
Bei Brandeinsätzen in dichtem Rauch und extremer Hitze entscheidet Orientierung oft über Leben und Tod. Um in Not geratene Einsatzkräfte künftig schneller zu orten, haben die Feuerwehr Dortmund und wissenschaftliche Partner ein neuartiges Assistenzsystem entwickelt. Die Technologie kombiniert moderne Funkortung mit Visualisierungen direkt in der Atemschutzmaske. Bei einer Vorführung im Ausbildungszentrum Eving wurde der Prototyp nun erfolgreich unter realistischen Einsatzbedingungen demonstriert.
Innovative Ortungstechnik unterstützt Atemschutztrupps bei Nullsicht in brennenden Gebäuden
Wenn Feuerwehrleute bei einem Innenangriff in Gebäude vordringen, gehören dichter Rauch, extreme Hitze und völlige Dunkelheit zu den gefährlichsten Bedingungen im Alltagsgeschäft. Eine Orientierung ist für die Angriffstrupps oft nur noch sehr eingeschränkt möglich.

Sollte eine Einsatzkraft in eine akute Notlage geraten, verbleiben Rettungstrupps oft nur wenige Minuten zum Handeln.
Um diese kritische Phase abzukürzen, wurde im Forschungsprojekt CELIDON-PRO ein System zur kontinuierlichen Standortbestimmung entwickelt. Die Sicherheit der Einsatzkräfte habe höchste Priorität und moderne Technik könne dabei eine wichtige Unterstützung sein, betont Dirk Aschenbrenner, Leiter des Amts für Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz der Stadt Dortmund.
Die Kombination aus Funkwellen und Datenbrille führt Einsatzkräfte direkt zum Ziel
Das neu entwickelte System setzt auf die sogenannte Ultra-Wideband-Technologie (UWB), um eine milimetergenaue Positionsbestimmung im Raum zu erlauben. Über eine Spezialanzeige in der Atemschutzmaske werden diese Ortungsdaten als virtuelle Elemente direkt in das Blickfeld eingeblendet.

Durch diese visuelle Unterstützung sehen Feuerwehrleute die genaue Position anderer Teammitglieder selbst dann, wenn der Umgebungsraum durch dichte Rauchgase nicht mehr erkennbar ist. Das erleichtert das gegenseitige Auffinden im Gebäude enorm.
Bei der Praxisdemonstration im Ausbildungszentrum im Stadtteil Eving zeigte sich vor Fachpublikum, dass verunfallte Kräfte mithilfe der neuen Digitaltechnik deutlich schneller und zielgerichteter geborgen werden können.
Wissenschaft und Industrie erproben den Prototyp für einen möglichen Praxiseinsatz
Gefördert wurde das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unter der Konsortialführung der Firma Dräger.

Als Partner wirkten die TU Dortmund, die Westsächsische Hochschule Zwickau sowie das Institut der Feuerwehr NRW mit.
Das Projekt zeige eindrucksvoll, wie Forschung und Praxis gemeinsam Lösungen entwickeln, die im Einsatzfall den entscheidenden Unterschied machen können, erklärt Feuerwehrchef Dirk Aschenbrenner rückblickend zum Projektabschluss.
Nach dem Ende der Projektlaufzeit wird der erprobte Demonstrator für weitere Praxisprüfungen bereitgestellt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen genutzt werden, um die Technik schrittweise an die harten Anforderungen des Einsatzalltags anzupassen.
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