OB: „Die Innenstädte sind nicht tot, sondern stehen vor einer neuen Blütezeit“ – doch dafür braucht’s gemischte Nutzungen

Der Leerstand im Westfalenforum ist offensichtlich - ein Blick in die verschmutzten Schaufenster.
Der Leerstand im Westfalenforum ist offensichtlich – ein Blick in Schaufenster. Archivbild: Alex Völkel

Schöner wohnen, kaufen, arbeiten und leben in der City? Die Stadt Dortmund möchte – gemeinsam mit möglichst vielen Akteur*innen – die Quartiere innerhalb des Wallrings und die City insgesamt zukunftssicher und zukunftsfähig machen. Ein wichtiger Hebel soll dabei das zu schaffende City-Management werden. Die ersten Pflöcke sind – gemeinsam mit der „City-Runde“ – eingeschlagen worden: Das Dortmunder Planungsbüro „Stadt+Handel“ wird den Weg dahin begleiten und auch die Dialogprozesse auf dem Weg dorthin organisieren. Denn die Herausforderungen sind groß: Vor nicht weniger als einem Strukturwandel stehe der Einzelhandel.

Der Einzelhandel in der Dortmunder City steht vor einem Strukturwandel wie früher Kohle, Stahl und Bier

Weihnachtsshopping oder Umtauschstress - in der City ist es rund um Weihnachten extrem voll.
Verkaufsoffener Sonntag in der City – kaum mehr vorstellbar in Zeiten von Corona.  Archivbild: Alex Völkel

OB Thomas Westphal wies auf den Bedarf hin, aktuelle Veränderungsprozesse aktiv zu begleiten. Denn auch im Oberzentrum Dortmund steht die Innenstadt vor großen Herausforderungen. Ein Strukturwandel – vergleichbar mit dem bei Kohle, Stahl und Bier – stehe insbesondere dem Einzelhandel bevor.

Der seit längerem zu beobachtende Strukturwandel im Einzelhandel wird durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv beschleunigt und bringt das Erfordernis mit sich, neue Nutzungen und Funktionen für die Innenstadt zu denken und zu fördern. 

Eine klare Botschaft: „Die Innenstädte sind nicht tot, sondern stehen vor einer neuen Blütezeit – zumindest dann, wenn wir gemischte Nutzungen hinbekommen“, blickt Westphal darauf, dass künftig nicht mehr nur der Einzelhandel der Taktgeber für die City sei. Insbesondere auch die Eigentümer*innen der Immobilien sind gefordert, an dem Strukturwandel mitzuwirken. 

Denn die Zeiten, wo der Handel jeden Preis für die Erdgeschosslagen zahlen könnte, seien vorbei, so der OB. Wenn man ein Veröden der Einkaufsmeilen verhindern wolle, brauche es einen Wandel in den Strukturen. „Was zu leisten ist, ist nicht gering. Aber wir stimmen nicht ein in die Tonlage, dass die City tot ist. Wir wollen sie gezielt weiterentwickeln“, so Thomas Westphal. 

Deutliche Impulse zur stadtstrukturellen und wirtschaftlichen Stärkung der City

Während der Pandemie herrschte in der City über weite Strecken gähnende Leere. Foto: Hannes Czech
Während der Pandemie herrschte in der City über weite Strecken gähnende Leere. Foto: Hannes Czech

Dabei gehe es darum, nicht nur den Handel, sondern auch Gastronomie, Wohnen, Arbeiten, Erlebnis und Kultur zu stärken, macht Planungsdezernent Ludger Wilde deutlich: „Auf dem Höhepunkt der Pandemie haben wir gesehen, wie öde Einkaufsstraßen sein können. Wir können nicht weitermachen wie bisher“, möchte Wilde einen neuen Weg einschlagen. „Dafür müssen wir aber andere mitnehmen – insbesondere die Privaten“.  

Dabei sollen nicht dieselben Fehler wiederholt werden wie in der Brückstraße. „Da haben wir das vor 10 bis 15 Jahren erlebt. Im Erdgeschoss war Halligalli und die Obergeschosse standen leer. Wir befürchten für die gesamte City ähnliche Entwicklungen, wenn man nichts macht“, bricht der Planungsdezernent eine Lanze für die Nutzungsvielfalt.

Mit dem nun gestarteten Prozess werden unter Einbindung der Akteure der Innenstadt die konzeptionellen Grundlagen zum Anstoß eines Citymanagements erarbeitet. Dieses soll deutliche Impulse zur stadtstrukturellen und wirtschaftlichen Stärkung der Dortmunder City setzen und sowohl Aspekte der Stadtentwicklung als auch des Stadtmarketings behandeln. 

Gemeinschaftlich werde ein Weg eingeschlagen, der ein zukünftiges Bild der Dortmunder City zeichnen soll. Dieser Weg wird in den nächsten 18 Monaten durch das Büro „Stadt+Handel“ begleitet. Das Dortmunder Unternehmen wurde nach einer Ausschreibung und einer (Online-) Präsentation vor einer breit besetzten Jury einvernehmlich ausgewählt. 

Lebensraum statt nur Einkaufsmeile: „Story der City“ soll neu geschrieben werden

Die Projektleiter Jens Nußbaum und Stefan Postert vom Büro „Stadt +Handel“. Foto: Alex Völkel
Die Projektleiter Jens Nußbaum und Stefan Postert vom Büro „Stadt +Handel“. Foto: Alex Völkel

Die Zusammensetzung der Jury dokumentiert dabei den umfassenden Ansatz: Vertreten waren Akteur*innen des Cityrings, des Handelsverbandes, der IHK, der Politik sowie verschiedener Fachbereiche der Verwaltung.

