Strategische Kooperation soll sozialethische Forschung im Erzbistum stärken

Fakultät Paderborn und Kommende Dortmund bündeln ihre Kräfte:

Beteiligte präsentieren den Vertrag
Christoph Weishaupt, Detlef Herbers, Professor Dr. Jonas Hagedorn und Professor Dr. Aaron Langenfeld (v.l.) freuen sich über die Kooperation zur Profilierung der Sozialethik. Foto: Claudia Schwarz / Kommende Dortmund

Die Theologische Fakultät Paderborn und das Sozialinstitut Kommende Dortmund planen eine umfassende Kooperation. Ziel ist es, sozialethische Forschung zu stärken und deren Ergebnisse stärker in Gesellschaft und Kirche zu tragen. In einer gemeinsamen Absichtserklärung betonen die Partner, dass die enge Zusammenarbeit erhebliche Synergien freisetzen und die Gestaltungskraft in der politischen und sozialen Bildung entfalten kann. Dabei soll die Kommende Dortmund künftig enger an die Fakultät angebunden werden. Auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses spielt eine zentrale Rolle.

Gemeinsame Strategie für mehr sozialethische Wirkung

Angesichts aktueller kirchlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen sehen die Theologische Fakultät Paderborn und die Kommende Dortmund großes Potenzial in ihrer Zusammenarbeit. Die Kooperation soll die Einbindung christlicher Positionen in den gesellschaftlichen Diskurs fördern, wichtige Impulse in Fragen von Solidarität und Gerechtigkeit setzen und die öffentliche Diskussion durch einen sozialethischen Beitrag bereichern. Strukturell wird als Ziel die Anbindung der Kommende als „An-Institut“ der Theologischen Fakultät Paderborn und damit als Forschungseinrichtung in getrennter Rechtsträgerschaft benannt.

Beteiligte unterzeichnen den Vertrag
Detlef Herbers, Direktor der Kommende Dortmund, unterzeichnet mit Professor Dr. Aaron Langenfeld, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, die Absichtserklärung zur Kooperationsvereinbarung. Foto: Claudia Schwarz / Kommende Dortmund

„Diese Kooperation ist ein Meilenstein für die Sozialethik in unserem Erzbistum und darüber hinaus“, erklärt Detlef Herbers, Direktor der Kommende Dortmund.

„Wir schaffen eine zukunftsweisende Struktur, die es uns ermöglicht, drängende gesellschaftliche Fragen in einem akademischen Setting zu bearbeiten und unsere Erkenntnisse wirkungsvoll in die Gesellschaft zu tragen. Das Erzbistum Paderborn profiliert auf diese Weise in Dortmund einen Ort exzellenter sozialethischer Wissenschaft und arbeitsweltbezogener, politischer und sozialer Bildung. Es entwickelt einen Ort der Vernetzung und des Austauschs am Puls der Zeit weiter.“

Professor Dr. Aaron Langenfeld, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, ergänzt: „Die Kooperation mit der Kommende Dortmund schärft das sozialethische Profil in Theorie und Praxis. Die Sozialethik an der Theologischen Fakultät Paderborn hat sich in den vergangenen Jahren in Kooperationszusammenhängen zum Beispiel mit den Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn stark aufgestellt. Wir freuen uns darauf, mit der Kommende auch in Dortmund gemeinsam innovative Wege zu gehen und akademischen Nachwuchs für die wichtigen Themen der Sozialethik zu begeistern.“

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Kommende Dortmund, Oberstudiendirektor i. E. Christoph Weishaupt, begrüßt und unterstützt die Zusammenarbeit der beiden Institutionen: „Für das Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn bedeutet die Kooperation eine institutionelle Erweiterung. Das stärkt auf Dauer die Wahrnehmung und Erfüllung seines Auftrags.“

Strukturelle Neuausrichtung der Kommende Dortmund

Ein zentraler Bestandteil der Neustrukturierung der Kommende Dortmund ist der Aufbau eines neuen Bereichs für sozialethische Forschung, der für die inhaltliche Kooperation mit der Theologischen Fakultät Paderborn verantwortlich sein wird. Geplant ist eine Doppelspitze in der Leitungsstruktur des Sozialinstituts Kommende Dortmund. Der Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre der Theologischen Fakultät Paderborn wird den Forschungsbereich verantworten, während der Direktor der Kommende Dortmund die etablierten Fachbereiche der arbeitsweltbezogenen, politischen und sozialen Bildung leitet.

Beteiligte präsentieren den Vertrag
Professor Dr. Jonas Hagedorn, Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn und Detlef Herbers, Direktor der Kommende Dortmund(v.l.). Foto: Claudia Schwarz / Kommende Dortmund

„Die heute unterschriebene Absichtserklärung ebnet den Weg, gemeinsam an den gegenwärtig drängenden gesellschaftlichen Fragen zu arbeiten“, betont Professor Dr. Jonas Hagedorn, Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn und damit designierter Leiter des Forschungsbereichs des Sozialinstituts Kommende Dortmund.

„Die Aufgaben sind groß, und nur gemeinsam, in Kooperation mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren können wir unsere Anliegen in den Arenen politischer Öffentlichkeit wirksam vertreten und Akzente setzen. ‚Partner im Team‘ machen einen Unterschied, wenn es um Fragen sozialer Gerechtigkeit, der Ausbalancierung sozialer Ungleichheiten und der Bewahrung der Schöpfung geht. Auf diese Weise gesellschaftstheoretische Überlegungen zur Debatte zu stellen, Einfluss zu nehmen und eine gerechte Gesellschaft zu denken und zu gestalten, gehört zu unserer Kernaufgaben“, sagt Professor Dr. Hagedorn.

Breites Spektrum an Zielen und Schwerpunkten

Die angestrebte Kooperation konzentriert sich auf mehrere Schwerpunkte. Im Fokus steht die Profilierung der Sozialethik als Markenzeichen des Erzbistums Paderborn – sowohl in der Forschung als auch in der Praxis. Dies soll durch interdisziplinäre Ansätze und neue Austauschformate erreicht werden.

Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der Bildungs- und Forschungsarbeit zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Dabei sollen insbesondere Impulse zu Fragen von Solidarität und Gerechtigkeit gesetzt werden. Zudem soll der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert und sozialethisch gebildetes Personal für politisches Engagement und die Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels gewonnen werden.

Damit soll die standortgebundene sozialethische Forschungs- und Bildungsarbeit in Dortmund ausgebaut und das Sozialinstitut Kommende Dortmund als Forschungs- und Bildungsstandort nachhaltig etabliert und entwickelt werden, auch durch die Einwerbung von Drittmitteln. Schließlich zielt die Kooperation auf die nachhaltige Vernetzung in der Region sowie der Politikberatung und Gremienarbeit auf nationaler und internationaler Ebene ab, einschließlich der Zusammenarbeit in und mit internationalen sozialethischen Netzwerken.

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