Nordstadtblogger

Nordstadt: Zwei Tage des inklusiven Theaters mit Workshop und der Premiere von „Heimatspuren“ im Depot

„Für Heimatspuren kletterten die Teilnehmer unter anderem auf das „Dach des Ruhrgebietes“, die Halde Haniel bei Bottrop“ Fotos: Veranstalter

Für Heimatspuren kletterten die Teilnehmer u.a. auf das „Dach des Ruhrgebietes“, die Halde Haniel bei Bottrop“.

Von Joachim vom Brocke

„So ein Theater“ heißt es am Freitag und Samstag, 29. und 30. April im Theater im Depot an der Immermannstraße 29. Eingeladen wird zu einem kreativen „Theater Trip“ im Rahmen des Europäischen Protesttages von Menschen mit Behinderung. Zum zweiten Mal gibt es diese Veranstaltung in der Nordstadt – diesmal an zwei Tagen.

Die Kompanie Windspiel ist im Ruhrgebiet auf der Suche nach Heimatspuren

Gemeinsames Ziel: Kunst inklusiv ausprobieren, studieren, leben und erleben. Fotos: Veranstalter

Gemeinsames Ziel: Kunst inklusiv ausprobieren, studieren, leben und erleben. Fotos: Veranstalter

Veranstalter sind das Theater im Depot, TanzRäume Unterwegs e.V. sowie der Fachbereich Musik und Bewegung bei Behinderung der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der TU Dortmund. Gemeinsames Ziel: Kunst inklusiv ausprobieren, studieren, leben und erleben.

Der erste Tag (29. April, ab 15 Uhr) überrascht am Abend mit einer Premiere. Die Kompanie Windspiel begibt sich auf die Suche nach Heimatspuren. Das Projekt „Heimatspuren“ verfolgt Herkunftsgeschichten und Heimatempfindungen von Mitgliedern der Kompanie.

Schwerpunkt des zweiten Tages bilden Theaterworkshops. Dabei ist der Drang zum Mitmachen und Experimentieren gefragt, an dem sich  jeder Interessierte beteiligen kann. An den beiden Tagen gibt es im Depot einen Infostand, an dem es Informationen zum Programmablauf sowie zu den Teilnehmern gibt.

Von 15 bis 19 Uhr gibt es Freitag ein offenes Atelier mit Verwandlung und Herstellung von Masken, denn Theater ohne Verkleidung ist kaum vorstellbar. Bernd Dettmer von MOBILE-Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V und Künstlerstammtisch ChiccoART, leitet das offene Atelier.

Zahlreiche Reisen wurden unternommen

Um Lebensgefühle, Rituale, Traditionen, um gesellschaftliche und kulturelle Verortungen und ihre künstlerische Darstellung geht es bei der Premiere von „Heimatspuren“ um 19.30 Uhr. Geleitet wird das Kompanie Windspiel von Ute Mittelbach. Dafür wurden zahlreiche Reisen unternommen.

Zum Beispiel nach Bottrop, auf das Dach des Ruhrgebietes, die Halde Haniel. Ebenso war das sizilianische Palermo ein Reiseziel, die erste größere Reise des Ensembles im Februar 2016. Zu den Besonderheiten der Reise gehörte der Besuch der Tanzschule Tavola Tonda, die Zusammenarbeit mit der Galerie für zeitgenössische Kunst FPAC sowie die Darbietung von Heimatspuren auf dem Marktplatz von Campofelice di Rocella.

Theater-Workshop mit einem vielseitigen Themenspektrum im Depot

CARDDer Samstag (30. April, ab 11 Uhr) wird fortgesetzt mit der Verwandlung und Herstellung von Masken. Von 11.30 bis 13 Uhr schließt sich ein Theaterworkshop an. Thema: „Eigentlich bin ich ganz anders (!), oder von der Lust etwas Neues auszuprobieren“.

Unter Leitung von Rabea Wienholt von bailar, Tanz- und Bewegungshaus in Schüren, gibt es ein Spiel mit Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Mit „Theatertransfer, Fiktion und Wirklichkeit – mit und in Rollen unterwegs sein“ befasst sich von 11.30 bis 14 Uhr ein anderer Theaterworkshop unter Leitung von Marek Kot vom Theater im Depot.

Schließlich geht es von 13.30 bis 14.30 Uhr um Körper und Präsenzarbeit: „Flügel aufspannen und losfliegen“ mit Heike Schwiertz vom Lehrstuhl Musik und Bewegung in der Rehabilitation und Pädagogik bei Behinderung an der TU Dortmund.

