Wilde und Thomas Westphal skizzieren ihre Vorstellungen zur Wohnungspolitik.

Franz-Bernd Große Wilde und Thomas Westphal skizzieren ihre Vorstellungen zur Wohnungspolitik.

„Wir brauchen in allen Stadtbezirken neue Angebote für alle Wohnungsformen, von der klassischen Mietwohnung, der Einzimmerwohnung, über die Wohngemeinschaft, dem Mehrgenerationenhaus, dem Einfamilienhaus, bis zum Loft über den Dächern von Dortmund“, so Westphal.

Eine schnelle(re) Entwicklung von Bauflächen ist natürlich auch im Sinne von Franz-Bernd Große-Wilde. Dass die Stadt selbst größerer Akteur auf dem Wohnungsmarkt werden soll – und damit auch Wettbewerber – lächelte er weg bzw. relativierte er galant. Denn der Bedarf sei so groß, dass viele Akteure zum Zug kommen könnten und müssten. Entscheidend sei ein fairer Zugang zu Flächen.

Dabei hatte der Chef von Spar und Bau allerdings nicht internationale Konsortien, sondern vor allem lokale und regionale Akteure im Blick. Daher sei die bisher schon gewählte Strategie – ein Grundstück nicht einfach an den Meistbietenden, sondern an den Bieter mit dem besten Konzept für die neue Nutzung zu vergeben – richtig.

Kombination von Konzept und Preis als Grundlage, nicht das höchste Angebot

„Bei der Kombination aus Preis und Konzept haben lokale Player immer Chancen, weil wir ergänzend bauen können“, so Große-Wilde. Dabei muss der Chef von Spar und Bau nicht in die Ferne schweifen, sondern nur aus dem Fenster blicken. Seine Genossenschaft hatte sich beim Interessenbekundungsverfahren für das alte Studieninstitut Ruhr am Königswall durchgesetzt.

Die Genossenschaft mit 12.000 Wohnungen plant und baut hier nun einen städtebaulich interessanten Neubau mit Blick auf den bestehenden „Altbau“ direkt gegenüber. Hier können dann auch gemeinsame Energiekonzepte realisiert und Synergien geschaffen werden. 

Solche Effekte gebe es häufig in der Stadt, ist sich der Chef von Spar und Bau sicher – wenn erfahrene lokale Akteure mit Ideen zum Zuge kämen – und nicht nur internationale Investoren mit dicken Brieftaschen. Dann bliebe auch in Zukunft Wohnen in Dortmund bezahlbar.

 

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Ein Gedanke zu “Wohnen soll in Dortmund zur Chefsache werden – SPD-OB-Kandidat Thomas Westphal setzt auf bezahlbare Wohnungen

  1. Ra Hukoba

    Bemerkenswert! Ist doch die SPD seit Kriegsende die regierende Partei dieser Stadt. Und leistet sich die Stadt doch schon seit Ewigkeiten eine (einst GEMEINNÜTZIGE) Wohnungsbaugesellschaft (DoGeWo21), deren von der SPD nominierter Geschäftsführer Graniki viel Geld kassiert, aber erstaunlich unauffällig auf dem Wohnungsmarkt agiert, sieht man mal vom schnarchigen Verwalten des Bestandes ab. Da muss sich dann der Geschäftsführer des Spar- und Bauvereins an die Seite des SPD-Kandidaten stellen. Irgendwie peinlich. Dass die Stadt schon selber bauen muss, weil die DoGeWo es nicht gebacken bekommt, sei nur am Rande erwähnt. Auch dass sich die Stadt selber um den Ankauf von Problemimmobilien kümmern muss, weil DoGeWo abtaucht. Wo gehen eigentlich die Mieterlöse der DoGeWo hin? Was ist denn eigentlich der Satzungszweck? Was machen eigentlich die SPD-Aufsichtsratsmitglieder?

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