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Im alten „Uhlandshof“: Planerladen und Sparbau machen in der Nordstadt aus alter Kneipe einen Bildungs- und Kulturort

Der ehemalige „Uhlandshof“ in der Nordstadt wurde zu einem Zentrum für Bildung, Beratung und Begegnungen im Quartier umgebaut. Fotos: Thomas Engel

Neues Kulturangebot in der Nordstadt: Wo früher eine Kneipe war, betreibt fortan der Planerladen e.V. im ehemaligen „Uhlandshof“ in Kooperation mit dem Dortmunder Spar- und Bauverein ein Zentrum für Bildungs- und Begegnungsveranstaltungen. Eröffnet wurde die Einrichtung bereits im Frühjahr, doch die Freude war wegen der Corona-Pandemie nur von kurzer Dauer. Jetzt soll es in den zum „Uhlandblock“ der Nordstadt gehörenden Räumlichkeiten endlich wieder richtig losgehen. Ein besonderer Fokus liegt zunächst auf Sprachkursen für Migrant*innen.

Erste Umnutzung der Räumlichkeiten – nach fast acht Jahrzehnten als Quartierskneipe

630 Unterrichtsstunden in der deutschen Sprache und eine grundlegende Wissensvermittlung zu hiesigem Recht, zur Geschichte und Kultur sollen dabei helfen, dass die Integration zugewanderter Mitbürger*innen gelingt.

(v.l.:) Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstand Spar- und Bau, Tülin Kabis-Staubach, Vorstand Planerladen, und Ulrich Benholz, Prokurist Neubau/Spar- und Bau

Der Planerladen e.V. setzt seit Frühjahr 2020 – und nun erneut nach dem Corona Lockdown – jene Bundesmaßnahmen im Uhlandshof um, die nach dem Zuwanderungsgesetz obligatorisch sind. ___STEADY_PAYWALL___

Wie das etablierte Symbol der Stadt, das Dortmunder „U“ im Unionsviertel, wurde der Uhlandshof im Jahr 1926 erbaut. Er ist Teil des Uhlandblocks in der Nordstadt (begrenzt von der Uhland-, Goethe-, Herder- und Rückerstraße). An dem Carré lässt sich bereits der Übergang vom gründerzeitlichen Altbauquartier zum Werkswohnungsbau im Schatten der Schwerindustrie mit umschlossenen, begrünten Höfen erahnen.

Gelegen in der Uhlandstraße 140 erfährt der Uhlandshof mit dem neuen Bildungs- und Kulturort nun in seiner fast 100-jährigen Geschichte die allererste Umnutzung. Denn bis 2019 wurde das Ladenlokal gastronomisch betrieben. Unten im Keller befindet sich die alte Bundeskegelbahn, die nicht mehr in Betrieb ist.

Umgestaltung des ursprünglichen Schankraums zu hellen Seminarräumen und einem Betreuungsraum

Durch Umbau, Modernisierung und Vermietung der alten Quartierskneipe als Ort für Bildungs-, Kultur- und Begegnungsveranstaltungen an den Planerladen unterstützt und ermöglicht die Dortmunder Wohnungsbaugenossenschaft eine Reihe von Angeboten in der Nordstadt.

Nach dem Start im Frühjahr, dem durch Corona erzwungenen Lockdown wird es dort zukünftig Voll- und Teilzeitkurse zum Erlernen der deutschen Sprache auf verschiedenen Niveaus (A1, A2 usf.), Frauenkurse mit und ohne Kinderbetreuung, Abendkurs-Angebote und die in Eigenregie vom Planerladen realisierten, niedrigschwelligen Sprachkurse für Analphabet*innen.

Dazu musste der einstige Gast- und Schankraum zweckmäßig umgestaltetet werden. Zwischenwände wurden eingezogen, so dass mehrere Seminarräume entstehen konnten. Von allen Seiten zugänglich ist ein Spiel- und Betreuungsraum für Kinder.

Eine solche Einrichtung hat sich in der Vergangenheit als sehr nützlich erwiesen, denn die Präsenz gerade von Migrantinnen hängt in einem hohen Maße davon ab, ob während der Kursstunden eine Betreuung für ihre Kinder  gewährleistet werden kann.

Für die Zukunft: Erweiterung der Nutzung als Nachbarschaftstreff und Integrationsort geplant

In zwei Unterrichts- und Seminarräumen können jetzt ganztägig Sprach- und Integrationskurse für bis zu 25 Personen durchgeführt werden. In diesen soll das Spektrum von Sprachförderung und Kenntnissen des bundesrepublikanischen Gesundheits- und Bildungssystems, Grundlagen des Ausländerrechts und der Einbürgerung vermittelt werden.

Denn die Erfahrung der letzten Jahre zeigt: Ankommen bedeutet nicht nur, eine fremde Sprache zu lernen, sondern sich auch mit den kulturellen, rechtlichen und institutionellen Besonderheiten hierzulande kritisch auseinanderzusetzen. Zu lernen, was für ein Leben unabdingbar ist, was der individuellen Freiheit der Bürger*innen unterliegt.

Überall in den Räumlichkeiten ist es hell und freundlich. Von der alten Schummeratmosphäre einer Quartierskneipe ist jedenfalls nichts mehr übriggeblieben. In der angeschlossenen Küche kann später gemeinsam gekocht werden.

Angebote wie Lese-, Filmabende und Nachbarschaftsforen sollen nämlich zukünftig dafür sorgen, dass der Uhlandshof auch für die Bewohnerschaft aus der Umgebung und für Initiativen ein neues Zuhause wird. Ein kleines Zentrum nicht nur fürs Lernen, sondern auch für Begegnung und Austausch, wo alle viele bunte Erfahrungen miteinander können.

 

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