Sie waren sich einige darin, dass die „Story der City neu geschrieben“ werden müsse – und wollen einen ganzheitlichen Ansatz, der die City als urbanen Lebensraum begreift – und nicht nur als Einkaufsmeile.

Die Projektleiter beim Büro „Stadt+Handel“, Jens Nußbaum und Stefan Postert, blicken der spannenden Aufgabe bereits mit Tatendrang entgegen. Mit ihrer Arbeit wollen sie Impulse für eine vielfältige Nutzungsmischung und die Profilierung der einzelnen Innenstadtquartiere setzen. 

Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem partizipativen Ansatz zu: Mit zahlreichen Gesprächen und kreativen Online- und Offline-Formaten werden die Unternehmen und Institutionen, die Immobilieneigentümer*innen, die Bewohner*innen sowie die Besucher*innen der Innenstadt einbezogen und der Prozess auf eine breite Basis gestellt. Ziel ist es, bestehende Netzwerke zu stärken und – wo nötig – neue Bündnisse zu schmieden.

Herausarbeitung von Quartieren und von Ansätzen für eine Profilbildung und Positionierung

Die Brückstraße mit Blick auf die Reinoldikirche.
Die Brückstraße mit Blick auf die Reinoldikirche – ein zentrales City-Quartier. Archivbild: Klaus Hartmann

Wie soll das nun in den nächsten Monaten ablaufen? In einem ersten Schritt sind durch das Büro sogenannte „Speed-Datings“ zum Kennenlernen der aktiven Köpfe der Dortmunder Innenstadt sowie Begehungen der City-Quartiere geplant. Nach den Sommerferien wird – wenn möglich in Präsenz – eine Impuls-Veranstaltung stattfinden, die Input und Inspiration für die Innenstadtentwicklung bieten wird. 

Weitere Bausteine in dem Prozess sind die Herausarbeitung von Quartieren der City und von Ansätzen für eine Profilbildung und Positionierung der Quartiere und der City insgesamt sowie Beteiligungsformate und Öffentlichkeitsarbeit für eine aktivierende Prozessgestaltung. Hinzu kommen Maßnahmenvorschläge für Nutzungen und Immobilien. Weitere Facetten werden der Städtebau und öffentlicher Raum sowie Kommunikation, Marketing und Digitalisierung.

Herauskommen sollen zudem Empfehlungen für Kooperations- und Managementstrukturen in den Quartieren und der City insgesamt. Parallel sollen mit „temporären Interventionen“ Maßnahmen für eine zukunftsgerechte Innenstadtentwicklung sichtbar werden.

Als Ergebnis werde eine Innenstadt-Story für Dortmund stehen: Ein detailliertes und vor allem kooperativ erarbeitetes „Regiebuch“, das durch das Citymanagement als verstetigtes Bündnis für die Dortmunder City umgesetzt wird, kündigen die Projektleiter an. Im Verlauf des Prozesses soll dann auch das Profil für das eigentliche Citymanagement entwickelt werden.

Unternehmen der Dortmunder City sind „motiviert und aus voller Überzeugung“ dabei

Die Krüger-Passage am Westenhellweg. Foto: Alex Völkel
Die Krüger-Passage am Westenhellweg. Foto: Alex Völkel

In der City-Runde kommen die Planungen gut an: „Wir – die Unternehmen der Innenstadt – sind motiviert und bringen uns aus voller Überzeugung in diesen Prozess zur Stärkung der Dortmunder City ein“, kündigte Tobias Heitmann, Vorsitzender des Cityrings Dortmund, an.

„Das Zusammenspiel von Stadt, Innenstadtunternehmen, Immobilien­eigentümer*innen sowie den Kammern und Verbänden ist der einzig richtige Weg. Der Handlungsdruck in der City ist zweifellos gegeben, mit dem nun gestarteten Vorhaben haben wir aber auch eine passende Antwort gefunden“, glaubt Ulf Wollrath, Geschäftsführer Handel und Dienstleistungen bei der IHK Dortmund. 

„Nach den letzten für uns alle schwierigen Monaten geht es auch darum, eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Der Ansatz, in die einzelnen Quartiere der City zu gehen, wird uns dabei helfen, die City als lebendiges und multifunktionales Zentrum zu stärken“, ergänzt Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen, Westfalen-Münsterland. 

„Es wird darum gehen, eine gute Balance zwischen notwendigen kurzfristigen Maßnahmen und den strategischen Weichenstellungen für die Innenstadtentwicklung zu finden. Wenn uns das gelingt, werden wir noch viele positive Botschaften zur Dortmunder City hören, sehen und erleben“, verdeutlicht Susanne Linnebach, Leiterin des Amtes für Stadterneuerung, die Aufgabe aus Verwaltungssicht. 

