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Neustart bei den „Barber Angels“: Ehrenamtliche FriseurInnen helfen Obdachlosen im Hygienezentrum in Dortmund

Die Barber Angels machten im Hygienezentrum in Dortmund Station. Fotos: Sebastian Sellhorst

Die Barber Angels machten im Hygienezentrum in Dortmund Station. Fotos: Sebastian Sellhorst

Mit dem Corona-bedingten Lockdown im März hieß es auch für die Barber Angels: alle Einsätze absagen. Wo Friseursalons geschlossen waren, konnten auch die ehrenamtlichen Haarschneide-Touren für Wohnungslose und Bedürftige nicht mehr stattfinden. Im temporären Hygienezentrum in Dortmund, das Gast-Haus, das Team Wärmebus und bodo gemeinsam betreiben, haben die „Engel mit Kamm und Schere“ jetzt den Neustart hingelegt.

Probleme für Obdachlose: Viele Tagesaufenthalte sind noch geschlossen oder laufen im Notbetrieb

Seit fast zwei Jahren helfen die Barber Angels und schneiden ehrenamtlich Obdachlosen die Haare.

Seit fast zwei Jahren helfen die Barber Angels und schneiden ehrenamtlich Obdachlosen die Haare.

Seit fast zwei Jahren sind die Barber Angels regelmäßig in Dortmund, um wohnungslosen und bedürftigen Menschen kostenlos die Haare zu schneiden.

In den schwarzen Kutten, ihrem Markenzeichen, stecken ProfifriseurInnen aus ganz NRW, die ihr Handwerk nutzen, um Menschen zu unterstützen, die wohnungslos sind, sich einen Friseur nicht leisten können oder sich schlicht nicht in einen „normalen“ Salon trauen.

2016 im schwäbischen Biberach gegründet, ist daraus eine Bewegung mit Mitgliedern im ganzen deutschsprachigen Raum, den Niederlanden und Spanien geworden. Corona versetzte das Engagement in eine Zwangspause. Auch Einrichtungen, in denen die Barber Angels immer zu Besuch waren, sind durch Corona in ihrer Arbeit massiv eingeschränkt.

Viele Tagesaufenthalte sind noch geschlossen oder laufen im Notbetrieb. Seit Mitte April betreiben jedoch das Gast-Haus, das Team Wärmebus und bodo in einer städtischen Immobilie ein temporäres Hygienezentrum, in dem Menschen duschen, sich mit frischer Kleidung und Hygieneartikeln versorgen können.

Im Hygienezentrum in Dortmund werden noch Spenden für Obdachlose benötigt

Viele Angebote sind wegen Corona noch nicht wieder oder nur eingeschränkt geöffnet. Das Hygienezentrum hilft.

Viele Angebote sind wegen Corona noch nicht wieder oder nur eingeschränkt geöffnet. Das Hygienezentrum hilft.

Hierher kamen die Barber Angels am Montag (27. Juli) nun zum Neustart. Für die neuen Einsätze haben sie eigens ein Hygienekonzept mit Abständen, Masken und vielen, vielen Desinfektionsgängen erarbeitet.

 

Daher können sie nun zwar etwas weniger KundInnen bedienen ‑ „es ist aber auch gemütlicher, privater geworden“, sagt Page, die heute als einer von fünf „Engeln“ im Einsatz ist.

Und das hört man: So sind auf den Stühlen nicht nur Fachgespräche über den neuen Haarschnitt zu hören, sondern auch der neueste Plausch aus der Familie und dem Alltag ‑ also irgendwie dann doch wie beim ganz normalen Friseur.

Übrigens: Im Hygienezentrum werden gerade Schlafsäcke, Turnschuhe ab Größe 42 und Hygieneartikel, besonders Deo und Rasierschaum benötigt. Spenden können während der Öffnungszeiten (montags, mittwochs und freitags von 11.30 Uhr bis 16 Uhr) im Hygienezentrum in der Leuthardstraße abgegeben werden.


Seit fast zwei Jahren helfen die Barber Angels und schneiden ehrenamtlich Obdachlosen die Haare.

Seit fast zwei Jahren helfen die Barber Angels und schneiden ehrenamtlich Obdachlosen die Haare.

Hintergrund: bodo e.V.
  • Seit 1994 unterstützt bodo e.V. Menschen in sozialen Notlagen.
  • Der Verein betreibt in Bochum und Dortmund Anlaufstellen für Wohnungslose und unterhält stationäre und aufsuchende Versorgungs- und Beratungsangebote.
  • Das monatliche soziale Straßenmagazin ermöglicht Menschen in Wohnungslosigkeit und Armut einen Zuverdienst.
  • Weitere Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte unterstützen ehemals wohnungs- oder langzeitarbeitslose Menschen bei der (Re-)Integration in den ersten Arbeitsmarkt.
  • bodo e.V. sieht sich als Lobby für Wohnungslose. Er ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und im internationalen Netzwerk der Straßenzeitungen INSP.
  • Mehr: www.bodoev.de
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