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Neue Vortragsreihe in Dortmund: „Wir schaffen das!? – Bestandsaufnahme zur Geflüchtetenpolitik“

Im Herbst letzten Jahres kamen zahlreiche Flüchtlingszüge in Dortmund an. Foto: Alex Völkel

Von Claus Stille

Die neue Vortragsreihe „Wir schaffen das!? – Bestandsaufnahme zur Geflüchtetenpolitik“ erlebte jetzt an der Fachhochschule Dortmund ihren Auftakt – und gleich mit einem hochkarätigen Experten. Dem Initiator der Vortragsreihe, Prof. Dr. Ahmet Toprak – Dekan des Fachbereichs Angewandte Sozialwissenschaften -, stand der Migrationsforscher, Publizist und Politikberater Klaus J. Bade zur Seite.

Die sogenannte „Flüchtlingskrise“ hat ein „dreifaches Gesicht

An der Verteilung der Flüchtlinge scheint die Europäische Union zu zerbrechen. Foto: Alex Völkel

Der einstige Vorsitzende des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und Berater von Klaus Weise, Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

In Dortmund referierte der emeritierte Professor der Universität Osnabrück vor vollem Hörsaal zum Thema „Flüchtlingskrise“, Flüchtlingspanik und Willkommenskultur: Was haben wir „geschafft“ und wer sind überhaupt „wir“?

Zunächst ging Klaus J. Bade auf die Migrationssituation in und die unterschiedlichen Gründe für die Zuwanderung nach Deutschland ein. Dabei wies er daraufhin, dass noch immer mehr Menschen aus Deutschland aus- als rück-bzw. einwanderten.

Die sogenannte „Flüchtlingskrise“, so Bade, habe ein „dreifaches Gesicht“:  Sie sei „eine anhaltende und mit Blick auf strukturelle, ökonomische, ökologische – klimatische – Ursachen „voraussichtlich wachsende Weltkrise mit gewaltigen migratorischen Folgen“.

Außerdem spielten Kriege und Bürgerkriege sowie politische, ethnische, kulturelle und religiöse als andere Bestimmungsfaktoren eine Rolle bei den weltweit steigenden Fluchtwanderungen.

Hauptaufgabe der internationalen Politik: Fluchtursachen bekämpfen

Migrationsforscher, Publizist und Politikberater Klaus J. Bade war in Dortmund zu Gast. Foto: Claus Stille

Illusionen auf deren mögliches Abebben trat Klaus J. Bade nüchtern entgegen: „Das ist nur ein Anfang und wird weitergehen.“ Die Amerikaner sagten, Migration sei kein Problem, das man nicht einfach lösen, sondern nur begreifen und verwalten könne.

Bade machte klar, dass zwar momentan noch viele Menschen als Binnenflüchtlinge in den eigenen Ländern lebten – das aber nicht so bleiben müsse. Allein in der Region um den austrocknenden Tschadsee seien Millionen Menschen in Not. Die Ursache sei hier wie anderswo der vom Westen zu verantwortende Klimawandel.

Bade warnte: Ein weitere Flüchtlingsstau baue sich gerade in Italien auf.  Die Krise treibe oder locke Menschen auch oft als „Wirtschaftswanderer vor die zunehmend verschlossenen Tore der Festung Europa“, die ihnen als das vermeintliche Paradies erscheine.

Das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei bezeichnete Klaus J. Bade als „entsetzlichen Skandal“. Es gelte stattdessen die Fluchtursachen zu bekämpfen.

Bitteres Fazit von Bade: „Die Europäische Union ist keine Wertegemeinschaft“

Die sogenannte Flüchtlingskrise habe längst schon zu einer politischen Existenzkrise der Europäischen Union geführt. Es habe sich gezeigt, dass die EU keine Wertegemeinschaft sei.

Diese sei „schlicht und einfach eine Interessengemeinschaft“, in der Egoismus der einzelnen Nationalstaaten vorherrscht. Bade warnte: „Daran kann die EU noch immer zerbrechen.“

Menschenrechtliche Gründe stünden an erster Stelle der Fluchtursachen. Der verstärkte Zustrom von Flüchtlingen im letzten Jahr stehe direkt mit dem „verheerenden Versagen der internationalen Gemeinschaft“ bei der Mitfinanzierung von Flüchtlingslagern im Zusammenhang.