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Kommentare

  1. Inspiration für die Innenstadtentwicklung – Gelungene Auftaktveranstaltung zur Zukunft der Dortmunder City (PM)

    Die Dortmunder Innenstadt steht vor großen Herausforderungen. Der seit längerem zu beobachtende Strukturwandel im Einzelhandel wird durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch in unserer Stadt erheblich beschleunigt. Nutzungen und Funktionen für das Oberzentrum Dortmund müssen neu durchdacht und gefördert werden, um die City langfristig attraktiv und einzigartig zu machen.
    „Miteinander. Mitte. Machen.“

    Unter der Überschrift „Miteinander. Mitte. Machen.“ begrüßte daher Oberbürgermeister Thomas Westphal gestern Abend (4. Oktober 2021) im Westfälischen Industrieklub rund 130 Gäste – allesamt und in verschiedensten Funktionen für die City aktiv – zum Gedankenaustausch über die Zukunft der Dortmunder Innenstadt. Vertreter*innen aus den Bereichen Handel, Gastronomie, Nightlife, Kunst und Kultur, Kirche, Eigentümer*innen von Immobilien in der City, von Institutionen wie dem Cityring, dem Handelsverband, der IHK Industrie- und Handelskammer zu Dortmund sowie Wohlfahrtsverbänden haben ebenso teilgenommen wie Politiker*innen und Funktionsträger*innen aus den verschiedenen Fachbereichen der Stadtverwaltung.

    Oberbürgermeister Thomas Westphal machte direkt zu Beginn deutlich, dass er die Stärkung der City als dringende Aufgabe ansieht: „Für uns hat absolute Priorität, unsere Innenstadt nachhaltig attraktiv zu gestalten und ökonomisch nach vorne zu bringen. Ich habe das bereits an der ein oder anderen Stelle „die 4-S-Strategie“ genannt: 1. Sichern: damit meine ich die Sicherung von wirtschaftlichen Existenzen. 2. Schöner werden: zum Beispiel durch Aufenthaltsinseln, Pocket Parks und Weihnachtsbeleuchtung. 3. Strukturen ändern: dem Handel in den Erdgeschosslagen günstigere Mieten anbieten und parallel dazu eher die Mieten in den oberen Geschossen erhöhen. Und 4. Segmentierung: die Innenstadt stärker in Quartieren denken und so ganz gezielte Qualitätssteigerungen erreichen – das Brückviertel und das Rosenviertel wären Beispiele. All das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Und die Ideen dazu müssen wir am Ende auch alle gemeinsam mittragen und zum Leben erwecken. Genau das wollen wir heute Abend hier anstoßen.“

    Mit der gestrigen Impulsveranstaltung setzte die Stadt den Auftakt zu einem Prozess, den sie gemeinsam mit den verschiedenen Innenstadtakteur*innen gestalten möchte.

    Dialog schafft Atmosphäre und Raum für viele Ideen

    Das Besondere an dem neu initiierten Prozess ist, dass die Innenstadt, ihre einzelnen Quartiere und ihre Funktionen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und weiterentwickelt werden sollen. Hierfür müssen vorhandene Netzwerke ausgebaut werden, damit Dialoge und schließlich neue Ideen und Ansätze entstehen können. Denn es braucht neben Geld und Zeit vor allem die gemeinsame Anstrengung, um die Stärken der Innenstadtquartiere herauszuheben.

    Zu Beginn des Programms stellte sich das Team vor, das den Prozess für die Etablierung eines Citymanagements gestalten wird: Das Amt für Stadterneuerung steuert die Aufgabenbearbeitung seitens der Stadtverwaltung und wird inhaltlich ergänzt vom Dortmunder Büro Stadt+Handel.

    Durch die Veranstaltung führte Stefan Postert, Projektleiter von Stadt+Handel. Jens Nußbaum, ebenfalls Projektleiter beim Büro Stadt+Handel, stellte die Zukunftsfähigkeit und die Potenziale der Dortmunder City vor. Dabei betrachtete er die Potenziale aus dem Blickwinkel von fünf sogenannten „Vermögenswerten“: ökonomisch, ökologisch, sozial, kulturell und emotional. Unter Berücksichtigung dieser fünf Werte ist die Innenstadt behutsam weiterzuentwickeln, damit sie vielseitig bleibt und nachhaltig attraktiv für Bürger*innen wie auch Gäste sein kann. Denn Dortmunds Innenstadt hat bereits heute mehr als nur Einzelhandel und Gastronomie zu bieten – und könnte dies noch viel stärker nach außen tragen. Diese vorhandenen Ansätze werden im nun angestoßenen Prozess identifiziert, sollen noch besser sichtbar gemacht und mit den gebündelten Kräften aller Akteur*innen weiter ausgebaut werden.

    Kreativ werden mit „Dialogstationen“

    Im Verlaufe des Abends gab es vor diesem Hintergrund ausreichend Zeit für Gespräche an fünf „Dialogstationen“: Immer aus dem Blickwinkel eines einzelnen Vermögenswertes stimmten die Teilnehmenden über teils provokante Thesen zur Zukunft der Innenstadt ab und diskutierten über mögliche passende Handlungsansätze für die Zukunft. Die Ergebnisse jeder Dialogstation wurden anschließend im Plenum zusammengetragen.

    In den verschiedenen Gruppen bestand unter anderem Einigkeit darüber, dass Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt eine wesentliche Rolle für das Wohlfühlen in der City spielen. Auch, dass es Raum und konkrete Angebote für einzelne Zielgruppen wie Jugendliche, Familien oder Senioren in der City geben sollte, wurde gleich aus mehreren Blickwinkeln festgestellt. Lebendigkeit in den Quartieren entsteht zum Beispiel durch abwechslungsreiche Angebote an Gastronomie und Nightlife. Gemischte Erlebnisräume, die einerseits zum Verweilen und zum Treffen in der Stadt dienen, können den Menschen dabei gleichzeitig Raum für Kunst und Kultur bieten. Viele „grüne Oasen“ in der Stadt können helfen, im Sommer vorhandene Hitzeinseln in der Innenstadt aufzulösen und Orte der Entspannung sein. Aus ökonomischer Sicht zahlt nach Meinung der Teilnehmenden auch die Wertigkeit in der Stadtgestaltung, also eine ansprechende Optik des öffentlichen Raums in Dortmunds Anziehungskraft ein.

