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Neuer Heilkräutergarten „Hortus Medicus“ im Rombergpark liefert jede Menge Infos und lädt barrierefrei zum Erkunden ein

Stadträtin Birgit Zörner (2. von rechts) und Direktor Dr. Patrick Knopf (Mitte) eröffneten den Garten, den Auszubildende des Geschäftsbereichs. Fotos: Joachim vom Brocke

Stadträtin Birgit Zörner (2. von rechts) und Direktor Dr. Patrick Knopf (Mitte) eröffneten den Garten, den Auszubildende des Geschäftsbereichs Parkanlagen gebaut haben. Fotos: Joachim vom Brocke

Von Joachim vom Brocke

Hortus Medicus ist der klangvolle Name des neuen Heilkräutergartens im bei vielen Besucher*innen beliebten Botanischen Garten Rombergpark. Stadträtin Birgit Zörner eröffnete offiziell dieses völlig neu gestaltete Teilstück im weitläufigen Park, das nahe dem Betriebshof und der Verwaltung zu finden ist. Seit März haben Auszubildende des gärtnerischen Betriebs vom Geschäftsbereich Parkanlagen Hortus Medicus geschaffen. Interessant für Botaniker, eine Erlebniswelt für Kinder. „Hier kann man eine Menge lernen“, bescheinigte auch Birgit Zörner dem gesamten Team.

Viel Bewegungsfreiheit auch für Behinderte sowie Gruppen von Besucher*innen

Ein Überblick über die Gesamtanlage mit Ruhebänken und bequemen Wegen, die auch für Rollstuhlfahrer*innen geeignet sind.

Ein Überblick über die Gesamtanlage des neuen Gartens mit Ruhebänken und bequemen Wegen, die auch für Rollstuhlfahrer*innen geeignet sind.

„Der alte Heilkräutergarten ist Geschichte“, meinte Parkdirektor Dr. Patrick Knopf. Das alte Gelände gegenüber der Heidemoorlandschaft sei „zuletzt etwas in die Jahre gekommen“. Auf dem lehmigen, schweren Boden wuchsen viele Pflanzen nicht besonders gut, kränkelten oder fehlten sogar völlig. Außerdem seien die Wege für Gruppenführungen oder Rollstuhlfahrer*innen zu schmal gewesen. Schließlich gefiel auch die Optik nicht mehr.

Hortus Medicus änderte alles. Nun gibt es Pflanzbeete sowie breite, barrierefreie Wege. Patrick Knopf: „Die Gänge zwischen den Beeten sind 90 cm breit, die Wege 1,40 m. Für Rollstuhlfahrer*innen bestens geeignet“. Darüber hinaus gibt es durch die Neugestaltung orangefarbene Schilder, die die Pflanzen und ihre Wirkungsweisen kurz erklären.

Rot gekennzeichnete Heilpflanzen wie zum Beispiel Eisenhut, Herbstzeitlose und Fingerhut weisen – je nach Dosierung – auf eine erhöhte Giftigkeit hin. Mit Upcycling-Material („Das kommt aus der grünen Tonne“, so Dr. Knopf) sind die Pflanzbeete umrahmt. Sie wirken optisch wie aus Stein, sind aber aus wieder aufbereiteten Kunststoff.

Die Pflanzen wurden nach einem altem Lehrbuch im Botanischen Garten angeordnet

Hortus Medicus heißt der völlig neu gestaltete Heilkräutergarten im Botanischen Garten Rombergpark

Hortus Medicus heißt der völlig neu gestaltete Heilkräutergarten im Botanischen Garten Rombergpark.

Neu ist ein kleiner Bereich, der jeweils der Heilpflanze des Jahres gewidmet ist. In diesem Jahr widmet er sich der Wegwarte (Cichorium intybus) aus der Familie der Korbblütler. „Die Wildform, deren getrocknete Wurzeln als Kaffeeersatz dienten, wird neben den gärtnerischen Züchtungen wie Chicorée, Radicchio und Endivie gezeigt“, erklärte der Parkchef: „Informationen rund um die Pflanze und Rezepte dazu runden das neue Angebot ab“.

Warum heißt der Heilkräutergarten jetzt „Hortus Medicus“? Zu früheren Zeiten wurde der Medizinalpflanzen-Garten am Kloster und an der Universität „hortus medicus“ genannt, erläuterte Dr. Patrick Knopf. „Aus einigen dieser Gärtchen wurden später die noch heute an gleicher Stelle existierenden Botanischen Gärten“. Aufgebaut wurde der Garten nach Kapiteln aus einem alten Kräuterbuch, das es heute möglicherweise nur noch im Antiquariat gibt.

In prachtvoller Blüte: die Feuerbohnen.

In prachtvoller Blüte: die Feuerbohnen.

Für die angehenden jungen Garten- und Landschaftsgärtner*innen, die Hortus Medicus aus dem Boden „stampften“, gab es gleich im März das Problem, wegen der Corona-Pandemie im Mindestabstand zu arbeiten. „Immer und immer wieder kamen Leute vorbei, die wissen wollten, was wir hier tun“, erinnert sich ein junger Azubi.

Besonders interessiert war eine Kindergartengruppe, die gegenüber spielten, sie laufend beobachteten und auch mal ein paar Fragen an den Gärtnernachwuchs stellten. „Viele davon wollten später ebenfalls Gärtner werden“, freute sich der Azubi über den hoffnungsvollen „Nachwuchs“.

Mehr Informationen:

  • Der Botanische Garten Rombergpark entstand aus einem alten Landschaftspark, dem Rombergschen Schlosspark, in den ab 1927 der zuvor bestehende Botanische Garten Dortmunds integriert wurde. Der Park hat eine Fläche von 68 Hektar.
  • Schon seit 1985 gibt es im Rombergpark einen Heilkräutergarten. Hortus Medicus präsentiert 350 Pflanzenarten, die nach dem Ordnungsprinzip eines in der Volksmedizin populären Fachbuches sortiert sind.
  • Mittlerweile wachsen 4.500 verschiedene Gehölzarten und -sorten im Botanischen Garten. Hier finden vom Aussterben bedrohte Pflanzen ein Refugium und werden durch die Programme zur Arterhaltung auch wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen und ausgewertet.
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