Von Bierpalästen, Kneipen und Trinkhallen: 
Neue Sonderschau im Brauerei-Museum

Das Brauereimuseum in der Dortmunder Nordstadt. Foto: Alex Völkel
Foto: Alex Völkel

Um 1900 entstanden – häufig unter der Regie von Brauereien – prachtvolle Großgastronomien: Festsäle, Bierpaläste und Restaurants. Daneben gab es die ersten Trinkhallen. Sie boten preiswert Mineralwasser und sollten die Arbeiter vom Gang in die Gaststätte und damit vom Alkoholkonsum abhalten. Seitdem hat sich die gastronomische Landschaft nicht nur bei den Trinkhallen stark verändert.


Schau zeigt Facetten des Wandels

Facetten dieses Wandels zeichnet die Ausstellung „Von Bierpalästen, Kneipen und Trinkhallen. Impressionen aus der Geschichte von Bier und Gastronomie“ im Dortmunder Brauerei-Museum nach. Zu sehen sind im historischen Maschinenhaus zahlreiche historische wie aktuelle Fotografien sowie andere Exponate. 
Die Schau läuft bis zum Jahresende 2013. Die Eröffnung erfolgte im Rahmen des Brauereifestes und des Tages der offenen Tür im Brauereimuseum.

Überschäumende Liebe zum Bier

Die rasante Urbanisierung und die überschäumende Liebe zum Bier schufen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eine schöne deutsche Blüte: den Bierpalast. Häufig unter der Regie von Brauereien entstanden in deutschen Großstädten prachtvolle Großgastronomien. In Berlin und München, aber auch in Dortmund wurden schlossartige Festsäle, Bierhallen, regelrechte Bierpaläste, große Ausflugslokale und Restaurants errichtet. Dazu kamen die vielen neuen wie die traditionellen Gaststätten, in denen der Bierausschank das Hauptelement bildete. Ihnen standen auf der anderen Seite die ersten Trinkhallen gegenüber. Gefördert und initiiert von Fabrikbesitzern, gemeinnützigen Vereinen und Stadtvätern,  boten diese „Seltersbuden“ preiswert Mineralwasser und sollten die Industriearbeiter vom Gang in die Gaststätte und damit vom Alkoholkonsum abhalten.

Massiver Wandel durch Krieg und Strukturen

Seit dieser Zeit hat sich die gastronomische Landschaft nicht nur bei den Trinkhallen stark verändert. Von der alten historistischen Prachtgastronomie sind nur noch Abbildungen geblieben. Verantwortlich dafür waren zwar in erster Linie die Kriegszerstörungen. Gleichwohl zählte die regelmäßige Veränderung der Gastronomiestile und -strukturen zu den typischen Merkmalen der Branche im Laufe des 20. Jahrhunderts. Das Brauerei-Museum dankt dem Stadtarchiv Dortmund und dem Westfälischen Wirtschaftsarchiv Dortmund für historische Abbildungen, dem Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg für zahlreiche Leihgaben sowie Brigitte Kraemer für eine Serie ihrer Fotografien zum Thema: „Die Bude“.

Führungen möglich

Öffnungszeiten des Brauerei-Museums, Steigerstraße 16, Dortmund: dienstags, mittwochs, freitags und sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 20 Uhr, samstags von 12 bis 17 Uhr. 
Der Eintritt kostet 2,50 Euro, ermäßigt 1,25 Euro.
Führungen können unter Telefon (0231) 8400200 vereinbart werden.

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