    Viele Ideen und Ansätze wurden in den Gruppendiskussionen zusammengetragen und werden jetzt vom Projektteam ausgewertet.

    Kreis wird durch Online-Abstimmung noch erweitert

    In diese Auswertungen können auch noch Meinungen einfließen, die in den kommenden Tagen online abgegeben werden: Die Abstimmung über die Thesen zu den fünf Vermögenswerten ist bis zum 11. Oktober auch im Internet möglich, weitere Informationen hierzu sind zu finden unter dortmund.de/cityentwicklung oder unter: https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/planen_bauen_wohnen/stadterneuerung/cityentwicklung/anstoss_eines_citymanagements/beteiligung/beteiligung.html

    Ausblick auf kommende „Stadt-App“

    Einen konkreten Mehrwert für die Cityakteur*innen stellten Dr. Jan Fritz Rettberg, Leiter der Stabstelle Chief Information/Innovation Office, und sein Stellvertreter Sebastian Kieper im weiteren Verlauf des Abends in einem Kurzvortrag in Aussicht: Derzeit wird an der neuen „Stadt-App“ gearbeitet. Diese Open Source-App wird ein Angebot der Stadtverwaltung an die Stadtgesellschaft, um Dortmunds Schätze auch digital sichtbarer zu machen. Hierin sollen zukünftig hilfreiche Informationen für Bürger*innen digital zusammengetragen und einfacher nutzbar gemacht werden – von Einträgen aus Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Veranstaltungen bis hin zum Mängelmelder, in dem beispielweise Straßenschäden in einer Karte verortet direkt an die Stadt gemeldet werden können. Einträge in den einzelnen Modulen kann jede*r vornehmen, die App wird also vom Mitmachen der Stadtgesellschaft leben.

    Nächste Schritte noch im Oktober

    Zum Abschluss der Veranstaltung informierten Stefan Postert und Jens Nußbaum über die nächsten Schritte. Dabei steht insbesondere die fortlaufende Einbindung und Beteiligung der Akteur*innen im Mittelpunkt. Denn wie Dortmunds Innenstadt in Zukunft aussehen wird, ist in der Öffentlichkeit immer wieder Thema. Noch im Oktober werden Spaziergänge durch die verschiedenen Quartiere der Innenstadt stattfinden. Dabei wird das lokale Wissen der jeweiligen Akteur*innen vor Ort erfasst, das in die Analyse mit einfließt. Zudem tauscht sich das Projektteam mit ausgewählten Expert*innen in Interviews zu Qualitäten der Dortmunder City, Stärken und Schwächen sowie Nutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten aus. Stadt+Handel bereitet außerdem aktuell eine Online-Umfrage vor, in der die Öffentlichkeit die Dortmunder City und ihre Quartiere bewerten soll.

    Viel Positives tut sich schon in der City

    Eine wichtige Erkenntnis des Abends war, dass es – abseits von aktuellen Herausforderungen wie Leerständen und Baustellen – auch Positives aus der City zu berichten gibt:

    · Es gibt Nachfrage im Einzelhandel nach Ladenlokalen und Gastronomieflächen,

    · der erste Dortmunder Nachtbeauftragte hat seinen Dienst aufgenommen,

    · die City wird grüner, zum Beispiel temporär durch den Pocket-Park an der Reinoldikirche und langfristig im Rahmen der Durchgrünungsplanung des Umweltamtes,

    · DORTMUND KREATIV unterstützt die kultur- und kreativwirtschaftlichen Entwicklungen in Dortmund und vieles mehr.

    Darauf soll nun aufgesattelt werden, die Stadt soll zum Erlebnisraum werden: Es braucht Visionen, Umsetzungsbereitschaft und vor allem Stadtmacher*innen, die sich dabei einbringen, Dortmund nachhaltig als Anziehungspunkt für alle zu gestalten.

    Wie vom Projektteam erhofft wurde mit der Veranstaltung gestern ein erstes zentrales Ziel erreicht: Die verschiedenen Akteur*innen miteinander ins Gespräch zu bringen, Aufbruchsstimmung zu erzeugen und gemeinsam Ideen zu formulieren, wie die Dortmunder City nachhaltig weiterentwickelt werden kann. Denn die Stärkung der City kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten gemeinsam an tragfähigen und passgenauen Strukturen, Nutzungen und Funktionen arbeiten. Die verschiedenen Kompetenzen, Erfahrungen und Ideen sind grundlegend für ein erfolgreiches Konzept zur Weiterentwicklung der Innenstadt, das von allen akzeptiert und Hand in Hand von allen Akteur*innen umgesetzt wird.

    Hintergrund: Gemeinsam auf dem Weg

    Im Juni wurde der Startschuss für die vom Rat der Stadt beschlossene Etablierung eines Citymanagements für die Dortmunder Innenstadt gegeben. Eine wichtige Aufgabe, die in einer starken Allianz von Stadt und privaten Akteuren getragen und angegangen wird.

    Mit dem Prozess werden gemeinsam die konzeptionellen Grundlagen zum Anstoß eines Citymanagements erarbeitet. Dieses soll deutliche Impulse zur stadtstrukturellen und wirtschaftlichen Stärkung der Dortmunder City setzen und sowohl Aspekte der Stadtentwicklung als auch des Stadtmarketings behandeln. Gemeinschaftlich wird ein Weg eingeschlagen, der ein zukünftiges Bild der Dortmunder City zeichnet. Ziel ist es, bestehende Netzwerke zu stärken und – wo nötig – neue Bündnisse zu schmieden.

