
Immer mehr Beschäftigte übernehmen neben ihrer Arbeit Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige. Die Stadt Dortmund und die Agentur für Arbeit Dortmund beteiligen sich deshalb am NRW-Landesprogramm „Vereinbarkeit von Beruf & Pflege“. Ziel ist es, Mitarbeitende in Pflegesituationen besser zu unterstützen und pflegefreundliche Strukturen in den Organisationen weiter auszubauen. Beide Arbeitgeber setzen dabei auf Beratung, flexible Arbeitsmodelle und gezielte Unterstützungsangebote.
Landesprogramm soll Pflege stärker in den Arbeitsalltag integrieren
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat das Landesprogramm „Vereinbarkeit von Beruf & Pflege“ ins Leben gerufen. Es soll Beschäftigte unterstützen, die neben ihrer beruflichen Tätigkeit Angehörige pflegen, und ihre langfristige Teilhabe am Arbeitsleben fördern.
Arbeitgeber:innen werden dabei unterstützt, pflegefreundliche Strukturen aufzubauen und sich mit regionalen Beratungs- und Pflegeangeboten zu vernetzen. Neben Unternehmen aus der freien Wirtschaft haben bereits 36 von 53 Kreisen und kreisfreien Städten die entsprechende Charta unterzeichnet.
Dem Programm haben sich auch die Stadt Dortmund und die Agentur für Arbeit Dortmund angeschlossen. Beide Organisationen wollen das Thema Pflege stärker in ihren Arbeitsalltag integrieren und Mitarbeitende in belastenden Lebenssituationen gezielt unterstützen.
Stadt Dortmund baut bestehende Angebote weiter aus
Mit der Teilnahme am Landesprogramm möchte die Stadt Dortmund das Thema „Pflege und Beruf“ stärker in der Verwaltung verankern. Führungskräfte und Mitarbeitende sollen für die besonderen Herausforderungen von Beschäftigten mit Pflegeverantwortung sensibilisiert werden. Zudem erhält die Stadt Zugang zu aktuellen Informationen, Austauschformaten und kostenlosen Fortbildungsangeboten.

„Damit stärken wir unsere Rolle als moderne und familienfreundliche Arbeitgeberin. Uns ist wichtig, dass Beschäftigte, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, dabei nicht allein gelassen werden. Deshalb bauen wir bestehende Unterstützungsangebote weiter aus und entwickeln sie konsequent weiter“, betont Oberbürgermeister Alexander Kalouti.
Bereits heute bietet die Stadt Dortmund verschiedene Unterstützungsangebote an. Dazu zählen flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Lösungen je nach Pflegesituation sowie Beratungsangebote für Beschäftigte. Zentrale Anlaufstellen und Informationsmaterialien helfen dabei, passende Angebote schnell zu finden.
Stadtdirektor Christian Uhr, Dezernent für Personal, Digitales und Verwaltungsmodernisierung der Stadt Dortmund, erklärt dazu: „Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeitenden bestmöglich zu unterstützen und flexible Lösungen in den unterschiedlichsten Lebensphasen zu schaffen. Das gelingt uns bei dem Thema Pflege bereits jetzt unter anderem durch angepasste Arbeitsmodelle sowie eine offene und sensible Unternehmenskultur.“
Seniorenbüros beraten auch Beschäftigte der Stadt
Ein wichtiger Bestandteil der Unterstützungsstruktur sind die zwölf Seniorenbüros im Dortmunder Stadtgebiet. Sie bieten wohnortnahe Beratung rund um das Thema Pflege an und arbeiten dabei mit der Stadtverwaltung, Wohlfahrtsverbänden sowie der Städtischen Seniorenheime gGmbH zusammen.

Sozialdezernentin Frauke Füsers verweist auf die Bedeutung der Einrichtungen: „Die Seniorenbüros sind für viele Menschen die erste Adresse, wenn es um Pflege geht. Sie beraten umfassend, persönlich und mit viel Fachwissen – sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch unsere Beschäftigten in ganz konkreten Pflegesituationen.“
Auch Beschäftigte der Stadt Dortmund können diese Angebote nutzen. Die Beratungsangebote sollen dazu beitragen, Betroffene frühzeitig zu unterstützen und passende Hilfen zu vermitteln.
Arbeitsagentur Dortmund qualifiziert Pflege-Lotsinnen
Die Agentur für Arbeit Dortmund hat ebenfalls die Charta zur „Vereinbarkeit von Beruf & Pflege“ unterzeichnet. Die Behörde beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeitende und möchte die Unterstützung für Beschäftigte mit Pflegeverantwortung weiter ausbauen. Mit der Teilnahme am Landesprogramm verpflichtet sie sich, pflegefreundliche Strukturen zu stärken und entsprechende Angebote für ihre Mitarbeitenden weiterzuentwickeln.

„In Nordrhein-Westfalen sind 1,39 Millionen Menschen pflegebedürftig. Die meisten von ihnen werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Diese sind in vielen Fällen berufstätig: Schätzungsweise 700.000 Erwerbstätige in NRW pflegen zusätzlich zu ihrem Beruf Verwandte, Partner oder Freunde“, erklärt Heike Bettermann, Chefin der Dortmunder Arbeitsagentur.
„Auch unter unseren Kolleginnen und Kollegen gibt es viele Betroffene. Daher haben wir jetzt zwei Mitarbeiterinnen zu Pflege-Lotsinnen geschult, die Hilfesuchenden intern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Für uns ist es selbstverständlich, sowohl der demografischen Entwicklung der Gesellschaft als auch den Bedürfnissen unserer Beschäftigten Rechnung zu tragen, die eine Pflegeverantwortung übernehmen.“