„So ein Theater“ wird am Samstag beendet mit einem weiteren Kurs von 15 bis 17 Uhr zum Thema „Auf Heimatspuren, ein sizilianischer Stampftanz“ und die historischen und ästhetischen Hintergründe von und mit Ute Mittelbach.

Mehr Informationen:

  • Bis auf die Premiere (Freitag, 19.30 Uhr) ist der Eintritt frei.
  • Alle Interessierten können an den Workshops Freitag ab 15 Uhr und Samstag ab 11 Uhr teilnehmen.
  • „So ein Theater“ findet im Rahmen des Europäischen Protesttages der Menschen mit Behinderungen statt und wird von der Aktion Mensch unterstützt.
  • www.depotdortmund.de
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2 Gedanken über “Nordstadt: Zwei Tage des inklusiven Theaters mit Workshop und der Premiere von „Heimatspuren“ im Depot

  1. TID

    Internationaler Protesttag der Menschen mit Behinderung

    Windspiel sind eine freie und inklusiv arbeitende Tanz- und Theater-Kompanie aus Dortmund/Witten. Das fähigkeitsgemischte 22 köpfige Ensemble besteht aus Menschen mit und ohne Assistenzbedarf und hat unter der Leitung der Tanzpädagogin und Choreografin Ute Mittelbach sein nunmehr 5. Bühnenstück Heimatspuren produziert.

    Heimatspuren feierte im vergangenen Jahr Premiere und wird nun im Rahmen des Internationalen Protesttags der Menschen mit Behinderung im Theater im Depot in Dortmund aufgeführt.

    30. April 2017 18:00 Uhr
    im Theater im Depot
    Immermannstraße 29 44147 Dortmund
    Kartenvorbestellung 12 € / 8 € 0231 / 9822336 (Anrufbeantworter) ticket@theaterimdepot.de

  2. TiD

    Wir wagen es wieder in der Dortmunder Nordstadt und laden zu einem kreativen „Theater Trip“ ein. Im Rahmen des Europäischen Protesttages der Menschen mit Behinderungen statt, steht im Theater im Depot alljährlich an einem Wochenende das inklusive Theater im Mittelpunkt.     Am Samstag präsentieren wir um 16 Uhr hat die Komödie „Erinnerungen“ des Gehörlosentheater Dortmund Premiere. Am Sonntag um 18 Uhr begleiten wir die fähigkeitsgemischte Kompanie Windspiel bei ihrer Suche nach „Heimatspuren“.

    Kartenreservierung (AK): Theater im Depot: 0231 / 98 22 336 (AB) oder ticket@theaterimdepot.de 

    PREMIERE

    Erinnerung
    von Moritz Brandner
    Gehörlosentheater Dortmund

    „Erinnerung“ ist eine Komödie um das Leben zweier alter Damen. Die fast hundertjährige Mutter Agnes und ihre über siebzig jährige Tochter Margarete, haben ihr gesamtes Leben in Kartons verpackt. Diese Kartons und Schachteln stapeln sich in ihrer Wohnung. Um in ihrem Zuhause wieder Platz zu schaffen, beschließt Margarete endlich aufzuräumen. Der Neffe Pit soll, auf Anweisung von seiner Tante, alle Kartons nach einer gründlichen Bestandsaufnahme entsorgen. Dabei fördert diese Inventur nicht nur die abgelegten Sachen ans Licht, es entwickelt sich auch eine Inventur des abgelebten Lebens und schließlich wird auch die sich in gegenseitiger Abhängigkeit fesselnden Mutter-Tochter Beziehung überprüft. Am Ende suchen sie in der Aufarbeitung ihrer gemeinsamen Geschichte die Erlösung aus der zum Gefängnis gewordenen Mutter – Tochter Beziehung

    Vorstellung: SA 29.04.2017 um 16 Uhr
    Eintritt: VVK 15,-€ / AK 18,-€
    Regie: Peter Feuerbaum
    Mit: Brigitte Piering, Gabi Wiencek, Armin Reddig, Alexandra Madej und Alex Madej
    Gefördert von: Kulturbüro Stadt Dortmund, Aktion Mensch, NRW-Stiftung

    Der Gehörlosentheaterverein Dortmund e.V.

