„Pandora 2.0“ bietet Upcycling, Co-Working und Kultur am Fredenbaum: Unterstützung für Social-Start-ups in Dortmund

Die Bühne für künftige Kulturveranstaltungen steht bereits. Fotos (2): Pandora 2.0
Die Bühne für künftige Kulturveranstaltungen hinterm Fredenbaumpark steht bereits. Fotos (2): Pandora 2.0

Im Dortmunder Norden entsteht ein neuer Kreativ-Hotspot. Das Social-Start-up „Pandora 2.0“ baut unmittelbar hinterm Fredenbaumpark ein Kultur- und Bildungszentrum auf. Ihr Ziel: Ideen für nachhaltiges Leben entwickeln und weitervermitteln. Die Fachhochschule Dortmund greift dem Projekt gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Dortmund mit dem Stipendienprogramm „greenhouse.ruhr“ unter die Arme.

Ein Projekt als eine Schmiede für kreative Menschen, die sich mit Nachhaltigkeit befassen

David Coerdt, Emrah Kökten und FH-Student Niklas Roggow sind die Gründer von „Pandora 2.0“. Foto: FH Dortmund / Benedikt Reichel
David Coerdt, Emrah Kökten und FH-Student Niklas Roggow sind die Gründer von „Pandora 2.0“. Foto: Benedikt Reichel/ Fachhochschule Dortmund

Büro und Werkstatt sind in einem ausrangierten Überseecontainer hinter einer Fabrikhalle untergebracht. Drumherum bilden alte Euro-Paletten neue Hochbeete für Gemüse. Gut sortiert liegen etwas abseits Holzteile, Metallplatten und Schrott. Alles noch zu verwerten. Upcycling ist eine der Säulen des Start-ups „Pandora 2.0“. FH-Student Niklas Roggow ergänzt: „Zudem wollen wir mit Workshops und regelmäßigen Netzwerktreffen im Kulturcafé den Wissensaustausch anregen.“ Der Wirtschaftsstudent ist neben David Coerdt und Emrah Kökten einer der Gründer von „Pandora 2.0“. ___STEADY_PAYWALL___

„Es geht um den Social Impact“, betont David Coerdt. Das Projekt sei eine Schmiede für kreative Menschen, die sich mit Nachhaltigkeit befassen. Andere Start-ups oder Unternehmen können im Co-Working-Bereich zusammenkommen und gemeinsam neue Ideen umsetzen. Kulturveranstaltungen von Konzerten bis zum Poetry Slams sollen das Angebot ergänzen und „Pandora 2.0“ zu einem Treffpunkt im Quartier machen. Mit diesem Ansatz gewann das Team auf der Dortmunder Messe „Fair Friends“ den Social-Start-up-Pitch.

Aktuell sind die drei Gründer Teil des Stipendienprogramms „greenhouse.ruhr“. FH Dortmund und die Wirtschaftsförderung unterstützen dabei gemeinsam mit Partnern Social Entrepreneurship. Acht soziale Unternehmungen werden derzeit begleitet und gecoacht. „Es ist ein fantastischer Austausch“, lobt Niklas Roggow. Bei „greenhouse.ruhr“ gehe es nicht um Konkurrenz, sondern um Kontakte und um gemeinsame Veränderungen. Gleichzeitig biete das Programm den Gründern Leitplanken für wirtschaftliches Handeln. Welche Projekte sind realisierbar? Wie können sie refinanziert werden?

Erdme Brüning: „Greenhouse.ruhr deckt genau den Bedarf für soziales Unternehmertum ab“

Die Hochbeete am Container-Dorf tragen bereits reichlich Ernte. Künftig sollen sie mit dem Regenwasser vom Nachbargebäude versorgt und gedüngt werden.
Die Hochbeete am Container-Dorf tragen bereits reichlich Ernte. Künftig sollen sie mit dem Regenwasser vom Nachbargebäude versorgt und gedüngt werden.

Ein Beispiel: Künftig soll das Regenwasser vom Dach der benachbarten Fabrikhalle gesammelt, durch einen Fischtank geleitet und für Bewässerung und Düngung der Beete genutzt werden. Aquaponik nennt sich die Kombination aus Fischzucht und Gemüseproduktion. Über die Ausscheidungen der Fische gelangen Nährstoffe ins Wasser und so zu den Pflanzen. Die Ernte geht ins projekteigene Bistro. Ein Kreislauf, der über eingesparte Abwassergebühren finanziert werden kann.

„Greenhouse.ruhr deckt genau den Bedarf für soziales Unternehmertum ab, der sich immer häufiger in unserer Arbeit mit potenziellen Gründer*innen an der FH Dortmund herauskristallisiert“, sagt Erdme Brüning, Gründungslotsin der Fachhochschule Dortmund. Sie erlebt dies in allen Fachbereichen, von der Architektur bis zur Wirtschaft. „Wir waren darum sofort dabei, als die Wirtschaftsförderung mit dem Vorschlag einer Kooperation an uns herangetreten ist und freuen uns bereits auf eine Fortführung“, sagt Erdme Brüning.

Anfang Dezember endet „greenhouse.ruhr 2020“ mit dem finalen Pitch und einem Preisgeld. Geld, das „Pandora 2.0“ in neue Projekte investieren möchte. „Ideen haben wir viele“, sagt David Coerdt und FH-Student Niklas Roggow ergänzt: „Mit den Ideen treffen wir den Nerv der Zeit.“ Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielten in der Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle. Darum seien Menschen, aber auch Unternehmen an innovativen Ideen interessiert. „Pandora 2.0“ will sie liefern.

Hintergrund:
  • Warum „Pandora 2.0“?
    Woher der Name für das Projekt kommt? Als die Büchse der Pandora dem Mythos nach geöffnet wurde, kamen Übel und Krankheiten aus ihr über die Welt. Bevor zuletzt auch die Hoffnung entweichen konnte, verschloss Pandora die Büchse schnell wieder. Und daher rührt der Name „Pandora 2.0“. „Wir haben die Büchse zum zweiten Mal geöffnet, um die Hoffnung rauszulassen“, erzählen die Gründer.
  • Kontakt „Pandora 2.0“:
    E-Mail: info@pandorazweipunktnull.org
    Instagram: instagram.com/pandora2.0
    Facebook: facebook.com/PandoraZweiPunktNull

 

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