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Volles Haus in (noch) leeren Räumen: Neujahrsempfang im Naturkundemuseum – Eröffnungstermin lässt auf sich warten

Neujahrsempfang im Naturkundemuseum, das im diesem Jahr wieder eröffnet werden soll. Fotos: Klaus Hartmann

Von Susanne Schulte

Museumsdirektorin Dr. Dr. Elke Möllmann hat den Humor nicht verloren. „Es ist ungewöhnlich, dass so viele Leute zu einer Führung durch ein leeres Haus gekommen sind“, begrüßte sie am Sonntag die knapp 50 Gäste des Neujahrsempfangs des Vereins der Freunde des Naturkundemuseums. Die warten seit gut zweieinhalb Jahren darauf – so lange hat sich die geplante Eröffnung nach der Sanierung mittlerweile verschoben –, dass das Museum wieder BesucherInnen einlässt. Dass dieser Tag nicht mehr so fern scheint, hat wohl die Vereinsmitglieder ins Haus geholt. „So viele waren es noch nie bei einem Neujahrsempfang“, sagte dann auch der Vorsitzende Adolf Miksch. Gefragt, wann es denn nun endlich so weit sei, kommt als Antwort nur ein ratloses Achselzucken. Zur Museumsnacht am 21. September in diesem Jahr wird es wohl nichts.

98 Prozent der Bauarbeiten seien erledigt – Nur der Dino wachte die ganzen Jahre über das Geschehen

Dr. Dr. Elke Möllmann führte durch das Museum.

Dabei seien nur noch zwei Prozent der Bauarbeiten zu machen, so Möllmann. Aber wenn Kleinigkeiten fehlen, wie die Fußleisten, können auch die folgenden Arbeiten nicht begonnen werden. Und Handwerker haben dieser Tage alle Hände voll zu tun. Doch auch der Rundgang durch die leeren Räume war interessant und lässt die Vorfreude noch größer werden.

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Der neue Eingangsbereich an der Südseite ist ebenerdig. Dort, wo einst die Schleiferei war, gibt es demnächst Kaffee und Kuchen, neben dem Lichthof, wo einst der Haupteingang war, wurde die Außenterrasse zu einem Sonderausstellungsbereich ausgebaut.

Darüber wacht zurzeit das einzige Exponat, dass das Museum nicht verlassen hat: der Iguanodon-Saurier. Aufgrund seiner Größe konnte er nicht als Ganzes transportiert werden und hätte man ihn zerlegt, wäre er kaputt gewesen.

Der Saurier blickt auf die fossilen Scheiben von Baumstämmen, die drei Millionen Jahre alt sind und zum Teil 400 Kilogramm wiegen. Die kommen jetzt an der hohen Wand zur Galerie besser zur Geltung als vorher. Gegenüber ist die grüne Wand, lebende Pflanzen, die aus der Mauer wachsen. Damit symbolisiere man Biologie und Geologie, die Bereiche, die das Museum zeige, so Möllmann.

Die Fische und die Baumscheiben sind als erste Exponate bereits an Ort und Stelle

„Stadt, Land, Fluss“, überschreibe man die Dauerausstellung, wenn sie wieder eingerichtet sei. Der erste Raum gehöre der Stadt Dortmund, der zweite dem Umland mit der Landwirtschaft, der Flora und Fauna von Wiesen und Äckern, der dritte dann der Wand mit den entsprechenden Tieren und Pflanzen.

Das Leben im Fluss zeigt das Aquarium, in dem sich bereits wieder die Fische tummeln. Dieses ist dem Möhnesee nachempfunden. Elke Möllmann fütterte die Fische, um zu zeigen, dass die Seeforellen Raubfische sind. Die anderen Fische bekamen kaum einen Krümel ab.

Sieben Jahre sind die Seeforellen alt, so alt werden sie in freier Natur nicht. „Am Anfang habe ich das Aquarium selbst von innen gereinigt, aber mittlerweile hat der Tierpfleger auch einen Tauchschein.“ Sie sei froh, dass nicht mehr machen zu müssen. „Das ist sooooo kalt.“

Weibliches Mammutskelett wartet auf seinen Aufbau unter einer Glaskuppel

Auf der oberen Etage wird dann einst die Geologie von Nordrhein-Westfalen anschaulich gemacht: die Eiszeit, die Kreidezeit und das Karbon. Dort findet dann das Skelett eines weiblichen Mammuts seinen Platz.

Für ein weibliches Mammut habe man sich entschieden, weil es das sonst nirgends zu sehen gebe und weil der Platz für ein männliches nicht gereicht hätte. Immerhin erreicht das weibliche Skelett schon eine Größe von 2,60 Meter.

Auch das Skelett eines Höhlenbären ist dort zu sehen. Die sieben Ammoniten können ebenfalls auf diesem Stockwerk angeschaut werden wie auch der Mineralienraum. Elke Möllmann erklärte das alles so anschaulich, dass man die Ausstellungsstücke gar nicht vermisste.

Naturkundemuseum war vor dem Umbau das meistbesuchte Museum in Dortmund

Beim anschließenden Kaffeetrinken bei von den Vereinsmitgliedern selbst gebackenen Kuchen ehrten Adolf Miksch und seine Stellvertreterin Petra Marx noch besonders aktive Mitglieder für ihr Engagement bei den verschiedenen Veranstaltungen.

So bleibt das Museum trotz seiner Schließung seit auch im Gedächtnis der DortmunderInnen. Denn die Frauen und Männer wünschen sich, dass es auch nach der Wiedereröffnung wieder das wird, was es einst war: das meistbesuchte Museum in Dortmund.

 

 

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