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Hunderte Schaulustige und aggressive Gaffer behindern Unfallaufnahme – Beamte vor Ort wurden massiv bedroht

Bei der Unfallaufnahme wurden die Einsatzkräfte von zahlreichen Schaulistigen bedrängt.

Bei der Unfallaufnahme wurden die Einsatzkräfte von Schaulistigen bedrängt. Foto: Leopold Achilles

Wie die Polizei erst heute mitteilt, spielten sich am Freitagabend unschöne Szenen am Rande der Unfallaufnahme an der Kreuzung Leopold- und Steinstraße in der Nordstadt ab. Um die Unfallstelle herum „rotteten“ sich mehrere hundert Schaulustige zusammen.

Polizisten bedroht, um mit dem Handy filmen zu können

Aus dieser Menschenmenge heraus versuchten zahlreiche Personen immer wieder an den an der polizeilichen Absperrung eingesetzten Beamten vorbei auf die Straße zu treten. Offenkundig wollte man möglichst nahe an die Rettungsmaßnahmen herankommen, um ungestört mit dem Mobiltelefon Filmaufnahmen machen zu können.

Hierbei entwickelten sich immer wieder gefährliche Situationen, da einzelne von der Steinstraße auf die Leopoldstraße abbiegenden Fahrzeugführer ebenfalls die Rettungsarbeiten „begaffen“ wollten und nicht auf den Straßenverkehr (die „fußläufigen Gaffer“) achteten.

Wiederholt ausgesprochene Platzverweise wurden nicht nur ignoriert, sondern es wurde vereinzelt sogar versucht, die Beamten vor Ort mit Drohungen einzuschüchtern („Ich weiß ja wo du arbeitest. Gleich ohne deine Waffe und deine Kollegen sehen wir uns wieder, dann passiert was.“)

Beim Zurückdrängen eines Teils der „Rädelsführer“, kam es immer wieder zu Solidarisierungseffekten aus der Menge, offenkundig um die polizeilichen Maßnahmen zu vereiteln. Eine deutliche und wiederholte Ansprache durch die Einsatzkräfte blieb ohne Erfolg. Bei fast allen Anwesenden war keinerlei Einsicht erkennbar.

Polizei musste einen Diensthund mit Beißkorb einsetzen, um Leute zurückzuhalten

Als die Menge sich weiter zusammenrottete und die Situation für die unfallaufnehmenden Beamten bedrohlicher wurde, musste schließlich ein Diensthund (mit Beißkorb) eingesetzt werden. Dieser trug erheblich zur Beruhigung der Situation bei. Einige wenige Unbelehrbare provozierten weiterhin auch den Diensthund, der Diensthundeführer musste bis zum Abschluss der Rettungs- und Bergungsmaßnahmen vor Ort bleiben.

Die Polizeibeamten hörten sich bis zum Ende der Unfallaufnahme aus der Menge heraus massiv Beleidigungen und Drohungen an. Ein 19-jähriger aus Dortmund konnte als Tatverdächtiger identifiziert werden. Gegen ihn wurde eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Bedrohung und des Widerstandes erstattet.

Mehr zum Unfall auf nordstadtblogger.de:

UPDATE Schwerer Unfall auf der Leopoldstraße mit zwei Fahrzeugen – Wagen überschlug sich – Fahrerin eingeklemmt

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Ein Gedanke zu “Hunderte Schaulustige und aggressive Gaffer behindern Unfallaufnahme – Beamte vor Ort wurden massiv bedroht

  1. Polizei Dortmund Beitrags Autor

    Drei Leichtverletzte bei Unfall an der Schleswiger Straße –
    Unfallaufnahme auf Grund von Schaulustigen nur mit zusätzlichen Unterstützungskräften möglich

    Hoher Sachschaden und drei Leichtverletzte sind die Bilanz eines Verkehrsunfalls von Freitagabend (15. Juli 2016, 20.24 Uhr ) in Dortmund im Bereich Schleswiger Straße / Alsenstraße.

    Den ersten Ermittlungen zur Folge, wollte der Fahrer eines Audis, ein 34-Jähriger aus Dortmund, von der Alsenstraße in die Schleswiger Straße abbiegen. Gleichzeitig fuhr der Fahrer eines Mercedes Vito, ein 20-Jähriger aus Dortmund, die Schleswiger Straße hinunter. Im Einmündungsbereich kam es dann zum Zusammenprall beider Fahrzeuge. Hierbei wurde der Vito durch die Wucht des Aufpralls gegen ein weiteres geparktes Fahrzeug geschleudert.

    Der Fahrer des Audis, der 20-Jährige, sowie dessen Beifahrer mussten mit Rettungswagen zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf circa 29.000 Euro.

    Auch im Rahmen dieser Unfallaufnahme „verfolgten“ mehrere hundert Schaulustige das Geschehen. Auch in diesem Fall konnten die unfallaufnehmenden Beamten, sowie die Rettungskräfte, nur mit Unterstützung weiterer Einsatzkräfte (unter anderem zwei Diensthundeführern) einigermaßen ungestört ihrer Arbeit nachgehen.

    Der Fahrer des Audis wurde dabei am Unfallort aus der Meng heraus von Zeugen und Familienangehörigen massiv beleidigt und bedroht.

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