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Neue Ausstellung im Kunstbetrieb: Laura Velasco zeigt „adagio – Irgendwo anders“ im Nordstadt-Atelier

Von Peter Kozyra

„Wie lange bleibst du hier?“ wurde Laura Velasco immer wieder gefragt. Vor zwei Jahren kam die studierte Künstlerin und Mediengestalterin aus Spanien und schloss sich einem Künstlerkollektiv im sauerländischen Neheim an. Daher rührt ihre intensive Beschäftigung mit Zeit als Konzept und dem Reisen als Prinzip.

Seit ihrer Ankunft in Deutschland arbeitet die junge Kreative an Illustrationen und Gemälden, die diese Rastlosigkeit der Gesellschaft, aber auch das Unterwegs-, Fremd-, Neu- und Tourist-Sein zum Thema haben. Nun sind ihre Werke im Atelier Kunstbetrieb an der Gneisenaustraße 30 zu sehen.

Der Mensch auf Reisen als Objekt der zeitlosen Hektik

„Es begann damit, dass ich Menschen in ihnen Fremden Umgebungen beobachtet habe“, so Velasco. Der Tourist als Stereotyp, als alles Fotografierender, als immer ein Handtuch dabei Habender. „Heute verreist niemand mehr ohne Kamera“.

Es war ihr wichtig, das Vergängliche zu zeigen, aber auch den einzelnen Moment. So erklärt sich auch der Name der Ausstellung „adagio – Irgendwo anders“: Losgelöst vom Alltag ist der Mensch auf Reisen. Ob tatsächlich als Reisender in Flughäfen, Städten oder an Stränden oder gedanklich, wenn er in sein Smartphone vertieft im Park sitzt – Velascos meist großformatige Malereien stellen all das dar.

„Ich habe mich von alltäglichen Situationen inspirieren lassen, sie jedoch bewusst aus ihrem klaren Kontext herausgelöst.“ Und tatsächlich sind in ihren Gemälden viele Elemente sehr präzise, andere sehr frei und schemenhaft gehalten. „Meine Intention war es, den einzelnen Moment in den Vordergrund zu rücken.“

Klare Farben auf Holz und Leinwand zwischen Malerei und gegenständlichem Zeichnen

Velasco arbeitet hauptsächlich mit Acryl und Öl auf Leinwand oder Holz. Ihre Werke zeigen verschiedene Szenen des Irgendwo-Anders-Seins. Vom Porträt einer jungen Frau die den Blick in den verschwommenen Hintergrund richtet bis zu einer Flughafen-Szene die gleichzeitig überall auf der Welt sein könnte, gibt es viel zu sehen.

Interessant auch ihre zwei Gemälde mit Figuren, die sich je nach Anordnung der Bilder bald treffen werden, oder schon verpasst haben. Sie bedient sich dabei meist einer figurativen Kunstsprache, die jedoch durch klassische Malerei umrahmt wird, um dem Betrachter die Möglichkeit zu bieten, das Gezeigte selbst zu verordnen.

Die Künstlerin hat bisher unter anderem in Madrid, Bilbao und Florenz studiert und mehrere Preise gewonnen. Kunstbetrieb-Inhaberin Sabine Spieckermann war entsprechend erfreut, als Velasco auf sie zu trat und eine Ausstellung anbot.

Auf die Frage „Wie lange bleibst du hier?“ antwortet sie „Das kann ich noch nicht sagen“ und lächelt.

Die Ausstellung eröffnet am 9. Mai um 18 Uhr mit einer Einführung durch die Kulturmanagerin Kirsten Minkel und ist bis zum 14. Juni im Kunstbetrieb zu besichtigen. Alle Arbeiten Velascos stehen zum Verkauf.

Im Folgenden finden Sie in der Galerie weitere Eindrücke der Ausstellung.

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