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Grünes Licht für die Schulentwicklungsplanung: großer Bedarf bei Grundschulen, Gymnasien und Gesamtschulen

An vielen Schulstandorten kommen mobile Raumeinheiten zum Einsatz. Foto: Leopold Achilles

Grünes Licht für die weitere Schulentwicklungsplanung: Nach dem Schulausschuss am Mittwoch hat auch der Rat am Donnerstag einstimmig das Thema durchgewunken, um den Ausbau an Grundschulen, Gymnasien und insbesondere auch Gesamtschulen voranzutreiben. Ob dies aber vor allem durch Anbauten an bestehenden Schulen oder aber durch einzelne Neubauten passieren soll, wird zunächst den Planern überlassen. Für einen möglichen Gesamtschulneubau kämen unterschiedliche Stadtbezirke in Frage – sowohl im Norden der Stadt (beispielsweise in Eving) als auch im Süden. Eine weitere Option wäre die Umwandlung der Reinoldi-Sekundarschule in eine Gesamtschule. 

Stadt schlägt die Schaffung von 31 zusätzlichen Schulzügen an Grundschulen vor

Insgesamt werden 31 neue Grundschulzüge – darunter sind auch Neubauten in Hörde, der Innenstadt-Ost und der Innenstadt-Nord – benötigt. Das geht aus dem vierten Zwischenbericht zur Schulentwicklungsplanung für die Jahre 2018 bis 2023 hervor. Aufgrund wachsender SchülerInnenzahlen reichen die vorhandenen Raumkapazitäten nicht aus. 

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Altbau der Anne-Frank-Gesamtschule an der Burgholzstraße in der Nordstadt: die Abrissarbeiten sind in Vorbereitung. Foto (2): Alexander Völkel

Der vierte Bericht stellt konkret dar, wie Kapazitätsausweitungen realisiert werden könnten. Die Grundschulen benötigen dabei nach den vorliegenden Prognosezahlen voraussichtlich 31 neue Schulzüge. Ein Zug ist eine Klasse über alle Jahrgangsstufen hinweg – also von der 1. bis zur 4. Klasse bei Grundschulen oder der 5. bis 13. Jahrgangsstufe bei weiterführenden Schulen mit Abitur als Abschluss.

Diese 31 zusätzlichen Schulzüge können durch eine Kombination aus 19 neuen Schulzügen an 17 Grundschulstandorten in Verbindung mit dem Bau von drei neuen vierzügigen Grundschulen in den Stadtbezirken Hörde, Innenstadt-Ost und Innenstadt-Nord errichtet werden.

Noch gibt es keine Standortentscheidung für die Grundschulen. Klar ist bisher nur, dass an der Burgholzstraße die Abrissarbeiten am Altbau der Anne-Frank-Gesamtschule vorbereitet werden. Einen entsprechenden Ratsbeschluss traf das Gremium ebenfalls am Donnerstag einstimmig. Auch auf der Westfalenhütte könnte ein Standort entstehen – allerdings sind die Planungen dort noch nicht abgeschlossen.

Interesse und Bedarf an einer neuen Gesamtschule in verschiedenen Stadtbezirken

Die Schulentwicklungsplanung wurden von allen Fraktionen begrüßt. Für die detaillierten Planungen gab es Lob aus vielen Parteien. Dr. Eva-Maria Goll (CDU) begrüßte das Konzept auf Basis von Zahlen und Fakten, mit denen der Schulausschuss arbeiten könne. Allerdings fragte sie sich, ob der Beschluss jetzt richtig sei, wo doch der Raumbedarf der Gymnasien für die Rückkehr zu G9 noch nicht bekannt sei.

Neubau der Anne-Frank-Gesamtschule, fast in Wurfweite des alten Gebäudes, ebenfalls an der Burgholzstraße

Detlef Strack, Sachkundiger Bürger in der Fraktion „Linke und Piraten“, forderte im Schulausschuss einen Gesamtschul-Neubau im Dortmunder Süden.  Denn die einzige Schule dieser Art – in Brünninghausen – platzt aus allen Nähten. Eltern, die dort ihre Kinder anmelden können, haben schlechte Karten, weil Geschwisterkinder den Vorrang bekämen.

Erst durch einen Neubau im Süden – beispielsweise in Aplerbeck – bekämen die Eltern überhaupt erst die Chance auf eine Schulwahl. „Gymnasien haben wir doch da jede Menge“, machte Strack deutlich.