Der Referent gab damit zu bedenken, all das habe – wie oft impliziert – nichts mit den von Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgesprochenen „drei Zauberworten ,Wir schaffen das’“ zu tun. Mit denen Merkel „versehentlich ausgesprochen so eine Art globalen Schabowski-Effekt ausgelöst hat“.

Bade anerkannte die große humanistische Leistung der Kanzlerin. Allerdings, schränkte er ein, habe sie „dir Rechnung ohne die anderen europäischen Wirte gemacht“. Und die eigene Bevölkerung habe sie viel zu lange über ihre Strategie im Unklaren gelassen. Die gelebte Willkommenskultur der Zivilgesellschaft fand Bades Lob.

Forderung von Bade: Europäische Asyl- und Arbeitsagentur schaffen!

Die Asylanerkennungsverfahren dauerten viel zu lange. Zumal die Menschen ja erst einmal die deutsche Sprache erlernen müssten. Bade bemängelte das Fehlen einer europäischen Asyl- und Arbeitsagentur. Beides könnte eine Entlastung aller Beteiligten herbeiführen.

Migrationsforscher, Publizist und Politikberater Klaus J. Bade war in Dortmund zu Gast. Foto: Claus Stille

Warum etwa solle sich ein Englisch sprechen könnender Arzt aus Syrien durch einen Deutschkurs quälen, „um diese krude Sprache zu erlernen“ und sich dann noch einige Jahre Medizin abzuringen – nur um das zu wissen, was er vorher auch schon wusste?“ Besser könnte ihnen eine Agentur in ein englischsprachiges Land vermitteln.

Klaus J. Bade kritisierte den in Sachen Flüchtlingskrise immer wieder zu hörenden Politikersatz „Niemand konnte voraussehen, dass …“ Nichts sei abwegiger als das und völliger Quatsch. Dass der weltweite Migrationsdruck unter bestimmten Bedingungen zunehmen würden sei zwar nicht konkret absehbar, jedoch aber realistisch betrachtet, erwartbar gewesen.

Entsprechende Warnungen habe es bereits vor Jahrzehnten gegeben. Bade selbst habe schon in den späten 1980er Jahren gefordert die Mehrheitsgesellschaft bezüglich von Migrationspolitik mitzunehmen. „Denn der Weg in die Einwanderungsgesellschaft ist keine fröhliche Rutschpartie, kein buntes Paradies“, sagte der Referent, „sondern ein mit Anstrengungen und Reibungen verbundener Weg“.

Suche nach Todesängsten in den Themen Asyl, Einwanderung und Islam

Zahlreiche Aktionen, Mahnwachen und Demos gab es von neonazis gegen Flüchtlinge. Foto: Alex Völkel

„Auch wenn von allerhöchster Seite uns gesagt wird – Deutschland wird Deutschland bleiben.“ Was solle das im Einzelnen bedeuten?“, fragte Bade. Die Migration entwickle eine Eigendynamik, die selbst mit Gewalt nicht zu stoppen sei.

Die Bedeutung dieser Entwicklung sei nicht erkannt worden. Kulturoptimisten hierzulande stünden Kulturpessimisten gegenüber.  Dennoch sei Integration in Deutschland, so habe Bade noch in einem Abschlussbericht des SVR noch geschrieben, besser als ihr Ruf.

Andere Völker wunderten sich über das deutsche Gejammer auf hohem Niveau und über die „German Kulturangst“. Sie beobachteten ein deutsche Hysterie, wie sie die Franzosen „Le Waldsterben“ benannten. Bade: „Der Wald ist noch da. Die Kulturpessimisten auch. Sie suchen nach neuen kollektiven Todesängsten in den Themen Asyl, Einwanderung und Islam.“

Die Deutschen blockierten lange Reformen des europäischen Asylrechts

Die Neonazis versuchen das Thema Flüchtlinge zu instrumentalisieren. Foto: Alex Völkel

Eine brandgefährliche Mischung braue sich da zusammen. Rechtzeitige Aufklärung hätte diese, meinte Bade, vielleicht gar nicht erst entstehen lassen. Dennoch brauche Deutschland Einwanderer. Man möge den Satz „Viele Eltern der Kinder von morgen sind gestern schon nicht mehr geboren worden“ einmal durchdenken.

