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Internationale Demokratietage in Dortmund: „Jugendaustausch hilft, auch geopolitische Probleme zu überwinden“

Im Rahmen der Internationale Demokratietage gab es im Hof der Steinwache eine Feier zum Gedenken an die Opfer des Nazi-Terrors.

Im Hof der Steinwache gab es eine Feier zum Gedenken an die Opfer des Nazi-Terrors. Foto: Alex Völkel

Die Internationalen Demokratietage in Dortmund sind zu Ende. Das Fazit fällt bei den Beteiligten aus acht Ländern durchweg positiv aus: „Es war großartig, diese Möglichkeit zu haben“, sagt Pavel Lubianitskii aus dem russischen Rostov am Don. „Ich habe viele unterschiedliche Ansichten gehört“, sagt der junge Russe. „Das hilft, auch geopolitische Probleme zu überwinden.“

Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus acht Ländern in Dortmund unterwegs

Demokratieförderung stand im Mittelpunkt des Austauschs. Foto: privat

Demokratieförderung stand im Mittelpunkt des einwöchigen Austauschs. Foto: privat

Denn die Mischung – Jugendliche und junge Erwachsene und ihre Begleiter aus Russland, den USA, der Türkei, Serbien, China, Israel, Frankreich, England und Deutschland waren eine Woche lang zusammen unterwegs – birgt auf dem Papier reichlich Konfliktpotenzial. Allerdings nicht unter Freunden und Partnern.

„Es war eine sehr gute Erfahrung. Ich habe viele unterschiedliche Menschen getroffen und wir haben über Demokratie, Kulturen und Religionen gesprochen“, verdeutlicht Anne-Laure Dureuil aus dem französischen Amiens.

Auch Rebecca Hall aus dem englischen Leeds haben die Diskussionen und unterschiedlichen Standpunkte gefallen. „Ich habe noch nie mit so vielen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen eine Woche verbracht“, räumt Shirley Gensow aus Zwickau ein.

Unterschiedliche Ansichten und Lebensweisen in den Partnerstädten kennengelernt

Korbinius-Bäume wurden während der Fahrt gepflanzt. Foto: Thomas Kampmann

Auch Korbinius-Bäume wurden während des Programms gepflanzt. Foto: Thomas Kampmann

Dabei waren die Eindrücke sehr unterschiedlich – von dem was sie eint, aber auch was sie unterscheidet. Zum Beispiel über Alltagsgewohnheiten. „Noch nie habe ich so viel Mineralwasser mit Sprudel getrunken“, sagt Bianca Brown aus der US-Partnerstadt Buffalo lachend.

Und Peleg Troytza aus dem israelischen Partnerstadt war von dem vielen Grün und den zahllosen großen Bäumen ganz angetan. Aber noch mehr von den vielen Gesprächen auch mit Menschen aus Ländern, deren Spitzenpolitiker sich gerade nicht sonderlich grün sind.

„Wir haben uns sehr über die Einladung gefreut. Es war eine durchweg fruchtbare Woche“, betont Muammer Tosun aus Dortmunds jüngster Partnerstadt – dem türkischen Trabzon. „Menschen aus so vielen Kulturen zu treffen, ist eine wichtige Erfahrung“, unterstreicht Joana Erdeljan aus dem serbischen Novi Sad.

Nächste gemeinsamer Gruppenaustausch findet vielleicht schon in fünf Jahren statt

Auch aus Dortmunds israelischer Partnerstadt Netanya ist eine Gruppe angereist.

Auch aus Dortmunds israelischer Partnerstadt Netanya ist eine Gruppe angereist. Foto: Alex Völkel

Eine Erfahrung, auf die die nächste Gruppe vielleicht nicht mehr 20 Jahre zu warten braucht. 1995 – zum 50. Jahrestag des Kriegsendes – hatte es bereits eine solche Zusammenkunft inn Dortmund gegeben, an der aber noch nicht alle Partnerstädte teilgenommen hatten, erinnerte Rainer Siemon vom Jugendamt.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Jugendamt, aber auch den Helferinnen und Helfern des Jugendrings und der Stiftung Jugend und Demokratie – sie haben das Programm angestoßen – dankte OB Ullrich Sierau bei der Verabschiedung im Fritz-Henßler-Haus.

Sie hatten den Austausch anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes und der Befreiung von den Nazi-Diktatur und des 50. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland vorgeschlagen. Die Idee hatte die Stadt aufgegriffen.

Ausbau von weiteren Kontakten und Schulpartnerschaften als wichtiges Ziel

Beim Spiel gegen Hertha drückten die Teilnehmer dem BVB die Daumen. Foto: Thomas Kampmann

Beim Spiel gegen Hertha drückten die Teilnehmer dem BVB die Daumen. Foto: Thomas Kampmann

Mit den Jahrestagen haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ebenfalls beschäftigt. Ernste und bunte Programmpunkte gab es im Wechsel.

Die Mischung machte es und stimmte: Stadtführungen, Besuche in der Steinwache, eine Kranzniederlegung für die Opfer des Naziregimes, die Teilnahme am BVB-Heimspiel gegen Hertha, Rudern und Segeln auf dem Phoenixsee sowie eine Fahrt nach Düsseldorf waren nur einige Programmpunkte.

Der Austausch war ein lebendiges Zeichen für gelebte Toleranz, Multikultur und Völkerverständigung.

Vielleicht gelingt es ja, bereits in fünf Jahren die nächste Gruppe auf die Beine zu stellen, hofft Sierau. Weitere Aktivitäten zwischen den Partnerstädten würde es sicher geben, ist sich Stefanie Schneider vom Jugendring sicher. Und vielleicht lassen sich auch die Schulpartnerschaften intensivieren. „Dafür müssen wir noch weitere Geldquellen erschließen“, zieht der OB Bilanz.

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