Doch auch in Eving gibt es ein prinzipielles Interesse – lediglich die CDU in der BV stimmte dagegen, zu prüfen, wie der Bedarf im Stadtbezirk zur Schaffung einer neuen Gesamtschule aussieht. Denn die Kinder dort müssten teils 1,5 Stunden bis zur nächsten verfügbaren Gesamtschule fahren, kritisierte die SPD in der Bezirksvertretung Eving. Die CDU des Stadtbezirks hatte hingegen Bedenken und sorgte sich um mögliche Erweiterungen an anderen Schulen und dem Neubau von Grundschulen. 

Mehrere Fraktionen befürworten Umwandlung der Reinoldi-Sekundarschule in eine Gesamtschule

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger wollte das Thema aber nicht standort-, sondern schulformbezogen diskutiert wissen. Denn sowohl bei Gymnasien als auch Gesamtschulen gebe es schon jetzt massive Unterdeckungen. Doch bevor Standorte diskutiert und entschieden würden, sollten nicht nur Schulprofile, sondern vor allem die Wegebeziehungen und Verkehrsverbindungen beleuchtet werden. 

Ob Anbauten an bestehende Schulen oder Neubauten die bessere und vor allem schnellere Option seien, müssten die nun folgenden Untersuchungen ergeben. Denn die Optionen seien höchst unterschiedlich. „Falls es einen Neubau geben soll, dann müssten wir den richtigen Ort überlegen und auch verfügbare Grundstücke und eine schnelle Bebaubarkeit prüfen. Es gibt ganz praktische Fragen, die wir nicht entscheiden können“, machte Schneckenburger deutlich. 

Mehrere Fraktionen sprachen sich direkt oder indirekt für eine andere Nutzung der Reinoldi-Sekundarschule aus. „Man kann aber nicht nur den Namen ändern, sondern muss dort auch investiv erweitern“, warnte Rainer Schiffers (Stadteltern). Auch Monika Landgraf (Grüne) sah konzeptionelle Änderungen, wenn die Sekundarschule künftig eine Gesamtschule würde. Alisa Löffler (SPD) begrüßte ebenfalls den Gesamtplan, die Erweiterung der Gesamtschulen und die Umwandlung der Sekundarschule.

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Ein Gedanke zu “Grünes Licht für die Schulentwicklungsplanung: großer Bedarf bei Grundschulen, Gymnasien und Gesamtschulen

  1. Schulverwaltung Dortmund (Pressemitteilung)

    Anmeldung der Schulanfängerinnen und Schulanfänger zum Schuljahr 2020/2021

    In der Woche vom 4. bis 8.11.2019 finden die Anmeldungen der Schulanfängerinnen und Schulanfänger zum Schuljahr 2020/2021 in 89 Grundschulen der Stadt Dortmund statt. Die Anmeldezeiten innerhalb dieser Woche legt jede Schule individuell fest. Es ist ratsam, einen Termin mit der Grundschule zu vereinbaren.

    Die Schulverwaltung erwartet zum neuen Schuljahr rund 5.500 Schulanfängerinnen und Schulanfänger. Für das Schuljahr 2020/21 gilt: Alle Kinder, die im Zeitraum 1.10.2013 bis 30.9.2014 geboren wurden, werden schulpflichtig.

    Auf Wunsch der Erziehungsberechtigten können auch Kinder, die nach dem 30.9.2014 geboren sind, vorzeitig eingeschult werden, wenn sie „schulfähig“ sind. Über die Schulfähigkeit entscheidet die jeweilige Schulleitung unter Berücksichtigung des schulärztlichen Gutachtens. Fragen in diesem Zusammenhang können interessierte Erziehungsberechtigte in der Anmeldewoche in einem Beratungsgespräch mit der Schulleitung der ausgewählten Grundschule klären.

    Die Schule führt im Rahmen der Anmeldung ein Schulspiel durch, um die Fähigkeiten des Kindes festzustellen.

    Grundsätzlich können Erziehungsberechtigte die Grundschule für ihr Kind frei wählen. Ein Aufnahmeanspruch besteht jedoch nur für die nächstgelegene Grundschule im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten. Auch für die Beurteilung eines Anspruchs auf Schülerfahrtkostenübernahme ist nur der Weg zur nächstgelegenen Schule maßgebend. Schülerfahrkosten werden bis zur nächstgelegenen Grundschule übernommen, sofern der Schulweg in der einfachen Entfernung mehr als zwei Kilometer beträgt.

    Fragen zur Einschulung beantworten die Schulleitungen der Grundschulen telefonisch oder in einem Beratungsgespräch.

    Informationen zum Anmeldeverfahren erhalten Erziehungsberechtigte beim Schulverwaltungsamt unter der Rufnummer 50-2 76 61 oder unter einschulung@stadtdo.de.

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