
Rund eine Million Euro hat Spendobel allein in den vergangenen zehn Jahren für soziale Projekte in Dortmund gesammelt. Bei seiner jährlichen Sitzung im Rathaus wählte das Spendenparlament nun zehn neue Projekte aus, die ein Jahr lang im Fokus der Spendenkampagnen stehen sollen.
Würdigung des Engagements und Appell für Solidarität
Von einer bloßen Abstimmung konnte dabei keine Rede sein. An den 14 Ständen der Projektbewerber*innen wurde vor Beginn der Sitzung lebhaft diskutiert, erklärt und gelacht. Die Spendobel-Mitglieder ließen sich Konzepte erläutern, stellten kritische Fragen und knüpften fast beiläufig neue Kontakte – ein Zeichen dafür, wie eng die Verbindung zwischen den Ehrenamtlichen und den sozialen Trägern der Stadt inzwischen gewachsen ist.
Spendobel-Präsidentin Christiane Wurst eröffnete die Sitzung. Bürgermeister Norbert Schilff würdigte in seinem Grußwort das Engagement der Initiative und betonte, wie unverzichtbar der Einsatz der Ehrenamtlichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Dortmund sei.
Auch Gastreferent Prof. Dr. Dierk Borstel erhielt anhaltenden Beifall. In seinem Impulsvortrag zeigte er, wie anspruchsvoll es ist, soziale Gerechtigkeit zu fördern. Pointiert, provokativ und mit Humor machte er deutlich, dass eine gerechte Gesellschaft nicht allein durch staatliches Handeln entsteht. Mit einem eindringlichen Appell schloss er: „Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung für andere übernehmen.“ Spenden seien Ausdruck dieser Haltung und ein wichtiger Beitrag für jene, die Unterstützung dringend brauchen.
25 Jahre Spendobel: Vom Kirchenprojekt zur festen Größe
Die 14 Verantwortlichen der Projektanträge präsentierten ihre Anliegen jeweils in zwei Minuten. Am Ende des Abends standen die Entscheidungen fest: Zehn Dortmunder Projekte werden ein Jahr lang im Mittelpunkt der Spendobel-Spendenwerbung stehen. Die ausgewählten Projekte werden in den kommenden Wochen auf www.spendobel.de veröffentlicht. Dort können Interessierte direkt für ein Projekt ihrer Wahl spenden.

Der Abend bot mehr als einen Ausblick auf die Förderarbeit des nächsten Jahres: Er markierte auch einen Meilenstein, denn Spendobel feiert sein 25-jähriges Bestehen.
2001 von der Evangelischen Kirche Dortmund gegründet, hat sich das Spendenparlament zu einer festen Größe in der Dortmunder Stadtgesellschaft entwickelt – und zu einem Modell dafür, wie sich ehrenamtliches Engagement, kirchliche Trägerschaft und konkrete soziale Unterstützung vor Ort miteinander verbinden lassen.
Superintendentin Heike Proske dankte allen, die Spendobel in den vergangenen Jahren unterstützt und geprägt haben. Nächstenliebe und Solidarität seien für die Evangelische Kirche keine abstrakten Begriffe, sondern ein konkreter Auftrag. Diesem Auftrag habe sich die Kirche als Trägerin von Spendobel verpflichtet und werde ihr Engagement in neuer Struktur fortsetzen.
Neuer Verein soll Zukunft von Spendobel sichern
Mit dem Jubiläum beginnt ein neues Kapitel. Präsidiumsmitglieder Roland Bracht und Bernd Ewers erläuterten die Neuerung: Spendobel hat sich in diesem Jahr als gemeinnütziger Verein gegründet und stellt sich ab dem 1. Januar 2027 breiter auf. Für die Mitglieder, die geförderten Projekte und die praktische Arbeit ändere sich nichts, betonten sie.
Die neue Struktur solle das Modell für die Zukunft stärken. Wichtigste Botschaft dabei: Auch künftig fließen alle Spenden zu 100 Prozent an die Projekte. Zum Abschluss nahmen Parlamentarierinnen und Projektvertreterinnen die Spendobel-Idee mit hinaus in die Stadt – auf Stofftaschen gedruckt, mit der Botschaft: „Ich fühl‘ mich heute so spendobel.“
Weitere Informationen unter www.spendobel.de