    Im Jahr 2008 gründete sich der Gehörlosentheaterverein Dortmund e. V. anlässlich der 60- jährigen Jubiläumsfeier des Stadtverbandes der Gehörlosenvereine in Dortmund. Für diese Feier hatte eine Gruppe von gehörlosen Menschen zusammen mit dem Regisseur Peter Feuerbaum das Stück „Der rote Hut“ entwickelt und zur Aufführung gebracht. Nach der Aufführung entstand in der Gruppe der Wunsch diese Arbeit fortzusetzen. Seitdem setzt der Theaterverein die jahrzehntelange Tradition des gebärdensprachlichen Theaters in Dortmund fort. 

    Für gehörlose Menschen ist es im allgemeinen sehr schwierig an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen. Nur sehr selten wird ihnen ein kulturelles Erlebnis in ihrer eigenen Sprache angeboten. Der Theaterverein hat es sich zum Ziel gesetzt diese Lücke zu schließen und somit gehörlosen Menschen die Teilhabe an einem kulturellen Leben zu ermöglichen. Darüber ist es unser Ziel die Gebärdensprache bekannter zu machen und sie in ihren Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. Dabei ist es uns wichtig, allen gebärdensprachlichen Menschen die Möglichkeit zu geben sich auf der Bühne künstlerisch auszudrücken oder unsere Veranstaltungen zu besuchen.

    Inzwischen hat der Verein mehrere Theaterstücke realisiert und ist weit über die Grenzen von Dortmund hinaus ein fester Bestandteil im kulturellen Leben von gehörlosen Menschen geworden. Besonders mit seinen Inszenierungen „Arsen und Spitzenhäubchen“ und „Fundament – Abgrund“ feierte der Verein große Erfolge beim Publikum und Kritikern. Jetzt setzt der Verein diese Erfolge mit der Inszenierung des Stücks „Erinnerungen“ fort.

    Heimatspuren

    Inklusives Tanz- und Bewegungstheater

    Die fähigkeitsgemischte Kompanie WINDSPIEL folgt seit 2014 den Herkunfts- und Migrationsgeschichten seiner Mitglieder, kooperiert mit in- und ausländischen Künstlern und hat das neue Stück auf der Grundlage dieser Erfahrungen entwickelt.
    Im Rahmen der 5. Produktion der Kompanie wurden Studien- und Auftrittsreisen im Ruhrgebiet sowie ins sizilianische Palermo realisiert.
    Heimatspuren reflektiert die gemeinsamen Reisen zu den Orten mit persönlichen Bezügen zur eigenen Herkunftsgeschichte und interpretiert diese Erfahrungen in der für die Kompanie eigenen Sprache der Darstellung.

    Hintergrund:

    Das Projekt „Heimatspuren“ verfolgt Herkunftsgeschichten und Heimatdeutungen von Mitgliedern der Kompanie. Mit der Geschichte des Bergbaukultur fühlen sich Bewohner des Ruhrgebiets verbunden, weil sie selbst und/oder ihre Herkunftsfamilie hier geboren wurden und aufgewachsen sind. Oder aber ihre Herkunftsfamilien sind zugewandert, haben ihre eigenen Geschichten, Träume und Erwartungen mitgebracht, sie gelebt, verwirklicht und gepflegt und sie mit dem verschmolzen, worauf sie hier trafen.

    Einige Darsteller der Kompanie WINDSPIEL sind im Umkreis der Städte Bochum, Witten und Dortmund geboren und aufgewachsen, haben dort die Schule besucht, die ersten Freundschaften geschlossen. Anderen ist das Ruhrgebiet erst im Erwachsenenalter zu ihrem neuen Zuhause geworden. Die Berufstätigkeit oder das Studium haben sie hierher verschlagen oder sie sind einer Bewegung gefolgt und haben die Nähe zu sozialen Gemeinschaften gesucht, die sich im „Pott“ gründeten und etabliert haben.

    Die Wurzeln des neuen Stücks greifen tief in die Entstehungsgeschichte der Initiative TanzRäume Unterwegs und insbesondere in die Entwicklung der inklusiven Kompanie Windspiel. Ausgangspunkt der Ensemblearbeit war der Wille und das Engagement der Tanzpädagogin Ute Mittelbach, die mit ihrer ästhetischen Idee, der sozialen Überzeugungskraft und der künstlerischen Vision von Beginn an sehr heterogene Persönlichkeiten zusammengeführt hat und sie immer wieder aufs Neue für die gemeinsame Sache zu gewinnen sucht.