    Der Anstoß eines Citymanagements wird durch das „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in NRW 2020“ gefördert. Die Stadt Dortmund hat sich erfolgreich um finanzielle Mittel aus diesem Sonderprogramm des Landes beworben und dem Rat der Stadt ein Gesamtpaket zur Stärkung der City vorgelegt. Darin enthalten sind kurzfristige Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums in der City (z.B. Sonderreinigungen, Beleuchtungsverbesserungen und die Aufwertung von Grünflächen), die Erarbeitung von Machbarkeitsstudien zur Nachnutzung großer Einzelhandelsimmobilien sowie die Etablierung eines Citymanagements. Darüber hinaus sind bereits zahlreiche weitere Maßnahmen zur Stärkung der City angeschoben, wie etwa die Aufstockung des Service- und Präsenzdienstes, die Ausstattung der City mit Pop-Up-Grün wie dem „Gartenparadies Reinoldikirchplatz“ und die Konkretisierung des Masterplans Plätze für die prägenden Stadträume der City. Der Prozess zum Anstoß eines Citymanagements wird bis Ende 2022 finanziell gefördert und durch das Amt für Stadterneuerung gesteuert.

  2. „Dortmund zieht an – Aufbruch City“: Quartierswerkstätten für die Dortmunder Innenstadt – City-Aktivisten feilen gemeinsam an kreativen Ideen (PM)

    Der Prozess zum Anstoß eines Citymanagements hat die nächste Stufe erreicht: In Quartierswerkstätten für die verschiedenen Bereiche der Dortmunder City geht es um die Zukunft der einzelnen Quartiere und ihre Identität. Manche Quartiere liegen dabei schon auf der Hand – das Rosenviertel etwa oder das Brückviertel, denn sie sind bereits gewachsen. Zwei Werkstätten haben in der vergangenen Woche schon stattgefunden: zu den nördlichen und den mittleren Citybereichen. Die Werkstatt zu den südlichen Bereichen folgt Mitte März.

    Die Teilnehmer*innen diskutierten intensiv und hielten am Ende konkrete Ansatzpunkte fest. Unter den Teilnehmenden waren die „Köpfe“ aus den Quartieren selbst: die Treiber*innen und Macher*innen der Dortmunder City, Vertreter*innen dort ansässiger oder tätiger Verbände und Institutionen sowie der beteiligten Fachbereiche der Stadt Dortmund. Dass auch im Rahmen eines digitalen Formates kreative Ideen entstehen können, stellten die Cityakteur*innen eindrucksvoll unter Beweis. Im ersten Schritt wurden Leitgedanken und Visionen für die einzelnen Quartiere formuliert. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Rolle das jeweilige Quartier innerhalb der Innenstadt spielen soll. Im nächsten Schritt machten sich die „City-Aktivisten“ Gedanken darüber, was genau benötigt wird, um diese Zielbilder zu realisieren. Welche Schlüsselprojekte sind anzugehen? Und wer muss was konkret dafür einbringen?

    Kreative Ideen von den Macher*innen der Dortmunder City

    Am ersten Abend der Veranstaltungsreihe standen die nördlichen Quartiere der Dortmunder City im Fokus. Für das Brückviertel brachte Katja Kortmann, Direktorin des Hotels Esplanade die Ergebnisse der Werkstatt-Arbeit auf den Punkt: „Das Brückviertel wird das lauteste, bunteste und coolste Viertel Dortmunds.“ Dazu bedürfe es temporärer Projekträume für Künstler*innen, innovativen und alternativen Gastro-, Ausgeh- und Wohnkonzepten, kombiniert mit Festen und Veranstaltungen, um das Viertel sichtbarer zu machen.

    Aber auch die Akteur*innen aus den anderen Bereichen der City formulierten genaue Ansprüche und Zielvorstellungen. Das östlich an das Brückviertel angrenzende Klosterviertel sieht sich als gewachsenes, innerstädtisches Wohnviertel, das zukünftig verkehrsberuhigt und atmosphärisch aufgewertet daherkommen könnte – ganz ohne Hype und Glamour, aber mit deutlich mehr Grün in den Wohnstraßen.

    Das Quartier rund um die Katharinenstraße hat zwar noch keinen Namen gefunden, sieht sich jedoch eindeutig als Ort des Ankommens, dem Entreé in die City, der einerseits mit zahlreichen bedeutenden kulturellen Institutionen wie z. B. dem Museum für Kunst- und Kulturgeschichte (MKK) oder der Stadt- und Landesbibliothek aufwarten kann, dem es andererseits jedoch an gestalterischen Maßnahmen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum mangelt. Auch die thematische Verbindung der kulturellen Einrichtungen fehlt, sagten die Teilnehmenden.

    Bei der zweiten Quartierswerkstatt wurden Entwicklungsziele und Projektideen für die Lagen im Herz der Dortmunder City formuliert. Heike Regener von meineHeimat.ruhr zeichnete das folgende Bild: „Der Alte Markt ist das Wohnzimmer und die Küche der Stadt – hier werden Gäste empfangen und bewirtet. Also muss der Ort etwas Besonderes sein!“ Für den benachbarten historischen Marienkirchhof wurden Wasserelemente, eine Begrünung und Sitzgelegenheiten zur Aufwertung zum ruhigen Rückzugsort vorgeschlagen.

