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Rat fordert fraktionsübergreifend Land und Bund auf, sich an der Optimierung der Hafenstruktur in Dortmund zu beteiligen

Das Container-Terminal Dortmund (CTD) platzt aus allen Nähten. Der Hafenbahnhof soll Entlastung bringen.

Das Container-Terminal Dortmund (CTD) platzt aus allen Nähten. Der Hafenbahnhof bringt Entlastung. Foto: Alex Völkel

Einhellige Zustimmung für den Hafen: Der Rat hat auf Vorschlag der CDU einhellig einen Antrag der Optimierung der Hafenstruktur auf den Weg gebracht. Denn der Hafen und der Dortmund-Ems-Kanal genießen bei allen Fraktionen – teils aus unterschiedlichen Gründen – hohe Zustimmung.

Alle Fraktionen wollen das größte zusammenhängende Industriegebiet schützen

„Für uns ist die Infrastruktur unbefriedigend. Es ist das größte Dortmunder Industriegebiet mit über 5000 Arbeitsplätzen. Das liegt uns und anderen am Herzen“, begründete Jendrick Suck (CDU) den Antrag. „Es gibt Handlungsbedarf innerhalb und außerhalb des Wassers.“ 

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Die Ertüchtigung der Schwieringhauser Brücke, die Sanierung des Hafens, der weitere Ausbau des Container-Terminals und die Anbindung der KV-Anlage (kombinierter Verkehr/Umladung von Schiene auf Straße) und eine Weiterentwicklung des Verkehrskonzepts für den Hafen mit dem Vollanschluss der Westfaliastraße.

„Alles, was erhoben wurde, ist richtig. Wir haben schwer Sorge um den geliebten Hafen und die Arbeitsplätze“, so Dirk Goosmann (SPD), zugleich Aufsichtsratchef der Dortmunder Hafen-AG. „Es gilt, das größte zusammenhängende Industriegebiet zu schützen.“ Dazu gehöre auch, die Wasserwege zu ertüchtigen, sodass künftig auch Schiffe mit drei Lagen Containern unter den Brücken durchfahren könnten. 

Schleusensperrungen als größte Herausforderung für den Dortmunder Hafen

Die Schleuse am Schiffshebewerk in Waltrop-Henrichenburg muss erneut gesperrt werden. Foto: Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich

Die Schleuse am Schiffshebewerk in Waltrop-Henrichenburg muss erneut gesperrt werden. Foto: Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich

Der neu erlassene Denkmalschutz für die Schwieringhauser Brücke ist da jedoch ein Problem – ebenso wie die häufigen Sperrungen in der Schleuse in Henrichenburg. Diese Nadelöhre gelte es zu beseitigen. Die Schleuse bezeichnete Goosmann als Damoklesschwert für den Hafen und dann die Situation an der Schleuse als unsäglich. 

Allein die zusätzlichen Lkw-Verkehre durch die geplante Sperrung im kommenden Jahr sind so zahlreich, dass man die Sattelschlepper vom Dortmunder U bis Berlin aneinanderreihen könnte, so Goosmann. „Das ist ein Langzeitprojekt, aber wir brauchen den Appell an Land und Bund, dass hier dringend Geld in die Hand genommen werden muss.“ 

Den hohen Sanierungsstau und Engpässe bei der Wasserstraße beklagte auch Andreas Urbanek (AfD). „Der Bund hat die Wasserwege über Jahre nicht angepackt“, kritisierte Lars Rettstadt (FDP/ Bürgerliste).  Doch man dürfe nicht nur über die eine Brücke, sondern müsse über die gesamte Zuwegung reden. 

„Da sind alle Parteien gefordert. Denn das Potenzial des Hafens wird ja gar nicht ausgeschöpft“, so Rettstadt. „Nicht nur in wirtschaftlicher Sicht wäre es ein wichtiger Schritt, diese Wasserstraße verbessert zu bekommen. Das würde uns viel Verkehr nehmen und vieles erleichtern.“

Der Verkehrsaspekt war auch Linken, Piraten und Grünen wichtig, die den Antrag ebenfalls unterstützen. Nicht mittragen wollte Utz Kowalewski den Teil des Vollanschlusses, die Erweiterung der KV-Anlage und den Vollanschluss der Westfaliastraße. 

Planungsdezernent: Denkmalschutz wird Entwicklung des Hafens nicht behindern

Die Stahlträgerbrücke wurde 1951 als Nachfolgerin einer im Zweiten Weltkrieg gesprengten Stahlfachwerkbrücke aus dem Jahr 1934 errichtet. Foto: Hafen AG

Die Stahlträgerbrücke wurde 1951 als Nachfolgerin einer im Zweiten Weltkrieg gesprengten Stahlfachwerkbrücke aus dem Jahr 1934 errichtet. Foto: Hafen AG

Bei der Forderung nach dem Abriss der Schwieringhauser Brücke meldeten die Grünen Beratungsbedarf an. Denn die Abrissforderung widerspreche dem Denkmalschutz, so Hans-Georg Schwinn. Daher pochten die Grünen auf einen Prüfauftrag, was der Antragsteller aufgriff.

Einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion über die Brücke leistete Planungsdezernent Ludger Wilde. So habe die Stadt die Brücke nicht von sich aus eingetragen.  „Für diese Art Denkmäler sind Arnsberg und das Westfälische Denkmalamt zuständig. Die haben diese Brücke eingestuft und uns als Stadt angewiesen, sie in die Denkmalliste einzutragen“, so Wilde. 

„Wir haben da keinen Ermessensspielraum. Aber das heißt nicht, dass es für diese Brücke keine Lösung gibt. Die Anhebung eine Möglichkeit. Ein Ersatz- und Neubau aber auch, dann den Denkmalschutz überwinden“, verdeutlicht der Dortmunder Planungsdezernent. Im Klartext: den Denkmalschutz könnte man auch wieder aufheben.

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