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Mehr als 8000 Bewerber*innen auf 362 Ausbildungsplätze bei der Stadt Dortmund – Ausbildung in 60 Berufen

Simone Hülsmann, Carolin Schween und André Jödicke vom Personal- und Organisationsamt stellten mit Stadtrat Christian Uhr das Thema Ausbildung vor. Foto: Alex Völkel

Simone Hülsmann, Carolin Schween und André Jödicke vom Personal- und Organisationsamt stellten mit Stadtrat Christian Uhr das Thema Ausbildung bei der Stadt Dortmund vor. Foto: Alex Völkel

Das Thema Ausbildung wird für die Stadt Dortmund immer wichtiger: Fast die Hälfte der Belegschaft – 4.500 Beschäftigte – werden in den nächsten 15 Jahren in den Ruhestand gehen. Daher baut die Kommune stark aus: 362 Ausbildungsplätze im kommenden Jahr und sogar 398 im Jahr 2021 werden eingerichtet. Ausgebildet wird in 60 Berufen – mit mehr als 8.000 Bewerbungen hat das Personal- und Organisationsamt einen neuen Rekord eingefahren.

Passgenau: Die Stadt Dortmund bildet berufsscharf und bedarfsgerecht aus

Doch ausruhen kann und will sich die Stadt nicht. Sie steht im immer stärkeren Wettbewerb. Mittlerweile können sich – zumindest die „guten“ Bewerber*innen – ihren Ausbildungsbetrieb regelrecht aussuchen – die Firmen buhlen um die Azubis. ___STEADY_PAYWALL___

Doch an der dualen Ausbildung geht für Personaldezernent Christian Uhr kein Weg vorbei: „Ausbildung ist Zukunft und die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen“, macht Uhr deutlich. Daher hat sich bei der Stadt Dortmund die Zahl der Ausbildungsplätze in den vergangenen Jahren mehr als vervierfacht. 

Das Besondere: Die Ausbildung erfolgt passgenau: Alle Abteilungen und Bereiche machen eine Personalplanung über die nächsten fünf Jahre. So wissen sie, welche Vakanzen und Bedarfe in den nächsten Jahren auftreten. Statt auf externe Einstellungen zu hoffen, will die Stadt lieber zielgerichtet selbst ausbilden. 

Denn Ausschreibungen von freien Stellen bleiben immer häufiger erfolglos, weil die Fachkräfte auf dem freien Markt nicht immer zu finden sind. „Wir bilden daher berufsscharf und bedarfsgerecht aus. Daher haben wir eine Übernahmequote von fast 100 Prozent“, erklärt Simone Hülsmann.

Neue Ausbildungsgänge sollen bestehende
und zukünftige Lücken bei der Stadt schließen

Die Stadt Dortmund bietet in der Verwaltung, den gewerblich-technischen bzw. handwerklichen Bereichen und der Feuerwehr im folgenden Jahr nicht nur erstmalig eine derart erhöhte Anzahl von Ausbildungsplätzen an, sondern auch gänzlich neu eingeführte Ausbildungsberufe werden etabliert, um neuen Anforderungen entsprechen zu können.

Ab dem Einstellungsjahr 2020 sollen Nachwuchskräfte zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit (mit ergänzender Qualifikation für den kommunalen Ordnungsdienst), Bachelor of Arts (Schwerpunkt Verwaltungsinformatik), Bachelor of Arts (Schwerpunkt Digitalisierung), Umweltinspektor*in und Metallbauer*in ausgebildet werden. 

Hier wird unter anderem auf die wachsenden Herausforderungen durch die Digitalisierung und die weitere Steigerung der Sicherheit und Ordnung im Stadtgebiet reagiert. Denn insbesondere im Bereich des Ordnungsamtes sind Stellen teils über Jahre nicht zu besetzen. Daher nun der neue Ausbildungsgang. Für die 15 Plätze gibt es bereits 140 Bewerbungen. Bewerbungen sind hier noch bis Jahresende möglich.

Gesamtstädtisches Konzept zur Personalentwicklung
mit der Maxime „Ausbildung vor Einstellung“

Dass die Einführung neuer Ausbildungsberufe erfolgreich ist, lässt sich aus Warte von Christian Uhr anhand der Kombi-Ausbildung Notfallsanitäter*in mit anschließender Ausbildung als Brandmeister*in belegen. Hier war die Stadt Dortmund im Einstellungsjahr 2017 die erste Stadt in Nordrhein-Westfalen, die diese Kombination für Schulabgänger*innen etablierte. 

Bis dahin wurde die dreijährige Erstausbildung nur im gewerblich-technischen oder handwerklichen Bereich angeboten. Seit dem Jahr 2017 erfolgt jedoch der jährliche Wechsel mit der dreijährigen Erstausbildung zum/zur Notfallsanitäter*in. Die Stadt Dortmund verfolgt damit weiterhin die Strategie des gesamtstädtischen Personal-Entwicklungskonzeptes: Ausbildung vor Einstellung.

Eine Erhöhung der Bewerbungszahlen für das Jahr 2020 von 40 Prozent innerhalb der letzten drei Jahre auf aktuell insgesamt 8.039 Bewerbungen zeigt dem Personal- und Organisationsamt, dass die Stadt Dortmund trotz Ihrer Wettbewerbslage im Ballungsgebiet Rhein-Ruhr als Ausbildungsbetrieb attraktiv ist.

Das neue Zentrum für Ausbildung und Kompetenzen (ZAK) kommt in die Kronenburgallee 7

Eine weitere Innovation bei der Stadt Dortmund wird das im Frühjahr 2020 eröffnende Zentrum für Ausbildung und Kompetenzen (ZAK) darstellen. Mittlerweile sind die Mietverträge für die Immobilie „Kronenburgallee 7“ unterschrieben. Der gesamte Bereich der Personalentwicklung und Ausbildung des Personal- und Organisationsamtes wird sich dort zentral seinen Aufgaben widmen.

Die neuen Räumlichkeiten werden zukünftig genutzt, um moderne und innovative Auswahlverfahren durchzuführen, die vorhandenen Beschäftigten weiterzubilden und Auszubildende im Verwaltungsbereich, in einer für Dortmund neuen Art von praxisnahen Ausbildungsabschnitten, fortzubilden. „Damit beschreitet die Stadt Dortmund absolut neue Wege und Methoden, die ihresgleichen suchen“, so Uhr.

Nicht zu kurz kommen sollen dabei Schüler*innen mit einem Hauptschulabschluss. „Wir sehen die soziale Verantwortung. Daher gehen wir auch mit Ausbildungsbotschaftern in die Schulen und stellen Berufe vor und beraten“, betonen die Personaler der Stadt. „Überall, wo es rechtlich möglich ist, können sich auch Hauptschüler bewerben – wir begrenzen das ausdrücklich nicht.“

 

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