    Die Arbeitsgruppe zur Kampstraße entwarf die Vision eines „Wohlfühlboulevards mit Scharnierfunktion“, der sich insbesondere an die Zielgruppe der Dortmunder*innen selber richtet. Das Credo: Endlich machen! Für den benachbarten Hellweg als Haupteinkaufszone wurde festgehalten, dass dort mindestens im zentralen Bereich auch zukünftig „Mainstream“-Angebote mit hoher Frequenzdichte und auswärtigen Besuchern erwartet werden.

    Gleichwohl können und müssen neue und mutige städtebaulich-architektonische Lösungen erwogen und umgesetzt werden, um innovative Wohn- und gewerbliche Nutzungen – insbesondere an den Enden der Einkaufsmeile – zu einer Sicherung der ökonomischen Leistungsfähigkeit zu ermöglichen. Markus Haas, Centermanager der Thier-Galerie fasste eine zentrale Erkenntnis der Werkstatt zusammen: „In der Dortmunder City braucht es eine Arbeitsteilung: Es muss eine Mischung von quirligen, manchmal stressigen Bereichen, von Ruhepolen, von Ankommens- und Verteilerorten und von gastronomischen Aufenthaltsbereichen geben. Dann funktioniert die City auch als Ganzes.“

    Stefan Postert vom Büro Stadt+Handel, der die Veranstaltungen moderierte, zieht ein positives Fazit: „Die gemeinsame Arbeit hat Spaß gemacht! Es ist auch deutlich geworden, dass eine gute Cityentwicklung nicht allein durch Einzelne gelingen kann. Für das Projektteam aus Stadt + Handel und dem Amt für Stadterneuerung ist es umso wichtiger, die Menschen und Institutionen aktiv einzubinden: Denn nur eine City, die zusammenarbeitet, ist eine gute City!“

    Die Reihe der Quartierswerkstätten wird Mitte März mit der Diskussion über die südlichen Citybereiche fortgesetzt und komplettiert. Voraussichtlich im Mai 2022 werden die erarbeiteten Inhalte auf der übergeordneten Ebene in sogenannten City-Werkstätten weiter vertieft und zu einem detaillierten und vor allem kooperativ erarbeiteten „Regiebuch“ für ein zukünftiges Citymanagement zusammengeführt. Darin werden sich konkrete Maßnahmenvorschläge und Empfehlungen finden zu den folgenden Bereichen:

    – Nutzungen und Immobilien

    – Städtebau und öffentlicher Raum

    – Kommunikation, Marketing und Digitalisierung

    – Kooperations- und Managementstrukturen

  3. „Dortmund zieht an – Aufbruch City“: Pop-up-Bäume, mobile grüne Stadtmöbel, „Wallpaintings“ – Förderbescheid für die City ist eingetroffen (PM)

    Im Oktober letzten Jahres startete das Land einen neuen Aufruf zum „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen 2021“. Anfang November hat das Amt für Stadterneuerung einen entsprechenden Förderantrag gestellt. Dieser war erfolgreich: der Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Arnsberg über 180.000 Euro Fördermittel ist nun eingetroffen. Somit können zusammen mit dem städtischen Eigenanteil weitere konkrete Maßnahmen mit 200.000 Euro Gesamtkosten zur Aufwertung der City vorbereitet und umgesetzt werden.

    Mit dem Landesprogramm soll die Handlungsfähigkeit der Kommunen gestärkt werden, um die aktuellen Herausforderungen der Innenstädte zu bewältigen.

    Für die Dortmunder City werden aus dem Programm bereits der Prozess zum Anstoß eines Citymanagements unter Federführung des Amtes für Stadterneuerung sowie die Erarbeitung von Machbarkeitsstudien zur Nachnutzung großer Einzelhandelsimmobilien unter Federführung der Wirtschaftsförderung mit Unterstützung des Landes finanziert. Mit dem aktuellen Aufruf ist nun der neue Fördergegenstand ‚Schaffung von Innenstadt-Qualitäten‘ hinzugekommen.

    Stadtrat Ludger Wilde erläutert die Hintergründe: „Mit großem Interesse haben wir die neuen Fördermöglichkeiten zur Aufwertung des öffentlichen Raums aufgenommen. Über das Amt für Stadterneuerung haben wir schnell einen Antrag über die maximal mögliche Fördersumme gestellt und diesen nun auch bewilligt bekommen. Jetzt können wir in enger Zusammenarbeit mit weiteren Fachbereichen der Stadt Dortmund gezielt Projekte an den Start bringen.“

    Was mit dem Geld umgesetzt werden kann, ist vom Land klar umrissen. Für die Dortmunder City sind geplant:

    – Stadtbäume in mobilen Pflanzkübeln (sogenannte „Pop-up-Bäume“), die ebenso durch das Grünflächenamt realisiert werden wie

    – mobile grüne Stadtmöbel, zu denen zuletzt eine Bemusterungs- und Beteiligungsaktion auf dem Platz von Hiroshima stattgefunden hat, sowie die

    – künstlerische Fassadengestaltung („Wallpaintings“), die durch die Stabstelle Kreativquartiere realisiert werden.

    Die ersten konkreten Ergebnisse aus diesem neuen Paket an Sofortmaßnahmen sollen kurzfristig sichtbar werden.

