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Tag der Artenvielfalt: Vielfältiges Engagement der Emschergenossenschaft für Biodiversität in der Region

Die Gebirgsstelze ist in den vergangenen Jahren an die Emscher zurückgekehrt. Foto: Bernd Stemmer/EGLV

Seit 2001 ist der 22. Mai der „Internationale Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt“ – ausgerufen von den Vereinten Nationen. Auch die Emschergenossenschaft setzt sich mit ihrer Arbeit für ein artenreiches Gewässerumfeld in der Region ein. Der Emscher-Umbau ist dabei nur ein Beispiel. Das Engagement ist vielfältig und reicht vom Insektenschutz bis zum biologischen Weinanbau in der Bierstadt Dortmund.

Von der Schnecke bis zum Eisvogel – viele Tiere sind zurückgekehrt

Die schonende Elektrobefischung zeigt, dass die Groppe in der Escher an vielen Stellen wieder heimisch ist.

An vielen Stellen der Emscher ist die Groppe wieder heimisch geworden. Foto: EGLV

„Der Emscher-Umbau mit der Revitalisierung eines ganzen Flusssystems ist der größte Beitrag zur Steigerung der Artenvielfalt in der Region“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Muscheln, Schnecken, Feuersalamander, Kreuzkröten und viele andere Tiere wie die Emschergroppe, die Gebirgsstelze und der Eisvogel sind in den vergangenen Jahren an die Emscher und ihre Nebenläufe zurückgekehrt.  ___STEADY_PAYWALL___

Die Zahl der wirbellosen Flussbewohner*innen hat sich seit 1990 sogar verdreifacht und ist ein Indikator dafür, dass sich die Wasserqualität durch die von der Emschergenossenschaft durchgeführten ökologischen Maßnahmen im Rahmen des Emscher-Umbaus wesentlich verbessert hat. „Wasserwirtschaft ist ein wichtiger Faktor beim Erhalt der Artenvielfalt. Wir leisten mit unseren Maßnahmen einen aktiven Beitrag zur Biodiversität in unserer Region“, sagt Paetzel.

Neben der Förderung der Biodiversität im Rahmen des Emscher-Umbaus wurden in den vergangenen Jahren verschiedene thematische Initiativen gestartet, z. B. zum Schutz der Insektenwelt durch die Einsaat von Grünflächen (etwa an den Emscher-Höfen sowie an Deichen). In Emscher, Lippe und teils im Seseke-Gebiet wurden in Kooperation mit Partnern erfolgreich gezielte Besatzmaßnahmen mit der Emschergroppe bzw. Quappe und Maifisch durchgeführt, die dafür sorgen, dass sich diese seltenen Arten wieder in den ökologisch aufgewerteten Gewässersystemen ausbreiten. 

Das Leben tummelt sich im Wasser, an Land und in der Luft

Die Beweidung mit Rindern (Pilotprojekt in Herne-Börnig ab April 2020) zielt neben der Landschaftspflege und damit Förderung der Artenvielfalt der Wildkräuter und Avifauna (Gesamtheit der Vogelarten einer Region) auch auf die Förderung alter Haustierrassen (zum Beispiel Rotes Höhenvieh).

Weinberg Rüpingsbach passgenaue Pflanzung

Biologischer Weinanbau am Rüpingsbach. Foto: Gerd Wüsthoff/Archiv

Die beiden Weinberge der Emschergenossenschaft am Phoenixsee und am Rüpingsbach in Dortmund werden nach den Kriterien des biologischen Weinbaus bewirtschaftet und weisen einen artenreichen Unterwuchs als Gründüngung sowie begleitende Bepflanzungen mit naturnahen Gehölzen auf.

Imkerkooperationen in Abstimmung mit der Betriebsabteilung der Emschergenossenschaft wirken an vielen Stellen des Emscher-Gebietes nicht nur dem Bienensterben entgegen, sondern fördern durch die Bestäubungsleistung auch die floristische Vielfalt. Zahlreiche aktuelle Projekte und Aktionen haben die Insekten an den Gewässern im Blick: 

Der Stauden-Senkgarten im Bottroper BernePark bietet bereits Nahrung für verschiedene Bestäuberinsekten. Darüber hinaus sind im Rahmen des Projektes „BienenBlütenReich“ im vergangenen Jahr durch das Aussäen von mehrjährigen Blühmischungen insektenfreundliche Blühflächen an den Emscher-Höfen in Holzwickede, Castrop-Rauxel/Dortmund und Dinslaken entstanden.