    Heimatspuren ist die Konsequenz und Fortsetzung des Stücks Martha und der Pyrenäensteinbock, einer Geschichte die inspiriert ist von modernen Verfahren vorgeburtlicher Diagnostik, die immer zuverlässiger zu erwartende Behinderungen vorauszusagen vermögen und damit Entscheidungsprozesse werdender Eltern beeinflussen,  sowie von wissenschaftlichen Methoden der Reproduktionsbiologie, die ausgestorbene Tierarten wieder zum Leben zu erwecken vermögen.

    Im Rahmen dieser thematischen Fokussierung wurden in der Gruppe tief bewegende Prozesse angestoßen und die Windspieler haben ihnen durch Malen, Zeichnen, Modellieren und Plastizieren Ausdruck verliehen. Immer mit dem Ziel, alles Bemühen um das Durchdringen des Themas ins darstellende Spiel, in Tanz und Bewegung münden zu lassen. Die Arbeit an Martha und der Pyrenäensteinbock hat zwangsläufig zu den Fragen geführt, die mit Heimat und Herkunft verknüpft sind und haben den Darstellern als Ausgangspunkt für ihre auswärtigen Erkundungen und Bildungsreisen gedient.

    Mit den ersten Erkundungen von Heimatspuren haben sich die Darsteller auf die Reise in die Geschichte des Kohlebergbaus dieser Region begeben. Hier war der Großvater ein zugereister Arbeiter, der in den Flözen der unzähligen Stollen den Lebensunterhalt für die Familie verdiente, dort hat die Ehefrau einen Krämerladen für die Bergbauarbeiter und deren Familien betrieben. Reichlich Geschichten verbinden Erfahrungen und Erinnerungen aus der Montanindustrie im Ruhrgebiet mit den Darstellern der Kompanie und ihren Herkunftsfamilien. 

    Diesen Spuren sind sie gefolgt und haben das Bergbaumuseum in Bochum aufgesucht, haben sowohl in der Dunkelheit unter Tage als auch in den windigen Höhen des Förderturms performt und mit Material gearbeitet und die Atmosphäre der Bergbaukultur mehr und mehr in ihr Spiel wirken lassen.

    Die nächste Reise führte die Kompanie ins westliche Ruhrgebiet. Mit dem Thema „Wege wagen“ reiste sie gemeinsam nach Bottrop, auf das Dach des Ruhrgebiets, die Halde Haniel. Sie schritten entlang der 15 Stationen des Kreuzweges hinauf auf den Haldenberg und ließen sich durch die Schriften zum Wesen der Arbeit des Menschen zu Gedanken und Gesprächen anregen. Angekommen auf dem Gipfel der Halde haben sie die Bergarena im Kessel, die Installation des baskischen Bildhauers Agustín Ibarrola sowie den Weg zu den Totems bespielt.

    Die langjährige Windspielerin Young-Hwa Kersten bereichert die Kompanie mit den traditionellen Einflüssen der koreanischen Kultur. Durch sie knüpfte Ute Mittelbach Kontakt zur koreanischen Brettharfenspielerin Nam Sook Kim-Bücker, die mit ihrem Kayagum und ihrem Gesang schon die Arbeit an Martha und der Pyrenäensteinbock begleitet hatte. Die Einflüsse fernöstlicher Bewegungskünste wie dem Tai-Chi, Qigong, dem Stockkampf oder Yoga hatten bereits in frühere Stücke Eingang gefunden. In der Arbeit an den Heimatspuren machte die in Köln lebende koreanische Fächertänzerin Hey Rang die Windspieler mit dieser traditionellen Form der religiösen Verehrung vertraut.

    Nachdem Ute Mittelbach das Theater HORA in Zürich besucht hatte, konnte sie die Schweizer Tänzerin und Performerin Melanie Alexander für eine Zusammenarbeit mit der Kompanie Windspiel gewinnen. Melanie erarbeitete mit den Darstellern mit Mitteln des Modern Dances die Techniken zur Umsetzung ihrer erlebten Heimat- und Herkunftsgeschichten.

    Die letzte Spur zur Entwicklung des Stückes in seiner jetzigen Form und Ästhetik führte die Kompanie ins sizilianische Palermo. Die Geschichte der Windspielerin Carina Lombardo wurde zum Anlass für die erste größere Reise des Ensembles. Im Februar 2016 reisten die Windspieler in die Heimat der frühen Jugend ihres Vaters Lorenzo, der die Gruppe als Dolmetscher und Reiseleiter begleitete.

