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„Lieferketten, Menschenrechte und Umwelt“: Arbeiterwohlfahrt lädt zur Online-Diskussion ein

Mann arbeitet unter menschenunwürdigen Verhältnissen – Das soll das Lieferkettengesetz unterbinden. Foto: Archiv

Günstige Klamotten? Ja. – Aber zu welchem Preis? Zum Thema „Lieferketten, Menschenrechte und Umwelt“ lädt die AWO-Integrationsagentur zur Online-Veranstaltung ein. Diese soll am morgigen Dienstag (10. November 2020) von 17 bis 18 Uhr stattfinden.

Diskussion über aktuelles Lieferkettensystem und Gesetzesänderung

Diskussionsthema sollen das Lieferkettensystem und die daraus folgenden globalen Ungleichheiten sein. Dabei soll die Diskussion Bezug auf das aktuelle Lieferkettengesetz nehmen. Es soll diskutiert werden, inwiefern das Gesetz geändert werden sollte, sodass es positive Auswirkungen auf die globale Gerechtigkeit, die Achtung von Menschenrechten und die Vermeidung von Umweltzerstörung – auch außerhalb der nationalen Grenzen – hat. ___STEADY_PAYWALL___

Denn die Gesetze der AWO finden oft nur auf einer nationalen Ebene statt und werden somit auf der globalen Ebene oft nicht berücksichtigt. „So werden im Zuge der Herstellung und Lieferung unserer Konsumgüter oft Tatsachen wie menschenunwürdige Arbeit oder starke Umweltverschmutzung in Kauf genommen. Ein Inkrafttreten des Lieferkettengesetzes könnte dem entgegenwirken“, betont Elvedina Sabic von der Arbeiterwohlfahrt.

„Ein Bewusstsein dafür, woher unsere Konsumgüter kommen, wäre ein Anfang“ (Elvedina Sabic)

Mit der Online-Veranstaltung soll auf globale und soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam gemacht werden. „Es gibt einen Grund, wieso die Menschen aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen in andere Länder flüchten“, erklärt Sabic. Idee der Veranstaltung ist es, diesen Hintergrund zu beleuchten. Um das Problem ein wenig zu bessern, können wohl auch Privatpersonen etwas ändern. „Ein Bewusstsein dafür, woher unsere Konsumgüter kommen, wäre ein Anfang“, findet die Ansprechpartnerin der AWO.

Was sind Lieferketten und was fordert die Initiative Lieferkettengesetz?

Das abgebrannte Firmengebäude von Ali Enterprise. Foto: Ayesha Mir/ The Express Tribune

Das abgebrannte Firmengebäude von Ali Enterprise. Foto: Ayesha Mir/ The Express Tribune

Durch die Veranstaltung sollen Menschen für dieses Thema sensibilisiert werden. Sabic ist klar, dass eine Diskussion in Deutschland nicht direkt das Problem der Lieferketten lösen würde. Jedoch könne es sein, dass wenn Deutschland mit der Festlegung eines gesetzlichen Rahmens den Anfang macht, dies für andere westliche Länder ein Grund sein könnte, sich auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Die Initiative Lieferkettengesetz ist ein Zusammenschluss zahlreicher Organisationen. Darunter fallen unter anderem der BUND, Brot für die Welt und Greenpeace und alle haben ein gemeinsames Ziel, nämlich für eine Welt einzutreten, „in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden – auch im Ausland“.

Das Lieferkettengesetz fordert, dass Unternehmen, welche „Schäden an Mensch und Umwelt in ihren Lieferketten verursachen oder in Kauf nehmen“, dafür sanktioniert werden. Der zuletzt bekannt gewordene Fall, war der große Brand innerhalb einer KiK-Zulieferfabrik. Aufgrund des mangelhaften Brandschutzes sollen dabei in Pakistan 258 Menschen gestorben sein.

Diskussionsteilnehmer*innen werden sein:

  • Serge Palasie (Eine-Welt-Netz NRW)
  • Eva Maria Reinwald (Südwind e.V.)
  • Anja Butschau (MdL)
  • Moderation: Bastian Pütter (Bodo e.V.)

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https://www.nordstadtblogger.de/unternehmensverantwortung-organisationen-in-dortmund-unterstuetzen-forderung-nach-lieferkettengesetz/
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