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Rückbau von Gemeinschaftsunterkünften: Neun von zehn Geflüchteten in Dortmund haben mittlerweile Wohnungen

Die Schiffe zur Unterbringung von Flüchtlingen im Schmiedinghafen sind längst Geschichte.

Dortmunds Strategie, geflüchtete Menschen in Wohnungen unterzubringen, ist aufgegangen: Neun von zehn Flüchtlingen sind in regulärem Wohnraum untergekommen. Derzeit leben nur noch 791 Menschen in Einrichtungen – 7453 Geflüchtete haben mittlerweile Wohnungen in Dortmund gefunden. Die Zahl und Größe der Übergangseinrichtungen wurde ebenfalls wieder zurückgefahren. Aktuell sind die bestehenden Einrichtungen nur noch zu 50 Prozent belegt. 792 Plätze sind derzeit frei. Das geht aus dem fünften Sachstandsbericht zur (Ab-) Schaffung von Flüchtlingsunterkünften hervor, den die Stadt jetzt den politischen Gremien vorlegt.

Nur noch sieben Gemeinschaftseinrichtungen bleiben in Dortmund in Betrieb

Die ehemalige Hauptschule am Ostpark wird auch zukünftig für die Flüchtlingsunterbringung genutzt.

Neben der kommunalen Unterbringungseinrichtung im Grevendiecksfeld mit 300 Plätzen (plus 50 Reserveplätzen) sind derzeit nur noch die ehemamalige Hauptschule am Ostpark, die ehemalige  Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule in Derne, der Iggelhorst in Dorstfeld, die Container an der Breisenbachstraße und der Mergelteichstraße sowie das Landhaus Syburg in Betrieb.

„Mit unserem dezernatsübergreifenden Gesamtkonzept sind wir gut gefahren. Wir haben ein dezentrales und ausgewogenes Konzept gehabt, welches ähnliche Quantitäten für alle Bezirke vorsah“, zieht Liegenschaftsdezernent Jörg Stüdemann eine zufriedene Bilanz.

Aufgrund der rückläufigen Zuweisungszahlen im abgelaufenen Jahr 2017 wurden einige Übergangseinrichtungen geschlossen. In einer ersten Schließungsphase wurden sowohl die sechs Traglufthallen an drei Standorten als auch die Containeranlage an der Morgenstraße sowie die Flusskreuzfahrtschiffe, die im Schmiedinghafen gelegen haben, geschlossen.

Stadt Dortmund hält noch Reserven für die künftige Unterbringung vor

In den Traglufthallen wurden abgebaut und eingelagert. Sie sind nun Teil der städtische Reserve.

In weiteren Schließungsphasen sind bis zum Ende 2017 weitere Unterkünfte geschlossen worden. Hierunter fallen u.a. das ehemalige Kreiswehrersatzamt an der Leuthardstraße, die Container an der Haferfeldstraße und die Einrichtung in der Frenzelschule.

Das Dilemma: Beim Aufbau wurden die Kommunen vom Gesetzgeber von vielen Restriktionen und Vorgaben freigestellt, um eine schnelle Bearbeitung zu gestatteten. In die andere Richtung – nämlich dem Rück- und abbau – greifen wieder alle Mechanismen der Beteiligung und Ausschreibung. Daher dauert die Abwicklung länger als der Aufbau.

Die Stadt hat einen Teil der gekauften Einheiten wieder verkauft. Allerdings hält sie eine Reserve vor. Auch die Traglufthallen wurden – wie zahlreiches Zubehör – eingelagert, um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können. „Wir müssen gefeit sein gegen sprunghafte Entwicklungen“, so Stüdemann.

Derzeit werden 30 bis 40 Flüchtlinge pro Woche zugewiesen

Viele BürgerInnen helfen noch immer den geflüchteten Menschen bei der Integration.

Die noch in Betrieb befindlichen Einrichtungen sollen auch vorerst weiter genutzt werden, um neu zugewiesene Menschen aufzunehmen und auch um Reserven vorzuhalten, sollten die Zahlen mal wieder ansteigen. Derzeit werden der Stadt 30 bis 40 Menschen pro Woche neu zugewiesen.

Dabei gibt es einen politischen Streit: Denn es gibt zwei Zuweisungsquoten: Bei der Quote nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz kommt Dortmund nur auf 73 Prozent – rechnerisch liegt die Stadt noch 853 unter Soll. Dies liegt unter anderem daran, dass nach der Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung die Anrechnung der Plätze auf die Quote weggefallen ist – rund 1300 Flüchtlinge waren der Stadt wegen der EAE weniger zugewiesen worden. Dies muss die Stadt nun nachholen.

Allerdings gibt es noch eine zweite Quote nach Wohnsitzauflage. Dort liegt Dortmund mit 3312 Angekommenen „über Soll“ – die Quote wird zu 191 Prozent erfüllt. Ein Unding, findet Sozialdezernentin Birgit Zoerner. „Wir fordern, dass die Quoten gegeneinander aufgerechnet werden. Denn dieses System ist nicht gerecht.“

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