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Studie an der FH Dortmund: Wie Corona Lebenswirklichkeit und Alltag im Stadtteil verändert – und dies nicht nur negativ

Corona und Alltag: Wie wirken sich die Restriktionen auf unser Leben aus? Foto: Thomas Engel

Die Corona-Pandemie hat den Alltag vieler Menschen verändert. Erste Ergebnisse einer Studie von Umweltpsychologen der Fachhochschule Dortmund, die unter anderem im Stadtteil Westerfilde durchgeführt wurde, zeigen: einige dieser Veränderungen sind durchaus positiv. Wegen der Restriktionen der Pandemie-Prophylaxe eröffnen sich einerseits neue Räume für Kreatives, doch es wird andererseits auch über Einsamkeit berichtet.

Neben positiven Effekten: beträchtlicher Teil der Befragten berichten von Einsamkeit wegen Corona

Solidarität, Nachbarschaftshilfe, mehr Zeit für Kreativität und Naturerlebnisse, aber auch mehr Bewegung zu Fuß oder per Fahrrad – während der Zeit großer Einschränkungen durch Corona haben viele Menschen positive Veränderungen in ihrem Alltag gespürt. „Zugleich müssen wir aber auch festhalten, dass 37 Prozent der Befragten von Einsamkeit berichten“, sagt Tilmann Hüppauff, der an der FH Dortmund das Projekt SuPraStadt betreut. ___STEADY_PAYWALL___

Von Mitte April bis Mitte Mai haben Sozialwissenschaftler Tilmann Hüppauff und sein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Marcel Hunecke untersucht, wie Menschen mit den Corona-Maßnahmen umgehen und ob der veränderte Alltag zu einer nachhaltigeren Lebensweise führen kann.

900 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt, gut ein Drittel davon aus Dortmund. Erste Ergebnisse der Studie liegen nun vor. Die Auswertung der Befragten aus Dortmund und die bundesweite Analyse kommen dabei zu ähnlichen Ergebnissen.

Erfahrung von Solidarität und Hilfsbereitschaft hilft, Einschnitte im Alltag gelassener zu nehmen

Tilmann Hüppauff und sein Team an der FH Dortmund haben die Lebenssituation der Menschen während der strengen Corona-Schutzmaßnahmen untersucht. (Foto: FH Dortmund / Marcus Heine)

Nahezu alle Befragten berichten von Veränderungen durch die Pandemie – bei der Arbeit, der Mobilität und beim Konsum. „Der persönliche Alltag wurde als reduziert beschrieben”, sagt Tilmann Hüppauff. Zugleich hätten Homeoffice – 50 Prozent der Befragten haben vorrangig zuhause gearbeitet – und der Verzicht auf Aktivitäten wie Kino oder Fußball für mehr Freizeit gesorgt.

Plötzlich habe es Raum für Kreatives gegeben, für Spaziergänge in der Natur. „Das wollen die Menschen sich erhalten“, beschreibt der Wissenschaftler. Und wer in dieser Zeit mehr mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs gewesen sei, wolle das auch künftig tun. Für die Nachhaltigkeitsforschung seien diese ersten Ergebnisse sehr spannend und sollen nun vertiefend untersucht werden.

Die eigenen Erfahrungen beeinflussten auch die Akzeptanz der Corona-Schutzmaßnahmen. Wer in seinem Umfeld Solidarität und Hilfsbereitschaft erfahren habe, nehme die Einschnitte im Alltag gelassener. „Grundsätzlich haben mehr als 80 Prozent der Befragten die Regeln von Kontaktbeschränkungen bis Abstand halten als angemessen empfunden“, sagt Tilmann Hüppauff. Dieser Wert decke sich mit anderen Studien. Menschen, die sich durch Corona-Beschränkungen einsam gefühlt hätten, neigten zugleich eher dazu, die Schutzmaßnahmen abzulehnen.

Hintergrund: Das vom BMBF geförderte Projekt „SuPraStadt“

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „SuPraStadt untersucht in drei Reallaboren in Dortmund-Westerfilde, Heidelberg und Kelsterbach, wie die Lebensqualität von Bewohner*innen urbaner Stadtquartiere sowie deren gesellschaftliche Teilhabe in Einklang gebracht werden können mit den ökologischen Anforderungen der Nachhaltigkeit. Die Fachhochschule Dortmund begleitet das Reallabor im Dortmunder Stadtteil Westfilde.

 

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