Da Kommunen das meiste in Sachen Integration leisteten, müssten sie auch besser unterstützt werden. Vor allem gelte das für Großkommunen mit hohem Armutsanteil, wie u.a. auch Dortmund.

Auch hätten auf europäischer Ebene gerade die Deutschen „und besonders die CDU-Deutschen und CSU-Deutschen“ die im Blick auf das marode Dublin-System nötigen Reformanstrengungen im europäischen Asylrecht lange blockiert.

Man habe Länder wie Italien und Griechenland mit den Problemen alleingelassen. Wiederum die Deutschen, erinnerte Bade, haben früher europäische Asylquoten abgelehnt, die sie heute von anderen Staaten forderten zu erfüllen.

Eine „stille demografische Revolution“ steht uns ins Haus

Im Dortmunder Stadtbild sind nicht mehr nur Kopftücher zu sehen. Foto: Alex Völkel

Dringend benötigt werde im Alltag und den Schulen interkulturelle Kompetenz. Denn der Migrationsdruck werde anhalten. Migration könne nicht gelöst, sondern auf Dauer nur gestaltet werden. Es stehe in „stille demografische Revolution“ zu erwarten.

Sie führe dazu, dass es in deutschen Städten schon bald keine sogenannten Mehrheitsgesellschaften mehr geben werde, sondern nur noch „mehrere mindergroße Minderheiten“. Die Deutschen ohne Migrationshintergrund werden irgendwann nicht mehr die Mehrheit, sondern nur noch die größte Minderheit sein.

In den USA könne so etwas bereits beobachtet werden. In Jahr 2048 könnten die weißen aus Europa abstammenden US-BürgerInnen nur noch die größte einheimische Minderheit sein. Gefolgt von den Blacks und den Hispanics.

In Deutschland könnten Frankfurt, Augsburg und Stuttgart die ersten Städte mit solchen Entwicklungen sein. Und doch befürchtet Bade, dass es hierzulande in zehn Jahren wieder heißen werde: Niemand konnte voraussehen, dass …

An die Zuwanderer: Wertebasis des Grundgesetzes muss akzeptiert werden

Willkommen in Deutschland. Doch dazu gehört auch die Achtung der Regeln. Foto: Alex Völkel

Migration bringe eben auch viele Probleme und Auseinandersetzungen der Geflüchteten untereinander mit sich. Weshalb es eben keine Blauäugigkeit, keinen „Willkommenskitsch“,  im Umgang mit Migration geben dürfe.

Die Zugewanderten müssten die „Spielregeln des Landes, das sie auf eigenen Wunsch hin auf Zeit oder auf Dauer zu ihren neuen Heimat“ erwählt hätten, anerkennen.

Die Wertebasis des Grundgesetzes müsse akzeptiert werden.  Wer dies nicht will oder nicht könne, der sollte –  so Klaus J. Bade – „konsequenterweise gebeten werden andernorts zu sein“.  Und Politik müsse auf Grundfragen klare Antworten geben. Der Aufstieg der AfD zeige wohin das führe, wenn das nicht geschieht.

Klaus J. Bade: „Integration ist die messbare Teilhabe an den zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Integrationsförderung ist demzufolge dann das Bemühen um Chancengleichheit.“

Weltflüchtlingskonferenz nötig – Hoffen auf UN-Generalsekretär Antonio Guterres

Millionen Menschen sind aus ihrer Heimat geflohen – eine Weltflüchtlingskonferenz wäre nötig.

Der Referent hält ein Weltflüchtlingskonferenz für unabdingbar und setzt diesbezüglich auf den nächsten UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

Im Übrigen ist er der Meinung wir alle weltweit müssten Teilen lernen, um allen Menschen ein würdiges Leben in ihren Heimatländern zu ermöglichen. Wobei freilich dabei diejenigen in erster Linie angesprochen seien, die es sich ohne Weiteres leisten könnten mehr abzugeben oder zu verzichten.