  4. Zukunft der Dortmunder City: Die CDU ist für eine gemeinsame Sondersitzung der zuständigen Ausschüsse (PM)

    Die CDU-Fraktion im Rat im der Stadt Dortmund spricht sich dafür aus, zur Zukunft der Dortmunder City kurzfristig zu einer gemeinsamen Sondersitzung der Ratsausschüsse für Wirtschaft, Soziales, Ordnung, Planung und Mobilität einzuladen. Die vor kurzem veröffentlichten Ergebnisse der Ende vergangenen Jahres durchgeführten Online-Befragung zur Dortmunder City stellen der Stadtspitze und der Wirtschaftsförderung Dortmund nach Ansicht der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund ein schlechtes Arbeitszeugnis aus.

    Die Befunde der Erhebung seien keineswegs neu. Statt die Herausforderungen, vor denen die Dortmunder City bekanntermaßen stehe, in immer wieder neuen Vorlagen, Präsentationen und Werkstattgesprächen nur zu beschreiben, sei es höchste Zeit, konkrete politische Ziele für die Zukunft und Weiterentwicklung der Dortmunder City zu benennen. Dies soll in der von der CDU geforderten gemeinsamen Sondersitzung der für die vielschichtigen City-Themen zuständigen Fachausschussmitglieder geschehen.

    Dazu Dr. Jendrik Suck, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund:

    „Die Attraktivität einer Stadt wird immer noch in besonderer Weise vom Reiz ihrer Innenstadt geprägt. Deshalb müssen wir die Weiterentwicklung unserer City mit aller Entschlossenheit angehen. Im Jahr 2014 hat der Rat der Stadt Dortmund das ‚City-Konzept 2030‘ beschlossen. Nach acht Jahren ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme und Aktualisierung dieses Handlungsleitfadens. Die City muss mehr sein als ein Ort des Einkaufens. Die Handlungserfordernisse sind vielschichtig, weshalb wir eine fachausschussübergreifende Runde brauchen, die alles in den Blick nimmt vom freundlichen Erscheinungsbild und hoher Aufenthaltsqualität über die Förderung von Handel und Gastronomie und die Belebung der City, z. B. durch Dienstleistungs- und Bildungsangebote und mehr Wohnraum, bis hin zur zuletzt sich verschärfenden Situation rund um den Drogenkonsumraum. Nur die Gesamtsicht auf die Handlungserfordernisse in Bezug auf die City wird diese nach vorne bringen.“

  5. SPD-Ratsfraktion: Verbesserung der Situation in der Dortmunder Innenstadt auf den Weg bringen (PM)

    Das Erscheinungsbild der Dortmunder City hat sich sichtbar verändert. Dirk Goosmann, ordnungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion: „Während am oberen Westenhellweg und im Stadtgarten eine wachsende Drogenszene Probleme verursacht, finden sich am Ostenhellweg vermehrt wohnungslose Menschen in Nischen und Eingängen. Verschmutzungen und Müllablagerungen nehmen zu. Dies wirkt abschreckend auf Anwohner*innen, Gewerbetreibende und Besucher*innen. Obwohl ein hoher Kontrolldruck durch Polizei und Ordnungsamt vorhanden ist, findet Drogenhandel unter den Augen der Öffentlichkeit statt. Es ist wichtig, Verstöße und Fehlverhalten zu sanktionieren, um keine rechtsfreien Räume zuzulassen.“

    Es muss ein Gesamtkonzept unter Beteiligung von Politik, Verwaltung und Handel und Anwohner*innen mit ergebnisoffenen Lösungsvorschlägen für eine Entwicklung der Innenstadt entwickelt und kurzfristig umgesetzt werden, um die Probleme fachlich übergreifend anzugehen. Nur so kann es gelingen, wieder Leben in die City und auf die Plätze und in den öffentlichen Raum zurück zu bringen. Als positive Beispiele für eine belebte, attraktive Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität sind Veranstaltungen wie z.B. das Fest der Chöre, das E-Bike-Festival, der Stadtfeuerwehrtag oder der Evangelische Kirchentag zu benennen.

    Die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion Daniela Worth ergänzt: „ Der Drogenkonsumraum ist wichtiges und unverzichtbares Instrument zur Verbesserung der Situation drogenkranker Menschen in Dortmund. Leider haben im Umfeld aggressives Betteln und Diebstähle zugenommen. Die Entscheidung, den Drogenkonsumraum am Standort in unmittelbarer Nähe des Gesundheitsamts zu errichten, war zum Zeitpunkt der Verlegung im Jahr 2019 nachvollziehbar. Seither hat eine Verwahrlosung der Szene durch einen wachsenden Gebrauch synthetischer Drogen dazu geführt, dass die Lage des Standortes neu zu bewerten ist, um nicht das gesamte Umfeld zu beschädigen“.

  6. Die Mischung machts: GRÜNE fordern grundlegende Neuausrichtung für eine lebendige Innenstadt (PM)

    Die Diskussion über die „Verödung“ der Innenstädte muss nach Ansicht der Dortmunder GRÜNEN zu einem grundlegenden Paradigmenwechsel führen. Bislang wurden die Innenstädte traditionell vor allem auf ihre kommerzielle Funktion reduziert. In Zeiten des Internethandels und der Einkaufszentren vor den Toren der Stadt können sie diese schon lange nicht mehr erfüllen. Damit die Innenstädte zukünftig lebendig bleiben, muss endlich umgedacht werden. Städte können und müssen viel mehr Bereiche des Lebens berücksichtigen: Neben mehr Grün, weniger Verkehr und viel Lebensqualität sollten Leben, Wohnen, Arbeit, Kultur, Bildung und Freizeit hier zusammengeführt werden. Eine große Aufgabe, für die es gute Ideen und vor allem den gemeinsamen Willen der verschiedenen Akteur*innen braucht.