    Das Ensemble besuchte die Orte, an denen bis heute Mitglieder der Familie Lorenzo leben und arbeiten, sie wurden Zeugen von Begegnungen, die seit 30 Jahren nicht mehr stattgefunden hatten und sie haben die Plätze aufgesucht, die ihnen zuvor immer wieder in erzählten Vorstellungsbildern präsentiert worden waren. Zu den Besonderheiten der Reise gehörte sicherlich der Besuch der Tanzschule Tavola Tonda, die Zusammenarbeit mit der Galerie für zeitgenössische Kunst FPAC sowie die Darbietung von Heimatspuren auf dem Marktplatz von Campofelice di Rocella. 

    Auf diese Weise fanden die Reise- und Erfahrungsaktivitäten sowie die Kooperationen mit auswärtigen Künstlern und inklusiv arbeitenden Gruppen Eingang in die Weiterentwicklung des neuen Stücks … Heimatspuren. 

    Premiere: SO 30.04.2017 um 18 Uhr
    Ort: Theater im Depot
    Eintritt: VVK + AK 12 € / 8 € erm.
    Künstlerische Leitung: Ute Mittelbach

    THEATER IM DEPOT 

    Schon 1995 gründet sich der Trägerverein des Theaters im Depot „Verein zur Förderung freier Theaterarbeit e.V.“ Ab 1996 bespielt das Theater im Depot ein Provisorium in den Räumen an der Immermannstraße bevor im Januar 2001 das Theater in seinen jetzigen Räumen eröffnet wird. Mit dem 400 qm großen Saal und bis zu 250 Sitzplätzen zählt das TiD zu den größten freien Theaterhäusern der Region.

    Künstlerischer Leiter des TiD ist seit 2006 Berthold Meyer.

    Programmatische Schwerpunkte des Theaters

    Eigen- & Koproduktionen, ausgewählte regionale bis internationale Gastspiele, die Beteiligung an Theaterfestivals sowie eine intensive und facettenreiche Nachwuchsarbeit sind die Schwerpunkte der Arbeit des TiD. Programmatisch arbeitet das Theater spartenübergreifend. Sprech- und TanzTheaterformate bilden hierbei den Kern des Programms, ergänzt durch die mannigfachen Formen zeitgenössischer Performancekunst, szenische Lesungen und verschiedene musikalische Formate. Mehr als 150 Veranstaltungen, zwischen 40 und 50 verschiedene Produktionen und durchschnittlich 12 Premieren im Jahr formen den vielfältigen Spielplan des Theaters. 

    Kulturort Depot

    Einst die Straßenbahnhauptwerkstatt der städtischen Verkehrsbetriebe, ist der Kulturort Depot heute ein Ort, an dem die Kreativität ihren freien Lauf nimmt. Mehr als 40 Einzelpersonen, Gesellschaften, Vereine und Büros haben sich seit der Eröffnung 2001 etabliert. Im Depot arbeiten Architekten, Designer, Dozenten, Fotografen, Grafiker, Bildende und Darstellende Künstler.

    Unter einem Dach gehen Bildung, Kunst, Kultur, Medien, kreative Dienstleistungen und Gastronomie eine seltene Symbiose ein, die den Geist des Ortes prägt.

    Im Depot erwartet die Besucher ein spannendes und abwechslungsreiches Kulturprogramm – Ausstellungen, Kino, Märkte, Messen, Tanz, Theater, Workshops…

    Die außergewöhnliche Architektur des Gebäudes bietet zudem den Rahmen für vielfältige und individuelle Nutzungsmöglichkeiten. Das weitgehend eingeschossige Gebäude beeindruckt durch seine neoklassizistische Ziegelfassade. Den Mittelteil bildet eine ca. 90m lange Halle, dessen Hauptdach von einer filigranen Stahlfachwerkkonstruktion getragen wird; dieses seltene Tragsystem findet sich in heutigen Bauweisen nicht mehr wieder und ist ein Grund mit dafür, dass das Gebäude 1990 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der Umbau zum heutigen Kulturort Depot erfolgte in den Jahren 1997-2001, wobei die ursprünglichen Konstruktionselemente überall sichtbar blieben und gestalterisch in das neue architektonische und räumliche Konzept einbezogen wurden.
    Das Depot ist weitgehend barrierefrei. Eine Ausnahme bilden wenige Ateliers im ersten Stock, die über keinen Aufzug verfügen. Ein Behinderten-WC ist vorhanden.

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