Im Anschluss an das Referat stellte das interessierte Publikum noch nicht minder interessante Fragen an Klaus J. Bade. Ein interessanter Vortrag, der betreffs des Themas tief lotete und wirkliches Expertenwissen vermittelte. Prof. Dr. Ahmet Toprak nannte den Referenten auf Facebook „wunderbar und wortgewandt“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kooperationspartner der Vortragsreihe sind die Auslandsgesellschaft Dortmund, das Dietrich-Keuning-Haus, das Multikulturelle Forum sowie der Planerladen.

Die nächsten Termine in der Vortragsreihe:

  • Den nächsten Vortrag zum Thema „Wer hat Angst ums Abendland?“ hält am 3. November Daniel Bax, Redakteur der TAZ. 
  • Am 8. November referiert dann Prof. Dr. Andreas Zick von der Universität Bielefeld zum Thema „Wir schaffen das“ –  Ein Blick auf Bürger, die daran glauben und andere, die wütend bei dem Gedanken werden.
  • Am 22. November folgt dann noch Levent Arslan vom Dietrich-Keuning-Haus. Er wird über „Gelingende und misslingende Integrationsfaktoren im Rahmen der aktuellen Flüchtlingszuwanderung“ sprechen.
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3 Gedanken über “Neue Vortragsreihe in Dortmund: „Wir schaffen das!? – Bestandsaufnahme zur Geflüchtetenpolitik“

  1. AGNRW

    Die Termine im November zur Vortragsreihe „Wir schaffen das!?“

    Do 03.11.2016, 18:00 Uhr
    Eintritt frei
    Wer hat Angst ums Abendland?

    Vortrag mit Diskussion: Daniel Bax, Redakteur bei der Tageszeitung (taz)
    Grußworte: Prof. Dr. Katja Nowacki, Studiendekanin, und Ali Sirin, Planerladen Dortmund
    Moderation: Prof. Dr. Ahmet Toprak, Dekan, Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften

    Rechtspopulistische Parteien wie die AfD und Bewegungen wie die PEGIDA nutzen die Abneigung gegenüber Muslimen und ihrer Religion als Treibstoff. Doch antimuslimische Ressentiments sind in allen Schichten und über alle politischen Lager hinweg verbreitet – in ganz Europa, denn sie sind tief in der europäischen Geschichte verwurzelt. Eine übersteigerte Angst vor Muslimen droht jedoch die Grundlagen dessen zu zerstören, was Europa ausmachen sollte, schreibt der Journalist und Buchautor Daniel Bax in seinem Buch „Angst ums Abendland. Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor den Islamfeinden fürchten sollten“. In seinem Vortrag wird er darauf eingehen, wie das antimuslimische Ressentiment die Debatten um Einwanderung und Integration, Flucht und Asyl beeinflusst.

    Di 08.11.2016, 18:00 Uhr
    Eintritt frei
    Wir schaffen das – Ein Blick auf Bürger, die daran glauben und andere, die wütend bei dem Gedanken werden

    Vortrag mit Diskussion: Prof. Dr. Andreas Zick, Universität Bielefeld
    Grußworte: Prof. Dr. Andrea Kienle, Prorektorin der FH Dortmund, und Jörg Stüdemann, Stadtdirektor
    Moderation: Prof. Dr. Ahmet Toprak, Dekan, Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften

    Deutschlands Zivilgesellschaft zerfällt derzeit in polarisierte Parallelgesellschaften. Die einen BürgerInnen setzen aktiv eine Willkommenskultur ehrenamtliche Arbeit für Geflüchtete und Asylsuchende durch. Rechtspopulistische und -extremistische Gruppen greifen dagegen in Wut und Rage Unterkünfte, Politik und ihre gesellschaftlichen Gegner an und nehmen jede Gelegenheit wahr, zu zeigen, dass die Integration nicht schaffbar ist. Eine dritte Gruppe hat sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs und teilweise auch vollkommen von der Teilhabe an Gesellschaft zurückgezogen. Der Vortrag wird auf der Grundlage empirischer Studien des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) nachzeichnen, wie BundesbürgerInnen denken.