    Krise der traditionellen Einkaufsstadt

    „Der Funktionsverlust der Innenstadt ist keine Dortmunder Besonderheit“, betont Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der GRÜNEN und Vorsitzende des Planungsausschusses. „Die europäische Stadt ist vor allem durch Einkaufszonen geprägt. Das Angebot der Geschäfte und der großen Kaufhäuser hat die Menschen jahrzehntelang von allein in die Innenstädte gezogen. Doch diese Magnetwirkung hat entscheidend nachgelassen. Der Handel findet immer mehr außerhalb der Innenstadt und vor allem im Internet statt. Der Rest wird durch Lieferdienste erledigt. Es gibt für die Menschen nur noch wenige Gründe, zum Einkaufen in die City zu kommen“, stellt Ingrid Reuter fest.

    Damit beschreibt sie eine Entwicklung, die schon lange vor Corona begann, durch die Pandemie aber beschleunigt und verfestigt wurde. Während in den vergangenen Jahren zunächst nur die äußeren Enden des Osten- und Westenhellwegs mit Leerständen und Besucher*innenrückgang zu kämpfen hatten, ist das Problem langsam auf der gesamten Einkaufsmeile zu sehen.

    „Man hat aus den Fehlern mit dem Centro in Oberhausen, dem Limbecker Platz in Essen oder auch der Thier-Galerie nicht gelernt. Jetzt geht es darum, andere Gründe für einen Aufenthalt in der City zu schaffen und die gesamte Innenstadt wieder zu einem belebten und beliebten Ort zu entwickeln – für die Dortmunder*innen, aber auch für Besucher*innen“, erklärt Reuter.

    GRÜNE Antwort: Nutzungsmix und Aufenthaltsqualität steigern

    Für die GRÜNEN ist das nur durch ein Zentrum möglich, das unterschiedliche Funktionen aus Wirtschaft und sozialem Leben vereint. Dies ist auch Kernthema der 2020 verabschiedeten Leipzig-Charta der europäischen Stadt, die drei Ziele für eine vitale Stadtentwicklung nennt: gerecht, grün und produktiv.

    „Diese Ziele können auch für Dortmund die richtigen Handlungsanreize geben. Für uns heißt das Wohnen, soziale Leistungen und Bildungsangebote in der Stadt für alle gesellschaftlichen Gruppen, Grün und Freizeitflächen bei Nutzung klimaneutraler Mobilität und die Einbeziehung von Handwerk, Gastronomie und Kulturwirtschaft“, so Reuter. „Dafür brauchen wir eine stärkere Gemeinwohlorientierung bei der Gestaltung unserer Stadt, hin zu einem
    nachhaltigen Nutzungsmix mit kleinteiligen Besitzverhältnissen.“

    Alle Ideen müssten auf den Tisch und sowohl von den Einwohner*innen, der Stadtgesellschaft als auch von Vertreter*innen von Handel, Wirtschaft und der Politik mit all ihren Facetten betrachtet werden. „Die Zeit läuft. Die mit dem City-Management begonnenen Anstrengungen der Stadt haben die Diskussion in Gang gebracht. Jetzt gilt es, daraus gute und wirkungsvolle Konzepte zu entwickeln“, so Ingrid Reuter abschließend.

  7. SPD-Fraktion will Stärkung und Weiterentwicklung der City-Runde (PM)

    „Bei der weiteren Cityentwicklung besteht großer politischer Diskussionsbedarf. Eine neue weitere ausschussübergreifende Kommission, wie sie andere politische Fraktionen fordern, lehnen wir ab, denn mit der City-Runde besteht bereits ein erprobtes Gremium. Daher gilt es die bestehende City-Runde weiterzuentwickeln und zu stärken, anstatt neue Gremien zu schaffen“, erklärt die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Dortmund, Carla Neumann-Lieven.

    Denn der SPD-Fraktion ist es wichtig, dass die Diskussionen um die Innenstadtentwicklung nicht in einer rein politisch besetzten Runde geführt werden, sondern Händler*innen, Expert*innen aus verschiedenen Feldern, Verwaltung und Verbände/Institutionen direkt mit einbezogen werden. Die bereits bestehende City-Runde ist genau ein solches Format, das es nun entsprechend weiterzuentwickeln gilt.

    Wesentliches Element, um die City-Runde in ihrer Bedeutung zu stärken, ist die Besprechung konkreter Konzepte in dieser Runde. Die Verwaltung soll daher umgehend Vorschläge für Sofort-Maßnahmen entwickeln und mit den weiteren Akteuren der City-Runde beratschlagen. Diese Sofort-Maßnahmen sollen dabei die Bereiche Sauberkeit, Maßnahmen gegen Leerstände, Maßnahmen zur Kinder- und Familienfreundlichkeit sowie Maßnahmen zur Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit abdecken.

    „Die Zukunft der Dortmunder Innenstadt ist mehr als die Leerstandsproblematik. Die allgemeinen Probleme in Einzelhandel und Gastronomie (Corona, Online-Handel, Sauberkeit, fehlende Attraktivität für Familien/Kinder etc.) sind die wesentlichen Faktoren, aufgrund dessen die Innenstadt weniger attraktiv wirkt. Diesen Problemen gilt es zeitnah und mit wenigen, aber dafür umso schlagkräftigeren Maßnahmen entgegen zu wirken und dann muss mit allen Akteuren gemeinsam an einer Gesamtstrategie gearbeitet werden“, erklärt der Vorsitzende des Wirtschafts- und Beschäftigungsausschusses, Franz Rüther, abschließend.

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