Mehr als 160 Bienenvölker sorgen durch die Bestäubung für reichhaltige Flora

Ergänzt werden diese Schritte durch das Aufstellen von Wildbienenhotels am Emscherquellhof, am Hof Emschermündung und am Hof Emschertal, die Nahrungsgrundlagen für zahlreiche Insektenarten sind. Am Emscherquellhof hat die Emschergenossenschaft mit einem Mitmach-Projekt der Kooperation „Gemeinsam für das neue Emschertal“ insektenfreundliche Hochbeete angelegt.

Blühfläche am Hof Emschermündung in Dinslaken. Foto: Klaus Baumers/EGLV

Hinzu kommt die Imkerkooperation der Emschergenossenschaft, durch die auf den Höfen, Betriebsanlagen und alten Betriebswegen Stellplätze für die Bienenvölker der regionalen Imker geboten werden. Mehr als 160 Bienenvölker auf den Liegenschaften der Emschergenossenschaft fördern durch die Blütenbestäubung die Zahl der aktiv blühenden Pflanzenarten im Gewässerumfeld. 

Um dabei eine Beeinträchtigung der Wildbienenpopulationen, die in Deutschland gefährdet sind, zu vermeiden, sind die Völkerzahlen der Honigbiene auf den einzelnen Standorten begrenzt. Neben dem, was die Emschergenossenschaft heute bereits zu Erhalt und Steigerung der Artenvielfalt leistet, setzt der Wasserverband in den kommenden Jahren im Rahmen seiner Biodiversitätsinitiative ein Schwerpunktprogramm um.

Dazu gehören kleinere Sofort-Maßnahmen auf Flächen der Emschergenossenschaft wie Boden-und Pflanzarbeiten (Blühwiese, Sandhaufen, Obstbaum), das Anbringen von Nistkästen (Fledermaus, Vögel, Insekten) sowie eine Prüfung aller Flächen hinsichtlich des Potenzials für weitere Maßnahmen. Dies beinhaltet alle geeigneten Anlagenstandorte (Kläranlagen, Pumpwerke, etc.).

Roßbach-Renaturierung schreitet voran – gesperrter Weg wird kommende Woche wieder freigegeben

Der vom Abwasser und von den Betonsohlschalen befreite Roßbach im Mai 2019: Deutlich zu erkennen ist der neue, geschwungenere Lauf des Gewässers. Foto: Markus Greulich/EGLV

Die Emschergenossenschaft kommt gut mit der Renaturierung des Roßbachs voran. Im Zuge des Baufortschritts kann nun auch in der kommenden Woche bis spätestens Mittwoch der für die Arbeiten gesperrte Weg zwischen Arminiusstraße und Wischlinger Weg wieder für die Öffentlichkeit freigeben werden.

Lediglich der Abzweig des Weges zur Sydowstraße bleibt weiterhin gesperrt, da über die Sydowstraße die Zufahrt zum Bodenzwischenlager der Emschergenossenschaft erfolgt.

Die Renaturierung des Roßbachs begann im Sommer 2017. Die Emschergenossenschaft investiert rund acht Millionen Euro in die ökologische Aufwertung des einst als offener Schmutzwasserlauf gebrauchten Gewässers. Von den insgesamt 4,3 Kilometern, die naturnah umgestaltet werden, sind bereits 3,3 Kilometer von Marten bis zur Sydowstraße fertig revitalisiert – darunter auch der Bärenbruchgraben. Nach derzeitigem Stand werden die Renaturierungsarbeiten im 4. Quartal 2020 abgeschlossen.

 

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  • www.eglv.de
  • Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt.
    Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.
    Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft in enger Abstimmung mit der Stadt das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,38 Milliarden Euro investiert werden. 

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