    Di 22.11.2016, 18:00 Uhr
    Eintritt frei
    Gelingende und misslingende Integrationsfaktoren im Rahmen der aktuellen Flüchtlingszuwanderung

    Vortrag mit Diskussion: Levent Arslan, Dietrich-Keuning-Haus, Dortmund

    Grußworte: Prof. Dr. Helmut Hachul, Prorektor der FH Dortmund, und Martin Loberg, Auslandsgesellschaft NRW e.V.
    Moderation: Prof. Dr. Ahmet Toprak, Dekan, Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften

    Das Dietrich-Keuning-Haus (DKH) ist das größte Stadtteilkulturzentrum und die größte Begegnungsstätte Dortmunds. Als im September die vielen geflüchteten Menschen nach Dortmund kamen, entwickelte sich das DKH in Kooperation mit Freiwilligen, Wohlfahrtsverbänden, Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz und THW zur Zentrale für die Versorgung von insgesamt 8000 Geflüchteten. In seinem Vortrag wird der Programmleiter/stellv. Geschäftsbereichsleiter des DKH, Levent Arslan, über seine Erfahrungen aus der Zeit des „Wir schaffen das“ sprechen und zudem die Frage erörtern, was denn „gelingende und misslingende Integrationsfaktoren im Rahmen der aktuellen Flüchtlingszuwanderung“ sind.

    Ort: Fachhochschule Dortmund, Emil-Figge-Straße 44, 44227 Dortmund

    Veranstalter: Fachhochschule Dortmund
    In Kooperation mit: Auslandsgesellschaft NRW e.V., Dietrich-Keuning-H, Multikulturelles Forum e.V., Planerladen e.V.

  2. FH Dortmund

    Offene Fachhochschule: Vortrag Prof. Zick fällt aus

    Der für den 8. November 2016 geplante Vortrag „Wir schaffen das – Ein Blick auf Bürger, die daran glauben und andere, die wütend bei dem Gedanken werden“ von Prof. Dr. Andreas Zick (Universität Bielefeld) musste aus Krankheitsgründen abgesagt werden.

    Der Vortrag wird im Sommersemester 2017 nachgeholt.

  3. FH DO

    Gelingende und misslingende Integrationsfaktoren
    – Im Rahmen der aktuellen Flüchtlingszuwanderung

    Wer? Levent Arslan, Dietrich-Keuning-Haus, Dortmund
    Wann? 22. November 2016, 18.00-20.00 Uhr
    Wo? Fachhochschule Dortmund
    Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften
    Emil-Figge-Str. 44, 44227 Dortmund
    Raum -1.01, Eingang Anbau

    Der Vortrag von Arslan ist Teil der vierteiligen Vortragsreihe „Wir schaffen das!?“, die eine „Bestandsaufnahme zur Geflüchtetenpolitik“ bietet. Prof. Dr. Ahmet Toprak, der Initiator der Reihe, holt ausgewiesene Experten an die Fachhochschule Dortmund. Sie beleuchten in Vorträgen bis zum 22. November die verschiedenen Facetten der Flüchtlingsthematik und beziehen Stellung. Zentraler Ausgangspunkt ist das Statement „Wir schaffen das!“ von Kanzlerin Angela Merkel vor gut einem Jahr. „Wir wollen die politische Aussage der Kanzlerin wissenschaftlich überprüfen und diskutieren“, lädt der Dekan ein. „Unser Ziel ist es, mehr Sachlichkeit in die emotional aufgeladene Diskussion zu bringen, Vorurteile geradezurücken und mehr Offenheit für neue Denkweisen zu erreichen“.

    In der Debatte um die Integration geflüchteter Menschen, so Toprak, stehe die soziale und kulturelle Integration im Mittelpunkt, obwohl der erste Schritt dorthin, nämlich die strukturelle Integration, bislang nicht einmal ansatzweise gelungen sei. Wie also kann eine nachhaltige Integration gelingen? Welche Kompetenzen bringen die Geflüchteten mit und welche Ressourcen muss das Aufnahmeland zur Verfügung stellen? Und was heißt überhaupt Integration? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, lädt der Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften interne und externe Politik-Interessierte zu Vorträgen ein.

    Die Vortragsreihe wird durchgeführt mit den Kooperationspartnern Auslandsgesellschaft, Dietrich-Keuning-Haus, Multikulturelles Forum und Planerladen.

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