
München soll für Deutschland ins internationale Rennen um die Olympischen und Paralympischen Spiele gehen. Die Bewerbung KölnRheinRuhr, an der auch Dortmund beteiligt war, hat im nationalen Auswahlverfahren des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) das Nachsehen. Während Oberbürgermeister Alexander Kalouti und die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet die Entscheidung bedauern, begrüßt die Linke im Regionalverband Ruhr das Ergebnis. Sie fordert, das Geld auf Sportstätten, Nahverkehr und die kommunalen Haushalte zu konzentrieren.
Dortmunds OB Kalouti gratuliert München
Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti reagiert enttäuscht auf das Aus für die gemeinsame Bewerbung. „Natürlich bedauere ich diese Entscheidung“, erklärt er in einer Stellungnahme.

Zugleich gratuliert er München und wünscht der Stadt Erfolg bei den nächsten Schritten auf dem Weg zur internationalen Bewerbung. An die ausgewählte Bewerberstadt gerichtet sagt Kalouti: „Wir in Dortmund fiebern mit euch.“
Die außerordentliche DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden hat nach Angaben der Ruhr-IHKs München als deutschen Bewerber ausgewählt. Im Auswahlverfahren ging es um eine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Über die internationale Vergabe der Spiele ist damit noch nicht entschieden.
Ruhr-IHKs wollen Zusammenarbeit fortsetzen
Die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet hatten KölnRheinRuhr ausdrücklich unterstützt. Sie verbanden mit den Spielen Hoffnungen auf zusätzliche wirtschaftliche Nachfrage, einen langfristigen Imagegewinn und Impulse für den Tourismus.
„Die Enttäuschung ist groß, weil wir von den Chancen dieser Bewerbung für unsere Region überzeugt sind“, erklärt Roland Klein, Präsident der IHK zu Dortmund, die in diesem Jahr für die Ruhr-IHKs spricht. Zum sportlichen Wettbewerb gehöre jedoch auch, die Entscheidung zu respektieren. Die Kammern gratulieren München und wünschen der Stadt Erfolg im internationalen Wettbewerb.

Die Zusammenarbeit aus dem Bewerbungsprozess soll aus Sicht der IHKs weitergehen. Klein verweist auf die Unterstützung aus Sport, Politik, Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft. Die gemeinsamen Ideen könnten auch unabhängig von Olympia zur Entwicklung der Region beitragen.
Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, sieht weiterhin Chancen, das Ruhrgebiet mit seinen Unternehmen, seiner Kultur und seiner Sportbegeisterung bekannter zu machen.
Die Kammern regen an, die im Bewerbungsprozess entwickelten Ansätze zu prüfen und geeignete Vorhaben weiterzuverfolgen. Das gelte insbesondere für die Stadtentwicklung. „Entscheidend ist, dass aus dieser Zusammenarbeit weitere konkrete Projekte für die Region entstehen“, so Schreiber.
Linke fordert Investitionen in den Alltag
Anders bewertet die Fraktion Die Linke im Regionalverband Ruhr die Entscheidung. Sie könne die Enttäuschung der Unterstützerinnen und Unterstützer nachvollziehen, halte das Ergebnis aber für richtig.
Als Schwachpunkte der Bewerbung nennt die Fraktion die Reisezeiten zwischen den Sportstätten und dem Olympischen Dorf sowie die Verkehrsinfrastruktur. Nach ihren Angaben bewertete der DOSB die Reisezeiten bei KölnRheinRuhr mit 63,5 Punkten, bei München mit 95,5 Punkten. Auch bei der internationalen Strahlkraft habe München deutlich vorn gelegen.

Wolfgang Freye, Co-Vorsitzender der Fraktion, fordert nun Investitionen in bestehende Sportstätten und den öffentlichen Nahverkehr. Unter Verweis auf den Landessportbund beziffert er den Investitionsbedarf bei den Sportstätten in Nordrhein-Westfalen auf 3,5 Milliarden Euro. Dem stehe eine vom Land geplante Milliarde Euro gegenüber. Zudem müsse die Unterfinanzierung der Kommunen beendet werden.
Co-Fraktionsvorsitzende Monetta Marchiano befürchtet, Olympische Spiele hätten zusätzliche Schulden verursacht, ohne die grundlegenden Probleme zu lösen. Die Fraktion will deshalb auch klären, wie viel Geld Land und Kommunen bislang für die Bewerbung ausgegeben haben. Darüber hinaus kritisiert sie das nationale Auswahlverfahren, in dem mehrere Regionen zunächst um die deutsche Bewerbung konkurrieren mussten.
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